Aufgaben
Leute mit meinen Zauberhänden zusammen flicken, ohne ihren Körper grundlegend zu verletzten, ist das, was ich richtig gut kann. Ich habe das nötige Feingefühl in Händen und Seele, dies war meine Aufgabe. Vielleicht endet sie bald. Erst war der Gedanke an dieses Ende schlimm, weil ich unheimlich gern zaubere und weil die willkürlich aufgezwungene Flucht mir so furchtbar ungerecht erscheint. Doch dann habe ich eine andere Sichtweise entdeckt.
Ich warte. Während ich das tue, tummele ich mich ein wenig mit freundlichen Menschen auf Straßen, halte Plakate in die Luft, habe Spaß dabei, in liebevoller Gesellschaft zu sein, suche das Gespräch, versuche, menschlich zu bleiben, nicht abzuwerten und mich selbst auch nicht abwerten zu lassen, immer wieder den Versuch unternehmend, die verhärteten Fronten aufzuweichen. Das ist heute meine Aufgabe.
Vielleicht tun meine Zauberhände am Ende dieses Jahres etwas anderes. Ich kann mir vorstellen, dass sie für Pflanzen ebenso heilsam sein könnten wie für Menschen. Der Kontakt zur Erde, zum Ursprung, zu dem, was uns erschaffen hat, könnte meine nächste Aufgabe sein. Pflanzen sind stiller, geduldiger, weniger fordernd und definitiv schlechter im Unsinn Reden sind als meine jetzigen Schützlinge. Ein verlockender Ausblick.










