“Von Hannah Arendt hatte Geisel die Einsicht, dass der Nationalsozialismus zwar einer unbeugsamen Logik folgte, diese aber keinen wie auch immer gearteten Sinn mehr hatte, keinen Zweck, keinen Vorteil, kein Nützlichkeitskriterium. Die Ermordung der Juden war beispiellos (…). »Vor diesem Massenmord steht alle Philosophie ohne Auskunft, jede Sinngebung wird zur Lüge, (… Die Toten der Lager) sind umsonst gestorben, für niemand und nichts. Nur zum Tod bestimmt war auch das je besondere Leben zu Nichts geworden. Und eine Gesellschaft, in der nur noch gestorben wurde, ergab keinen Sinn mehr.« (Geisel 1984, 86) Alle Rationalisierungsversuche gehen fehl, schlimmer noch, diese Versuche, »einen Gegenstand, dem keinerlei Vernunft innewohnt, unter Bestimmungen des Denkens zu zwingen, münden immer in Ideologie.«
http://jungle-world.com/artikel/2015/45/52970.html













