Poster for 24 Hours, 1965, via MoMA

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Poster for 24 Hours, 1965, via MoMA
In lieblicher Bläue
[....]
Giebt auf Erden ein Maaß?
Es giebt keines. Nemlich
es hemmen der Donnergang nie die Welten des Schöpfers.
[...]
Möcht' ich ein Komet seyn?
Ich glaube. Denn sie haben Schnelligkeit der Vögel; sie blühen an Feuer,
und sind wie Kinder an Reinheit (d.i. Surrealität, Anm. FS).
Meta bolisch
Zum Geburtstag viel Glück! Zum Geburtstag viel Glück! Zum Geburtstag alles Gute! Zum Geburtstag viel Glück! Die Russen sagen: Da da!
Rechte wahrnehmen
Rechte wahrnehmen: das ist ästhetische Praxis. Recht besteht nicht allein aus Kommunikation. Die Ästhetik ist nicht nur Disziplin des Urteilens. Ästhetische Praxis ist die im Alltag geübte Kunst, bei der Teilung der Sinne passioniert und aktiv zu kooperieren: auch bei der Teilung ihres 'Tragens und Trachtens' zu kooperieren. In den letzten Jahren ist als Bilderstreit auch ein sog. Kampf um Sichtbarkeit bekannt und zur Agenda geworden, aber auch nicht darin erschöpft sich die ästhetische Praxis der Wahrnehmung von Rechten. Warburgs finale Arbeiten zum Recht entwickeln ästhetische Praxis nicht aus dem Urteilen heraus, sondern aus dem Kreditieren heraus. Sein Distanzschaffen gibt dem Ansehen-schaffen einen besonderen Sinn, nicht als Lieferung oder Dienstleistung, sondern als ein komplexes Kalkül, Verhältnisse auf wendige Weise durchschaubar zu entfalten. Auch Warburg kann nur ein Beispiel für ästhetische Praxis sein. Der Platz einer großen Referenz kann nur frei gehalten werden. Was die ästhetische Praxis wahrnehmbarer Rechte ist, muss noch einmal archäologisch wieder ermittelt und darüber hinaus entworfen werden.
Ästhetische Praxis lässt erscheinen, auch im Licht, auch im Schatten. Ästhetische Praxis lässt entfernen, sogar verschwinden (denn nichts verschwindet von selbst, alles nur durch Entfernung). Ästhetische Praxis misst in vollem Sinne (sie gibt Maße, sie zählt und macht, das etwas zählt, bis hin dazu, dass sie vermissen, also begehren lässt). Ästhetische Praxis schätzt und mustert: in ihrem Namen kann man fassen, was auch unter anderen Bezeichnungen, etwa Rhetorik, Poetik, ars, Kunst oder (Kultur-)Technik gefasst wird. Ästhetische Praxis fingiert, simuliert, dissimuliert, sie produziert Kontrafakturen, sie symbolisiert und imaginiert, lässt Worte und Bilder geben und nehmen, sie orientiert, lässt handeln und händeln. Ästhetische Praxis macht, was Censoren vor der sog. Enteignung der Wahrsager machten: Sie macht wahrnehmbar, ohne die Frage nach der Wahrheit zur Frage nach dem Gesetz machen.
Innerhalb der Frankfurter Schule entfaltet die Abteilung Benjamin, was ästhetische Praxis ist. Der bekannteste Vertreter der Abteilung Benjamin ist Benjamin - und für die ästhetische Praxis sind seine akademischen Schreiben auf spezielle Weise hilfreich. Ich fürchte sagen zu müssen, dass die Kritik der Gewalt mir nicht hilft (das Hilfreiche daran haben allerdings andere, das muss gesagt werden, hat vor allem Hamacher abgeschöpft). Benjamins Prosa, seine fulminant flatternden Zettel (die sog. geschichtsphilosophischen Thesen), seine Erzählungen, das traurige Tagebuch aus Moskau: das hilft mir, ästhetische Praxis zu entwickeln.
Dann, Schüler? Da denke ich, was Frankfurt betrifft, nur an die Abteilung Benjamin, also zuerst an Brock (biographisch gefördert) und an Alexander Kluge. An die Abteilung Nichtbenjamin zu denken, also etwa an Klaus Günther oder Fischer-Lescano, das fällt mir ehrlich gesagt schwer, vielleicht müsste mir mal jemand dabei helfen. Salopp gesagt: Im Sinn für Angemessenheit, ein Buch, an dem sich die Bezeichnung der Abteilung Nichtbenjamin entzündet hat, weil er erstaunlicherweise explizit nicht erwähnt wird, gibt esgar keine Bilder, nicht einmal Diagramme oder wenigstens Fotos, auch keine von Trachten, Kleidungen, Gesten und Architekturen. Der Sinn für Angemessenheit ist in Abteilung Nichtbenjamin der Sinn, der sich höher qualifiziert hat und nicht mehr soweit ins Sinnliche ragt, dass das zu berücksichtigen wäre. Und die Verteidigung einziger möglicher Wege, auf die sich Fischer-Lescano mit seiner Entwicklung des Einzigen und seiner Eigenkraft spezialisiert hat, kommt mir suspekt vor.
pathologisch vergöttern
Seinen Doktorvater soll man pathologisch vergöttern.
Entenhausen
1.
An Frankfurter Schulen wurde einmal kritisch und systematisch gestritten. Mit größter Empörung, in rasender Rage nahm ein Frankfurter daran teil und forderte, Luhmanns Diskurs zu analysieren.
Der Luhmann, der habe sich systematisch ins Grab gebracht, mit seiner Theorie. Die ganzen Versuche, nicht nur das Recht, sondern auch den Verwaltungsjuristen Luhmann kontrafaktisch zu stabilisieren, hätten den Luhmann tödliche Gefahren verdrängen und ignorieren lassen. Foucaultisiert Luhmann! Macht ihn nieder, damit er lebendig bleibt.
Die Gerüchte (das normative Material) um Luhmanns frühen Tod und seine Vermeidbarkeit, das mache doch klar, dass Luhmann mit seinem Rauschen nicht technisch und routiniert umgegangen wäre. Da war Foucault auch schon Tod, auch mit Gerüchten ( mit normativem Material) gestorben, aber der Frankfurter liess' nicht ab, den Tod abschaffen und rausschaffen zu wollen und alle tödlichen verdammten Schweinereien anzuklagen. Man lud ihn danach in die Bar, auf ein Bier, damit man etwas Hopfen in ihn stopfen und ruhig machen könnte. Ging so.
2.
Ein Frankfurter war noch Hamacher in seiner Trauerrede auf Cornelia Vismann, in der er der deutschen Universität eine Mitschuld am Tod Vismann gegeben hat, das war auch Hannah Arendt, als sie Adorno eine Mitschuld am Tod Walter Benjamins gegeben hat. Etwas besseres als die deutsche Universität und die 'Kritische Systemtheorie' treffen wir allemal außerhalb.
Sorry doesn't always make it right. Sorry never makes it right, only die Kunst der Gutmachtung, Vergütung, Veredelung, des Passenden und Passierenden macht richtig, weil und in dem sie ein- und ausrichtend ist, war und bleibt.
Ob das gut oder schlecht ist, ist die Frage. Sie wird durchgehend beantwortet und lässt weiter zwischen gut und schlecht unterscheiden, glücksweise, phasenweise, stellenweise und überhaupt mit so viel Weiseit und Visibilität und Effektivität wie möglich. Brock, der Tobende und Rasende, der Niedermacher wird nicht müde davon, je mehr er vermisst, desto mehr verfehlt er auch. Er selbst nennt das seine Selbstentdeutschung: niemand kann ihm die Enttäuschung abnehmen oder gar den Umstand, der Selbe zu bleiben. Wäre er Engländer, dann würde er es die Selbstentengung nennen. Bloß nicht genügsam bleiben, nicht, solange man lebt.