Ein überliegendes Motiv von Tiere der Großstadt ist (mangelnde) Zwischenmenschlichkeit und es zeigt sich sooo schön in allen drei Haupt-Ermittlerrollen.
Nina hat Schwierigkeiten mit mangelnder Zwischenmenschlichkeit – ihr fehlt ihre Familie, Tolja hält sie auf Abstand – und sucht Bindung – im Club, bei Karow. Sie braucht Familie, um mit dem Job klarzukommen, aber da sie zu ihr den Bezug verloren hat, sucht sie Ersatz, stößt aber größenteils auf Ablehnung oder findet selbst keine Zufriedenheit in dem, was sie findet.
Währenddessen ersetzt Karow zwischenmenschliche Care-Arbeit mit einem smart home und läuft emotional unreguliert durch den Alltag. Erst mit dem alten Mann vom Fenster wird er soft und übernimmt die Rolle des Trösters und er erscheint da so viel ausgeglichener, in dieser kleinen Szene nur, während er sonst seine Kollegen zusammenscheißt und schlecht gelaunt ist. Aber er lässt niemanden an sich ran, egal wie sehr sich darum bemüht wird, sich ihm anzunähern.
Und Anna... die arme Anna wird von ihrem Chef zusammengeschissen, auf irgendwelche Scheißaufgaben geschickt, die keiner machen will. Sie wird aus dem interessanten Teil der Ermittlung ausgeschlossen und bekommt kaum bitte und danke hinterhergesagt, wenn sie sich erbarmt diese Sachen zu machen, für die sich ihre Chefs zu wichtig fühlen. Kein Wunder, dass sie snapt, wenn ihr schon wieder so eine kack Aufgabe aufgetragen wird. Anna, die Assistentin, wird fast entmenschlicht (wie eine Roboter-Assistenz), was sich auch darin zeigt, dass Nina statt Mitgefühl zu zeigen, als sich Anna über die Zeugensuche am Ku'damm beschwert, lacht. Völlige Entkopplung von Empathie, weil Anna für sie und Karow nur noch ein tüchtiges tool ist. Erst dadurch, dass sie ausrastet, wird Anna wieder zum Mensch und Nina wieder freundlicher. Auch Anna ist im Berufsleben zwischenmenschlich auf einer Durststrecke, aber das liegt fast ausschließlich an den Problemen der oben genannten Vorgesetzten.















