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2 Andorn Marrubium vulgare L.
Synonyme: M. album Gilib. – M. lanatum Kunth.
Berghopfen -Brustkraut-Dauerrang- Doort – Weißer Dorant
Volksnamen: Mariennesselkraut Marobel
– Gotteshilf – Helfkraut – Lungendank – –
Marubel – Mutterkraut – Schwindsuchtkräutel
Botanik: Das Kraut ist ausdauernd und wird etwa 30-40 cm hoch. Aus der spindelförmigen Wurzel erhebt sich der Stengel, vom Grunde anästig, stumpf-vierkantig und ist wie die Blätterflaumig, in der Jugend spinnwebenartig weiß behaart. Die Laubblätter sind gestielt, ungleich gekerbt, fast immer stark runzelig,anfangs dicht später locker behaart, an der Oberfläche fast immer kahl. Die Blüten sind kurz gestielt, in Scheinquirlen angeordnet, blattachsenständig und reichblütig.
Der Kelch ist röhrig mit 10 Zähnen, die Krone weiß, flaumig behaart. Geruch der Pflanze ist schwach,eigentümlich, der Geschmack aromatisch, etwas scharf, balsamisch, bitter und salzig.
Blütezeit: Juni bis September. urspringliche Heimat des Andorn war Zentralasien und das
Standort: Die Mittelalter Mittel- und Nordeuropa einge-Mittelmeer, doch ist er seit dem in gerne btirgert. Er bevorzugt Magerwiesen, trockene Weiden, Ödland, gedeiht Dorfwegen und auf Schuttgelände. Sehr wohl scheint er sich aufentlang von auf Viehlagerplätzen zu fühlen.
Heilkräftiger Pflanzenteil: Das blühende Kraut ohne Wurzel (Herba Marrubi und alba) wird am besten von Juli an bis etwa Mitte September gesammelt wird im Schatten getrocknet. An Heil- und Wirkstoffen enthält das blühende Kraut den Bitterstoff Planzenschleim. Marrubin ätherisches Ol, Gerbstoff, Harze, viel Salze, Fett, Wachs und
Zwei weitere Bitterstoffe werden vermutet .
Heilkräftiger Pflanzenteil ist vor allem der Wurzelstodk (Radix Angelicae), derim Spätherbst des 2. Jahres nadh erfolgter Aussaat ausgegraben wird. Die sorg-fältig gesäuberten Wurzeln sollen zur Vermeidung des Verlustes an Aromaniemals in künstlicher Wärme getrocknet werden. Der Wurzelstock wird in derRegel der Länge nach gespalten, die Wurzeln oft zu Zöpfen geflochten und luftigam besten auf zugigen, rußfreien Dachböden aufgehängt.
Die Blätter (Folia Angelicae) werden vor und noch zu Beginn der Blüte ge-sammelt und im Schatten getrodknet.
Die Samen (Semen Angelicae) sind im Spätherbst (November bis Anfangs De-zember) zu sammeln und vorsichtig zu trocknen. Das ätherische Ol der Blätterund Samen gilt als noch feiner als das der Wurzeln. An
Heil- und Wirkstoffen verzeichnen wir Harz, Wachs, Bitterstoff, an organischenSäuren die Angelikasäure, ferner Apfel-, Baldrian-, Essig-, Oxal- und Bern-steinsäure, ferner Cumarinformen wie das Angelicin, nicht zuletzt Pektin, Rohr-zucker und ein ätherisches Ol mit einem sehr gewürzhaft-aromatischen Geruch.
Heilwirkung: Eine Abart unserer europäischen Angelikawurzel wurde bei Er-krankungen der Verdauungsorgane, als Nierenmittel, als Herz- und Kreislauf-mittel bereits im Kräuterbuch des Kaisers Shing-nong (3500 v. Chr.) sehr ge-priesen. Tang-Kuei wurde sie genannt und der Name blieb bis heute im ganzenFernen Osten. Die europäischen Arten der Angelika sind in den nordischenLändern seit den ältesten Zeiten Kulturpflanzen und wurden auch als planz-liche Nahrung verwendet. Die Lappen bereiten aus den aufgeblühten Dolden,mit kochender Rentiermilch übergossen einen Brei. Dieser topfenartige Breiwird in Rentierdärme gefüllt und diese zum Troknen aufgehängt. Nach Wochenund Monaten werden die Därme in Scheiben geschnitten und gilt diese wohl-schmeckende, käsartige Speise als sehr verdauungsfördernd. War die Angelikawurzel im Mittelalter eine berühmte Heilplanze, so wurde sie in den Pest- undCholerazeiten zur wahren, Engelwurz“
Die Angelikawurzel wird somit bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, haupt-sächlich als Mittel gegen Blähungen (Carminativum) und als appetitanregendesMittel (Stomachicum) verwendet, Daneben werden sehr gute Heilerfolge erzieltbei Magenkatarrh bzw. Magenentzündung (Gastritis), Darmentzündung (Ente-ritis), Dickdarmentzündung (Colitis), bei Aufgeblähtheit des Bauches durch Gase(Meteorismus) und sogar bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulcusventriculi, bzw. Ulcus duodeni) im Anfangsstadium. (Dr. Madaus). Danebenkönnen wir auch von einer Förderung der Nierentätigkeit berichten, die durchdas ätherische Ol ausgelöst wird.
Die Aufzählung der Heilkräfte dieser Wurzel ist aber noch nicht erschöpft,