Auf dieses Goldstück von Insel bin ich erst vor einem Jahr gestoßen. Ich durchwühle hin und wieder die Weiten des Internets nach Fleckchen in Thailand, auf denen ich noch nicht war und so kam mir Koh Phayam in die Quere.
Die Insel liegt fast genau an der Grenze zu Myanmar in der Andamanensee und ist der Nachbar von dem kleineren Koh Chang. Über Ranong erreicht man die Insel entweder mit einem Slow Boat in etwa 2 Stunden oder mit dem Speedboat in etwa 30 bis 40 Minuten. Ich ziehe das Slow boat vor, aber wenns mal schneller gehen muss, ist das Speedboat eine gute Option. Koh Phayam liegt nur 30km vom Festland entfernt und man kann bei gutem Wetter mit einem Longtail boat einen Abstecher nach Koh Chang machen.
Wenn man auf Phayam ankommt, wird man schnell feststellen, dass es auf dieser Insel (noch) keine Shoppingmeilen, Pubs ans Pubs und 7Elevens gibt und übrigens auch keine ATM’s!! Das heißt, man sollte das nötige Kleingeld bereits am Festland abheben. Man kann zwar über kleine Moneychanger Geld abheben, aber dies zu einem relativ schlechten Wechselkurs (letztens waren es 34 zu 1). Auf der Insel gibt es keine Autos, nur Motorroller und Fahrräder - und am Pier warten Mopedtaxis, die einen an den gewünschten Ort bringen. Es herrscht allgemein ein etwas höheres Preisniveau als auf dem Festland, Die meisten Unterkünfte sind eher einfach, aber dafür relativ teuer. Einige Luxusressorts haben sich leider auch schon angesiedelt. Es gibt 2 Supermärkte am Pier, in denen es alles gibt, was man braucht: Mosquitospray, Wasser, Postkarten etc. Manche Bungalowanlagen bieten übrigens auch an, Wasserflaschen gegen wenige Bahts wieder mit Trinkwasser aufzufüllen und tragen damit dazu bei, dem Plastikmüll auf der Insel entgegenzuwirken.
Es riecht herrlich nach Cashewnüssen und die Insel hat ihren komplett eigenen Flair. Es gibt nicht so viele Palmen im Inland, aber dafür eben Cashewplantagen, Bougainvilles, die sich an den Wegen und Straßen in die höhe ranken, duftende Hibiskusbüsche. Und auf Koh Phayam laufen die Uhren noch etwas langsamer. Alles scheint gemütlich abzulaufen. Übrigens gibt es auf Koh Phayam wunderschöne Hornbills! Also Augen offen halten!
Die meisten Unterkünfte befinden sich am Aow Yai und am Aow Khao Kwai (auch Buffalo Bay genannt). Der Aow Yai ist ewig lang, hat dunklen Sand und bei Ebbe einen eeeeewig breiten Strand. Hier ist mehr los als am Aow Khao Kwai. Es gibt hinter dem Strand ein “Zentrum” mit kleinen Läden, wo man etwas schlendern kann. Am linken Ende des Strandes liegt das “Lazy Hut” - eine Bungalowanlage, in der hin und wieder Partys steigen.
Am Aow Khao Kwai geht es etwas ruhiger zu, Der Strand ist kleiner und mit Felsen durchsetzt, aber meiner Meinung nach der schönere Strand. Das Wasser ist türkisblau und der Sand fein und weiß. Rechts am Strand liegt die Hippiebar, ein aus Schwemmholz nachgebautes Schiff, wo man Bier trinken kann, sich in der Sonne aalt und Partys feiert. Die Szenerie könnte auch Original aus einem Piratenfilm entsprungen sein, wie die Betreiber auch - Ich mag die Hippiebar! Außerdem gibt es am Bufallo Bay das beste Essen, das ich jemals gegessen habe und zwar im Klong Kleng (dazu später mehr). Bei Mr. Gao Bungalows bietet Mr. Gao alias Mr. Trip Schnorchelausflüge zu den wunderschönen Surin islands an.
Nicht weit vom Pier gibt es einen kleinen Tempel, vor dem sich nette und sehr gesprächige Mönche herumtreiben und Armbänder, Ketten und Amulette verkaufen. Der Tempel selber ist sehr klein, aber eine Besonderheit ist, dass er auf Stelzen im Wasser steht.
Wie überall in Thailand wird der Rubel früher oder später auch auf Phayam rollen. Dieses Jahr gab es schon weitaus mehr Touristen als letztes Jahr und viele klassische Koh Tao-Urlauber, die gerne ordentlich feiern würden und mit ihren Selfiesticks über den Strand rennen.Die Straßen sind nicht mehr so ruhig und allein zwischen Februar 2014 und Februar 2015 sind 16 (!) neue Bungalowanlagen entstanden. Man kann nur hoffen, dass das wunderschöne Hinterland nicht bald Koh Phi Phi ähneln wird.
Als wir am Pier von Ranong auf das Boot nach Phayam warteten, kam eine Gruppe junger Touristen, die gerade von Koh Tao ankamen und sich voller Entsetzen erzählten, dass man munkelt, es gäbe auf Phayam keinen 7Eleven! Einige der Mädels mussten darauf hin erstmal abstimmen, wer denn dann überhaupt noch auf die Insel will und einer ihrer Begleiter stellte dann fest, es sei wohl nicht wie auf Koh Tao....ein richtiges Abenteuer also. Das Abenteuer begann für diese Gruppe schon am Pier: Speedboat-Tickets kaufen, ganz alleine! Zum Glück haben sie eine Thailady (Natürlich, wofür sind die sonst da?!) dafmit beauftragt, ihnen die Tickets zu kaufen. Sonst wären sie vermutlich niemals auf Phayam angekommen.....
Nettes Restaurant mit super gutem Essen hinter dem Aow Yai