Der Kampf war zwar gewonnen doch der Preis für diese Schlacht war hoch. Viele wurden Tot geborgen und andere verstarben noch auf dem Schlachtfeld selbst, in den Armen ihrer Kameraden. Die schwer Verletzten wurden zurück hinter die Mauern gebracht, dort waren viele die sich um diese kümmerten. Und dann gab es die, die überlebt hatten und kaum Wunden an ihren Körper hatten und wenn doch, waren es keine Lebensgefährlichen. Einer von ihnen wischte sich gerade das Blut eines anderen von der Wange und stützte sich auf seiner Zweihand Axt ab. Seine Kristall blauen Augen flogen über das Feld welches übersät mit Toten war. Sein Atem beruhigte sich nur langsam und der Geruch des Todes war so beißend das er wusste das dies gerade alles wirklich passiert war.
Zwischen all seinen Verbündeten waren aber auch die Leichen seiner Feinde, welche Dämonen waren. Sein Blick ging zum Horizont, die Sonne färbte den Himmel rötlich und ließ den Nebel der Nacht verschwinden.
Eine Stimme die seinen Namen rief holte ihn aus seiner Trance. Eine junge Frau die ihm sehr ähnlich sah kam schnellen Schrittes auf ihn zu. Ihre Augen waren die selben wie seine, nur ihre Haarfarbe war schwarz im Gegensatz zu seinen braunen Haaren. Sie hatte eine tiefe Schnittwunde an ihrer Wange, so wie auch ihre Rüstung an einigen Stellen rötlich war.
Als sie bei ihm war wurde ihr Blick trübe und man sah ihr an das sie am liebsten nichts sagen wollte. Das alles konnte er jedoch dennoch spüren, er wusste das sie ihm was erzählen würde was sein Herz nicht auch noch verkraften konnte.
Sie teilten dieses Band das zwischen ihm und ihr war. Das Band was Zwillinge eben hatten. Als er zu seiner jüngeren Zwillingsschwester sah wich sie seinem Blick aus und ballte ihre Hände zu Fäusten bevor sie diese wieder entspannte. Kurz ging sein Blick zu zwei Soldaten die gerade einen weiteren Verletzten auf eine Trage legten, bevor die Gleichgroße vor ihm ihren Mund öffnete.
„Sie...“, fing sie an und schüttelte den Kopf, er wusste das sie gerade überlegte wie sie es ihm schonend beibringen konnte. „Man weiß nicht ob sie es schafft..die Wunde..“ , mehr konnte sie nicht sagen da ihr Gegenüber an ihr vorbei ging um zu den Toren zu gelangen. Amber, wusste wie er sich fühlen musste, vor allem da sie den Griff seiner Axt nun in der Hand hatte. Er hing an dieser Waffe und pflegte diese wie sonst nichts, doch es gab jemanden der ihm wichtiger wurde in all den Jahren. Und diese Person hat ihm wieder das Gegeben was er damals verloren hatte.
Hoffnung.
Ohne nachzudenken hob sie die Schwere Waffe hoch und folgte ihrem Bruder mit großen Schritten um ihn einzuholen. Jeder der ihm weg stand, bekam entweder seine Schulter rein gerammt oder hörte nur noch eine Drohung. Wenn es überhaupt jemand wagte sich in seinen Weg zu stellen. Amber selbst blieb hinter ihm bis sie beim Platz ankamen, bei dem die Verletzten versorgt wurden.
Sein Blick ging über all die Gesichter doch nirgends fand er jenes Gesicht was er suchte. So schnappte er sich den nächst Besten den er greifen konnte und packte diesen am Kragen. „Wo ist sie?!“, knurrte er, doch er meinte es nicht so böse wie er es aussprach. Es war die Angst und der Schmerz der in dazu brachte so zu reagieren. Seine Schwester griff nach seinem Arm um ihn zu beruhigen, da der junge Mann ihn ängstlich und verwirrt ansah. „Beruhig dich“ , zischte sie und zog zur Verstärkung an seinem Arm. „Ich weiß wo sie ist.“
Mit diesen Worten ließ ihr Bruder locker und atmete tief durch die Nase ein, um sich ein wenig zu beruhigen. Bevor er seiner Schwester folgte. Das Kloster war genau so voll wie der Platz und der Geruch von Blut und Dreck hing hier in der Luft. Selbst die schmerzhaften Schreie hallten an den hohen Wänden, weshalb einem noch mehr bewusst war was eine Schlacht von so einer Größe mit sich brachte.
Sein Blick ruhte auf dem Rücken von seinem Zwilling bis sie einen der Kleinen Räumen betraten.
Die Betten waren alle aneinander gereiht und überall rannten Frauen in Kutten hin und her um ihr Medizinisches Wissen einzusetzen. Sein Blick viel auf eine Frau die neben dem Bett sass, sie tupfte das Blut ab und sah besorgt auf die Verletzte Frau runter. So wohl die Frau die im Bett lag, als auch die andere kannte er nur zu gut. „Geh zu ihr.“, kam es rechts von ihm. Er gab keine Antwort drauf sondern lief zur den beiden.
Als die Frau mit den Blonden haaren in sah erhob sie sich sofort und drückte das feuchte Tuch zusammen. „Es tut mir so leid...“, fing sie an und man sah das sie mit den Tränen kämpfte. „Muss es nicht..“ , antwortete er und sah dabei weiter auf die Frau, die mit geschlossen Augen im Bett lag. „Ian..Sie hat...sie hat mich beschützt und dafür..“ , sie stoppte als sie sah wie er zu ihr sah. „Wenn ich irgendwas tun -“
„Das kannst du..“, seine Stimme war nur noch ein Flüstern, aber sie hörte genau raus das sie gebrochen war. „Du kannst Beten das ich nicht die Liebe meines Lebens verliere.“
Die junge Frau nickte zögerlich „Na..Natürlich..“ , damit erhob sie sich und ging einige Schritte zurück. Jedoch ging ihr Blick zurück auf die beiden. Da sie dafür verantwortlich war, das die rothaarige Schönheit ihr Leben riskiert hatte. Und das obwohl sie die Ex Frau von dem Mann war, welcher seine Hand nun sanft auf die Wange der anderen legte.
„Komm zurück meine liebe....komm zurück..“, hauchte er leise und mit viel Schmerz in der Stimme. Seine Schwester, die neben der Ex liebe stand, sah in seinen Augen das er die Tränen verbarg. Anfangs war sie kritisch gegen über Laila, welche nun bewusstlos da lag, aber nach all der Zeit hatte sie die Kleinere akzeptiert weil sie das geschafft hatte was sie nie konnte. Sie hatte ihm das Lächeln zurück gegeben was er damals verloren hatte. Sie biss auf ihrer Unterlippe und hoffte mit ihrem Bruder das die rothaarige erwachen würde.
Ian selbst strich weiter mit dem Daumen über ihre Wange bis er das zucken an ihren Augen sah und ihn die Smaragdgrünen Augen ansahen in welche er sich verliebt hatte. „Kommt sie dich holen..?“, fragte sie leise und schwach, allerdings bekam sie zur Antwort ein Lächeln bevor er sprach.
„Nein...sie würde mich niemals bekommen..“ , kam es leise von ihm und sah wie sich an seiner Hand stützte und die Augen wieder kurz schloss. „Niemals?“
„Niemals.“ , damit gab er ihr einen Kuss auf die Stirn weshalb sie Lächelte und mit der Kraft die sie noch hatte nach seinem Arm griff und diesen nur los ließ als er im Gegenzug seine Hand anbot.
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Muse