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All my friends are dead
Es gibt diese Momente, da stehe ich wie angewurzelt mit offenem Mund mitten im Raum und stoße heisere, ungläubige Lacher aus. Wie zum Beispiel in dem Moment, als ich zum ersten Mal in diesem Buch hier blätterte.
Denn als Avery Monden und Jory John beschlossen hatten, All my friends are dead zu machen, mussten sie von Anfang an einen perfiden Plan verfolgt haben. Und der ging ungefähr so:
“Okay. Wie wär’s mit einem Buch, in denen Menschen, Tiere und Gegenstände in dem Moment abgebildet werden, als ihnen schmerzlich bewusst wird, dass sie der letzte ihrer Art sind? Ein kleines, nur auf den ersten Blick unscheinbares, aber auf den zweiten erbarmungslos deprimierendes und bitterböses Buch, das jeglichen Anflug von Hoffnung unter seinem Daumen der grenzenlosen Trostlosigkeit wie eine Fliege genüsslich zerquetscht. Seite für Seite wird nur gestorben, geflennt und kapituliert, ein Buch das eine Schar von Lesern hinterlässt, die entweder langsam und qualvoll an ihrer grenzenlosen Humor- und Engstirnigkeit erstickt oder sich einfach gleich totlacht.
Und dann machen wir Teil 2!”
Die Lacher, die einem dieses Buch entlockt, werden von Seite zu Seite schriller, denn die ursprüngliche Idee wird mit jedem neuen Charakter langsam ad absurdum geführt, ein Wortspiel jagt dabei das andere. Nicht weniger begeistert bin ich von den schlichten, comicartigen Illustrationen, die den Text erfreulich trocken pointieren und die Hilf-und Ausweglosigkeit der Figuren dadurch unfreiwillig komisch wirken lässt.
Für Freunde des makabren Humors, wird dieses gelungene Werk mehr sein, als nur ein dekoratives Coffeetablebook. Für mich ist All my friends are dead ein stetiger Begleiter geworden, den ich sogar in meiner Handtasche mit mir herumtrage, um mich immer wieder daran zu erinnern, wie gut es tut, über sich selbst zu lachen, statt in Selbstmitleid zu versinken.
Aber ganz besonders freut mich, dass es Verlage gibt, die Büchern wie diesem eine Chance geben, weil sie ihr Potential erkennen. Dafür, dass man auf den ersten Blick vermuten würde, All my friends are dead könne niemals den Geschmack der Massen treffen, hat das Buch übrigens eine durchaus respektable Menge an Menschen dazu gebracht, es zu feiern. Nachdem jemand auf Tumblr ein animiertes Gif mit den ersten zehn Seiten veröffentlicht hatte, wurde das Buch zum beliebtesten und am meisten ge-rebloggten Beitrag in Tumblrs Geschichte.
Tja, liebe Lektoren, so kann man sich manchmal täuschen. Aber Humor ist ja bekanntlich wenn man trotzdem lacht.
Mimzys Altersempfehlung: Ab 12 J.
Webseite von Jory John Webseite von Chronicle Books
All my friends are dead von Avery Monsen und Jory John Erschienen bei Chronicle Books ISBN: 0811874559
https://vine.co/AveryMonsen
#AveryMonsen #SneakDissin