Decided to take inspiration from @makofinz's Sharkgender flag and made an AnCom variant of it because hey, why not?

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Decided to take inspiration from @makofinz's Sharkgender flag and made an AnCom variant of it because hey, why not?
Trying a new idea where i literally just download and post the first 5 images on my pinterest homepage. not sure what that second one is supposed to be referencing.
I made a patch!
Black flag at South Pole, no borders, santiago Sierra.
"re: Boxhamsters - Zu Klein / Anarchist Flag" 140 x 90 cm, fabric, acrylic, fan
For a change, as the whole content about this is within a "German context", I’m writing in German this time (To sum it up beforehand: The flag & song quote is like farewell to my lefty youth):
Tja, wie gerade erwähnt, kommt das Boxies-Zitat in Kombination mit der Anarcho-Flagge für mich einer Art Abgesang an meine Jugend gleich, welche sich übrigens in der sächsischen Kleinstadt abspielte die später für die NSU-Morde 'berühmt' werden sollte. Irgendwann mit 14 hatte ich auf einer mp3-Seite eher zufällig mal auf "Punk" geklickt, wahllos Lieder runtergeladen deren Titel irgendwie ansprechend klangen ("10 kleine Nazischweine") und zack war das politische Bewusstsein zum Leben erweckt. Wenige Wochen später rannte ich dann mit einem dieser kotzfarbenen Armeerucksäcke rum, welche in etwa die Hälfte der "Alternativen" trugen (die andere Hälfte hatte das gleiche Modell in schwarz). Auf diesem prankte alsbald in riesigen Lettern, und schon von weitem gut sichtbar, das Logo der Band Slime, welches ich in mehrstündiger Feinarbeit mit teuer erkauften Eddings (Adieu sweet Taschengeld) aufgemalt hatte.
Abermals ein paar Wochen später zitierte mich mein Vater in die Küche, es wäre Post für mich gekommen. Und zwar von der Berliner Antifa. Denen hatte ich vorangegangen nämlich eine enthusiasmierte Mail geschrieben, dass ich hier unbedingt "auch sowas" gründen wollen würde. Zeitlupenartig packte mein Vater das Starter-Paket für angehende Revoltisten mit Büchern zum Widerstand und Anleitungen zum Molli-Bauen aus. "Scheiß Kommunisten" und Mutter so: "Mach keine Dummheiten". Nee nee Mutti, denn in dem beigelegten Brief stand nämlich auch, dass man evtl. von der PDS finanziell unterstützt werden könne, also schrieb ich denen auch gleich mal ‘ne Mail.
Einige Tage später drückte ich dann 2 mal hintereinander bei einem Mietshaus nahe des "Platzes der Völkerfreundschaft" auf den Klingelknopf und ein steinalter Stasi-Opa begrüßte mich zugleich an seiner Wohnungstür. "Nu dann gehn mer doch glei mal los." Nachdem wir die Treppen des Hauses hinabgestiegen waren (ich schnell, er langsam) und uns auf den Weg machten, brabbelte er was das Zeug hielt: "Nu mir hamm bei der PDS ja ooch so was wie de Andifah. Ich kann dör ja mal ä bissl darvon erzähln." Er erzählte - während er dabei seinen Arm auf meine Schulter legte und den GANZEN Weg nicht mehr runternahm. Zum Glück war das Parteigebäude recht nah gelegen und wenig später lernte ich die, da schon leicht abgehalfterten, Leute kennen, mit denen ich mich fast ein ganzes Jahr jeweils Freitags treffen werden sollte.
Bei den "Roten Disteln", so der damalige Kampfname der Jugendtruppe der PDS Zwickau, bemalte ich unter anderem Transparente, hielt Plakate beim Ostermarsch hoch und organisierte ein Friedensfest mit. Toll. Die meiste Zeit hockte ich aber im Partei-Aufenthaltsraum in der Leipzigerstraße und hörte den, meist von einer Person geführten, Diskussionsrunden zu. Dort erfuhr ich zum Beispiel, dass das Geld mehr verteilt werden müsse, in der DDR ja nicht alles schlecht gewesen sei und überhaupt wären die Amis sowieso an allem schuld. Nachdem die, im Durchschnitt bereits mitte 30 jährigen, Jungsozialisten an einem Freitag mal nicht ins Parteigebäude kamen (Schlüssel vergessen), entschloss man sich kurzerhand einen trinken zu gehen und drängte mich geradezu mitzukommen. Selbst nach mehrmaligem Verneinen ließen die Freiheitsbeflissenen nicht locker: "Tu's für die Gemeinschaft!" brüllte einer in aggressivem Ton. Ich tat was für mein Leben und ging nach Haus.
Tatsächlich sollte dies das letzte Treffen mit den Zwickauer Hobby-Revoluzzern darstellen, da sich mit der Zeit ebenso mein politisches Bewusstsein irgendwie geändert, naja weiterentwickelt hatte. Auch meinen Slime-Rucksack hatte ich mittlerweile durch ein anderes Modell (schwarz) eingetauscht, diesmal jedoch ohne Verzierungen, Buttons & Patches und vor allem ohne aufgemaltem Band-Logo. Mir erschien es für meine neuen Helden von "...But Alive" einfach passender nicht viel Aufhebens um die eigene Person zu machen und dennoch eine dezidierte Meinung zu vertreten. Oder so ähnlich. Jedenfalls war ich schließlich mitterweile schon 15 Jahre alt und für immer kann man die ewig gleichen Parolen ja auch nicht öffentlich mit sich spazieren tragen.
Etwa zeitgleich mit ...But Alive landeten auch die Lieder der Boxhamsters, die ich, ebenso wie Slime & ...But Alive, heute immer noch gerne höre, auf meiner Festplatte. Für einige mag dies vielleicht nicht ganz unproblematisch sein, doch meines Wissens nach wurde der Vorwurf damals nicht bestätigt, die Beweislage als negativ gewertet. Und warum sollte ich mich auch dafür rechtfertigen müssen? Diejenigen, die hier recht haben wollen, werden dies ohnehin für sich beanspruchen, da wohl niemand von uns an dem Abend mit dabei war. Und natürlich wäre es eine Riesenscheiße, wenn das wirklich passiert sein sollte, aber ich finde es schon heftig wie der Ruf der gesamten Gruppe dadurch nahezu zerstört wurde in dem man öffentlich zum Boykott der Band aufrief und Konzerte abgesagt werden mussten, obwohl die Anklage abgewiesen wurde.
Nach den Boxies und den Politpunk-Mannen von Marcus Wiebusch folgten mit 16 dann übrigens auch irgendwann Tocotronic und Tomte als personal Favorits für die Dauerbeschallung meines dauermuffigen Kinderzimmers, wobei ich letztere gerne abschließend im Zusammenhang mit der hier beschriebenen und relativ frühen Abwendung gewisser Gruppierungen erwähnen will, obwohl ich mir ausgerechnet Thees Uhlmann immer bei dem obigen Boxhamsters-Zitat als fettgewordenen Helden vorstelle: "Ich habe eingesehen, dass wir uns lächerlich machen - für mich kein Grund mitzulachen. Eingesehen, eingesehen, eingesehen, eingesehen..." (= leider Spotify-Link, weil auf Youtube gesperrt)
kasper sonne, untitled (flag) no. 6. commercial carpet, industrial paint, aluminum. 2012.