John Wayne und der Snow Canyon
Vor kurzem stiess ich durch Zufall auf einen Artikel über John Wayne. Der Schauspieler war mir zuvor vor allem als Westernheld und stolzer Republikaner bekannt.
Erwähnenswerte fand ich jedoch die Umstände unter denen sein Film Der Eroberer (Wikipedia, IMDB) 1954 produziert wurde. Die Außenaufnahmen des Films wurden im Snow Canyon gedreht, welcher in Utah liegt, in der Nähe der Stadt St. George. Finanziert wurde er unter anderem von Howard Hughes - jemand der spätestens durch Leonardo DiCaprios Darstellung im Film Aviator ein Begriff sein sollte.
Besagte Aufnahmen wurden unter anderem mit Ventilatoren in Szene gesetzt. Der Staub war allgegenwärtig, auch in der vor Ort zubereiteten Nahrung für die Crew. Im Zusammenhang mit dem Test der Bombe Harry stellte sich dies als äußerst gefährlich heraus. Trotz allen offiziellen Beschwichtigungen führte die extrem hohe Strahlung (Werte von 1,2 bis 4,4 Gray wurden für St. George errechnet laut Wikipedia) dennoch zu vielen Opfern unter der Filmcrew.
Anfang der 80er waren bereits 90 Personen an diversen Arten von Krebs erkrankt. Soweit mir bekannt gibt es keine Zahlen über die Statisten, die in großer Mengen eingesetzt wurden. Auch konnte ich keine Informationen finden, was mit den Menschen seitdem geschah. Die Anzahl der Krebserkrankungen lag schon damals über den statistischen Wert, welcher angeblich bei 30 liegt.
Bereits in den 80er wurde dies in den Medien aufgegriffen (New Straits Times vom 7. Dezember 1980), inzwischen scheint das Wissen um die Geschehnisse in Vergessenheit geraten zu sein. Auch Wikipedia erwähnt die Strahlung nicht mehr im Snow Canyon Artikel, wenngleich die von dort gelinkten Seite Lal@'s Reisen ausdrücklich darauf hinweist.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die durch Paul Jacobs recherchierte Dokumentation namens Paul Jacobs and the Nuclear Gang. Paul verstarb bereits 1979 ebenfalls an Krebs.