Wenn bloss mehr Menschen den Willen hätten etwas gegen den entstehenden Überwachungsstaat zu tun.

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Wenn bloss mehr Menschen den Willen hätten etwas gegen den entstehenden Überwachungsstaat zu tun.
Erhöhte Strahlenwerte in Europa
In den vergangenen Tagen berichteten mehrere Medien über erhöhte Strahlenwerte in Europa, so die Wiener Zeitung oder das Hamburger Abendblatt. Dies sei von Messpunkten in Deutschland, Österreich, Polen, der Slowakei sowie Tschechien und Ungarn gemeldet worden.
Ich bin gespannt ob wir mehr darüber erfahren werden.
Überwachung in Taxis
Das Großbritanien in einer eigenen Liga spielt ist wohl geschichtlich begründet. Aber bei der Idee der Stadt Oxford Video und Audioaufzeichnungen in Taxis zu verordnen stellt es mir die Nackenhaare auf.
Es ist schon eine Weile her, dass ich 1984 las und ich habe immer mehr die Befürchtung das unsere Gesellschaft darauf zusteuert. Und das dies ausgerechnet in einer Stadt geschieht welche für ihr Universität bekannt ist, ist umso beängstigender.
Kundenservice an erster Stelle
2011 hatte ich die Gelegenheit, Zappos zu besuchen und die interessante Firmenphilosophie kennenzulernen. Wenngleich nicht alles auf Europa übertragbar ist (Zappos Service), hebt sie vieles aus der Masse ab. Empfehlenswert.
Vorsitzender der deutschen Gewerkschaft der Polizei fordert noch mehr Überwachung
Ich verstehe schlicht und einfach nicht, wie Menschen freiwillig auf ein totalitäres System drängen. Erwiesenermassen gibt es immer einen geringen Anteil der Bevölkerung, die Böses plant und tut.
So sehr ich die Taten in Norwegen verabscheue, bin ich überzeugt davon das selbst 100% Überwachung von Millionen selbige nicht vor Einzeltäter schützen kann. Ganz besonders falls diese von innen operieren.
Dazu passend: 2010 waren von 249 verübten Terroranschlägen nur 3 auf islamistische Attentäter zurückzuführen. Die Zahlen verdeutlichen wie sehr dieses Thema in den Medien aufgebauscht wird. Telepolis hat sogar eine kleine Anleitung für künftige Terrorismus-Experten veröffentlicht.
Das auch in Japan auf Überwachung und Meinungsunterdrückung von Kritikern gesetzt wird, sollte uns ebenfalls als Warnung dienen: Demokratie muss aus mehr als bloßen Lippenbekentnissen bestehen.
Chuck Norris ...
Chuck Norris kennt keine Strahlung. Strahlung kennt Chuck Norris.
John Wayne und der Snow Canyon
Vor kurzem stiess ich durch Zufall auf einen Artikel über John Wayne. Der Schauspieler war mir zuvor vor allem als Westernheld und stolzer Republikaner bekannt.
Erwähnenswerte fand ich jedoch die Umstände unter denen sein Film Der Eroberer (Wikipedia, IMDB) 1954 produziert wurde. Die Außenaufnahmen des Films wurden im Snow Canyon gedreht, welcher in Utah liegt, in der Nähe der Stadt St. George. Finanziert wurde er unter anderem von Howard Hughes - jemand der spätestens durch Leonardo DiCaprios Darstellung im Film Aviator ein Begriff sein sollte.
Besagte Aufnahmen wurden unter anderem mit Ventilatoren in Szene gesetzt. Der Staub war allgegenwärtig, auch in der vor Ort zubereiteten Nahrung für die Crew. Im Zusammenhang mit dem Test der Bombe Harry stellte sich dies als äußerst gefährlich heraus. Trotz allen offiziellen Beschwichtigungen führte die extrem hohe Strahlung (Werte von 1,2 bis 4,4 Gray wurden für St. George errechnet laut Wikipedia) dennoch zu vielen Opfern unter der Filmcrew.
Anfang der 80er waren bereits 90 Personen an diversen Arten von Krebs erkrankt. Soweit mir bekannt gibt es keine Zahlen über die Statisten, die in großer Mengen eingesetzt wurden. Auch konnte ich keine Informationen finden, was mit den Menschen seitdem geschah. Die Anzahl der Krebserkrankungen lag schon damals über den statistischen Wert, welcher angeblich bei 30 liegt.
Bereits in den 80er wurde dies in den Medien aufgegriffen (New Straits Times vom 7. Dezember 1980), inzwischen scheint das Wissen um die Geschehnisse in Vergessenheit geraten zu sein. Auch Wikipedia erwähnt die Strahlung nicht mehr im Snow Canyon Artikel, wenngleich die von dort gelinkten Seite Lal@'s Reisen ausdrücklich darauf hinweist.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die durch Paul Jacobs recherchierte Dokumentation namens Paul Jacobs and the Nuclear Gang. Paul verstarb bereits 1979 ebenfalls an Krebs.
Ein sehr erschreckendes, nah gehendes, Video vom Tsunami.
Messeinheiten für Strahlung
Es fällt schwer für einen Laien durch die vielen unterschiedlichen Einheiten durchzublicken. Folgende Daten [1] geben wieder wie ich sie verstehe:
1 Sv = 1000 Millisievert(mSv)
1 Millisievert(mSv) = 1000 Mikrosievert(µSv)
daher: 1 Sv = 1000000 Mikrosievert(µSv)
Die Umrechnung von CPM ist schwieriger. USA Reporter geht von folgendem aus:
100 CPM ~1 Mikrosievert(µSv)
Ich bin sehr dankbar, falls diese Angaben von Euch überprüft werden. Ich bin wahrlich kein Könner auf diesem Gebiet ;-)
[1] Quelle: Wikipedia Sievert (Einheit)
Crowdsource basierte Strahlungsmessungen
Es ist schön zu sehen, dass inzwischen viele nicht mehr der offiziellen Berichterstattung vertrauten und die Dinge in die eigene Hand nehmen.
Die Daten sind natürlich mit Vorsicht zu geniessen, da die Quellen trotz unterschiedlicher Darstellung dieselben sind. Nichtsdestotrotz sind sie aktueller als die offizielle Zahlen, welche nur sporadisch veröffentlicht und kurz darauf wieder dementiert werden.
Deutschland:
Radioaktivitätsmessnetz des Bundesamtes für Strahlenschutz
Schweiz:
Schweizerische Eidgenossenschaft: Tagesmittelwerte
Japan:
geigercrowd ist eine im entstehende Begriffe Plattform, die noch Unterstützung sucht. Details findet Ihr in der zugehörigen Wiki
Japan Geigermap: visualisiert die über Pachube aggregierten Daten sehr elegant
RDTN.org visualiert ebenfalls auf einer Karte, einige Klicks mehr sind aber notwendig
Die offiziellen Zahlen von Tepco
USA:
Radiation Network: regelmässig aktualisierte Messungen aus/für die USA
Weltweit:
Radiocal: ebenfalls eine neue Plattform die entsteht
Die Ereignisse in Japan...
... erinnern mich daran, dass ich als Kind viel zu nahe bei Chernobyl lebte.
Einige aktuelle Fakten:
die Pressemeldungen - mehr als 2 Wochen nach dem Ereignis - sind bestenfalls als verwirrend zu bezeichnen
alle offiziellen Stellen in Europa geben an, dass für uns keinerlei Gefahr besteht
zahlreiche Medien zitieren unterschiedliche Experten, die allesamt mehr oder weniger direkt ansprechen, dass Japan viel zu wenige, vielfach auch widersprüchliche Daten und Details zur Verfügung stellt
Natürlich entspricht obiges nur meinem kleinen Kenntnisstand und ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Doch mein Eindruck ist, dass versucht wird:
Panik zu vermeiden
abzuwarten bis das Thema aufgrund der üblichen Abnutzung durch ein neues in den Medien ersetzt wird und somit aus dem Fokus verschwindet
Ich kann nur hoffen, dass zumindest die Zeit aufdecken wird was tatsächlich in diesen Tagen weit weg von uns geschieht.
So wie bei Chernobyl: Elena's Fotos unterstreichen wie verantwortungslos Menschen handeln und wie wenig sie aus der Vergangenheit gelernt haben. Wie damals wird das Thema beschönigt, gerade gebügelt und auf Unwesentliches gelenkt: Stromkabel legen in 2 Wochen ist schön und gut, aber was ist die Lösung des eigentlichen Problems?
Auch wenn uns das Problem nicht unmittelbar betrifft (blicken wir über die Widersprüche hinweg), so stellt sich die Frage welche Auswirkungen die Meeresverstrahlung auf die Nahrungskette und somit auch auf uns haben wird.
Elenas Seite (mitsamt den Fotos) findet ihr auf ihrer Domain sowie auf dem wohl bekannteren Platz bei Angelfire. Und ihre Meinung zu den bisherigen Ereignissen in Fukushima unterstütze ich voll und ganz.
Jede Entscheidung ist eine Chance
Jede Entscheidung die wir für treffen bedeutet das wir eine Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten treffen. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein, es bedeutet jedoch stets dass wir uns bewusst für EINE entscheiden.
Ich hatte in den vergangenen Tagen Gelegenheit PayPal zu kontaktieren. Nicht weil ich das Bedürfniss dazu hatte, sondern weil ich hierzu aufgefordert wurde.
Die von PayPal eingerichtete Seite bietet viele Möglichkeiten. Eine davon muss zutreffen, denn es gibt keine Möglichkeit direkt eine Nachricht einzugeben oder die Hilfe eines Supportmitarbeiters anzufordern.
Nein, man muss entweder auf der verschachtelten Seite gut versteckt die entsprechende Option finden um eine Nachricht zu versenden oder bei der kostenpflichtigen Hotline anrufen.
Nachdem die erste Möglichkeit fehlschlug, versuchte ich es über die Hotline viermal im Laufe der vergangenen 2 Wochen. Bis heute ist das Problem nicht gelöst. Dafür stellte ich fest, dass ich bei weitem nicht der einzige bin, der Probleme hat. Anbei eine kurze Liste:
Wikipedia: Datenabgleich mit Verdächtigenlisten des US-Heimatschutzministeriums, Sperrung von Konten verwandter Personen, Rechtsgeschäfte im Namen von Kunden
c't TV: "Sicher" bezahlen mit Paypal - und 2200 Euro sind futsch
BayandBuy.de Forum: Konto "eingeschränkt" ohne konkrete Gründe, Löschung nicht möglich bis vertrauliche Daten übergeben werden
Jede Entscheidung ist eine Chance: da mir der Datenschutz ein Anliegen ist, ebenso wie die Sicherheit meines schwer verdienten Geldes verlasse ich PayPal nach 10 Jahren. Und erzähle dies munter weiter ;)
[Update] Dazu passend ein Blogeintrag von Seth.
Beängstigend, gerade weil so wenige Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren das gezielt darauf gewartet wird das die Medien sich einem neuen Thema zuwenden. Treffend beschrieben von Telepolis in Fukushima, die Aufmerksamkeit und die Medien.
The experiences you create are the moments that define you.
http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2011/01/soles.html