Lagos - eine kleine Stadt am Meer
Meine Portugalreise ging nach 2 Tagen in Faro weiter und trieb mich, der Küste Richtung Westen weiter folgend, nach Lagos. Lagos ist eine kleine, trotzdem recht aufgeregte, Stadt direkt am atlantischen Ozean. Sie bietet an der Bordsteinkante eine ganz Reihe wunderschöner Strände mit azurblauem Wasser und vor der Tür auch einige der feinsten Surfspots Europas. Am Abend wird die Innenstadt zudem zur Anlaufstelle für das feierwütige internationale Touristenpublikum. Hier folgt mein Bericht über die kleine Stadt am Meer.
Hinkommen: Wer auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, der hat für die Reise von Faro nach Lagos im Prinzip zwei Möglichkeiten: So gibt es einen regelmäßigen Bustransfer, außerdem verkehren mehrere Züge zwischen den beiden Städtchen. Beide Optionen dauern etwa 2,5 Stunden und sind mit 7,50€ ein wahrer Schnapper.
Unterkommen: Lagos ist voll mit verschiedensten Hotels und Hostels aller denkbaren Kategorien. Lagos ist allerdings ebenfalls voll mit verschiedensten Touristen der Kategorie „Partyurlaub“. Insbesondere im Sommer bietet es sich daher an, im Voraus zu buchen. Kurzfristig - und darüber habe ich andere Reisenden klagen hören - ist oft kein einziges Bett mehr verfügbar. Ich habe mein Bett in Lagos ausreichend früh gebucht und mich für die Taghostel entschieden. Diese Entscheidung war ein guter Beweis für ein glückliches Händchen, denn die Taghostel ist vermutlich einer der besten Herbergen gewesen, in denen ich jemals in meinem Leben unterkommen durfte (und das waren einige).
Die Taghostel liegt direkt am zentralsten Platz von Lagos Stadtkern gelegen und ist trotzdem ausgesprochen ruhig. Das liegt nicht zu letzt daran, dass in der Taghostel um 24 Uhr die Schotten dicht gemacht werden. Freundlich aber bestimmt weist die sehr bemühte und gleichsam freundliche Herbergsmutter Felipa darauf hin, dass ihre mit Herz geführte Unterkunft keine „Partyhostel“ sei - persönlich hab ich das sehr gefeiert. Die Taghostel ist vor allem einmal sauber, sehr geschmackvoll eingerichtet, mit einer kleinen Küche ausgestattet und sie verfügt über eine wunderschöne Dachterasse mit Meerblick (ich möchte eine solche Dachterrasse mein Eigen nennen). Jeden Sonntag wird zudem ein Family-Dinner abgehalten zudem jeder seinen persönlichen Signature-Dish beisteuert. Das gemeinsame Essen mit all den tollen Kreationen war sicherlich eines der Highlights in Lagos. Daneben habe ich hier auch zwei sehr nette Hamburgerinnen kennen lernen dürfen, welche die Atmosphäre noch eine Spur besser machten.
Nichts anderes gewohnt, besteht das Frühstück aus Brot, Wurst und Käse, dazu Milch, Osaft und Müsli sowie grauenhaftem Kaffee aus einer überaus lauten SB-Maschine. Felipa ist ziemlich laid-back und kommt mit dem Auffüllen des „Büffets“ nicht immer hinterher, es sei ihr ob des netten Lachens tausendfach vergeben. Es gibt von mir 4,5 von 5 möglichen Aalpunkten für Unterkünfte, einzig und allein aus dem Grund, weil nach oben immer noch was gehen muss.
Rumkommen: Lagos ist klein und daher gut zu Fuß abzuklappern. Der schönste Strand in Lagos ist für mich Camilo. Hier führt es einige Treppen hinunter in eine schöne Bucht mitsamt Durchstieg durch die Felswand. Man hat einen wunderschönen Blick auf das Wasser, die Felsformationen und Lagos. Außerdem ist es von hier nicht mehr weit zum Ponte da Piedade mit seinen Grotten und dem kleinen Leuchtturm.
Die Innenstadt von Lagos hat man binnen 5 Minuten durchlaufen und 15 Minuten umrundet. Hier ist man also auch per Pedes am besten unterwegs.
Wer gerne Surfen möchte wird direkt in Lagos allerdings nicht glücklich. Die besten Wellen brechen die Küste hoch Richtung Sagres. Um hierher zu kommen, kann man entweder auf den Bus (etwa 1 Stunde Fahrtzeit bei etwa 3,50€) setzen und vor Ort Brett und Wetsuit ausleihen oder sich bei einem der Surfshops ein Rent&Ride für 40€ gönnen. Letzteres ist der allinclusive-Service der ein Ansteuern der täglich besten Spots garantiert!
Ich habe beide Möglichkeiten ausprobiert und fuhr einmal mit Jah-Shaka nach Aljezur, wo es unglaublich tolle Wellen gab, um dann zwei Tage später den Praia do Beliche in Sagres per Hitchhike (an dieser Stelle tausend Dank an dich, Mendoza!) zu versuchen. Am letzten Spot brechen die Wellen ziemlich unregelmäßig, dafür aber recht nah und heftig am Strand, der Spot ist damit ziemlich herausfordern und man muss etwas Geduld mitbringen.
Do´s: Lagos ist tagsüber ziemlich entspannt und es ist herrlich sich einfach in den kleinen Gassen der Stadt zu verlieren, die tollen Street-Arts zu bestaunen und etwas durch die Surfshops zu tingeln. Daneben bietet Lagos eine intakte mittelalterliche Stadtmauer, ein kleines Fort und einen niedlichen Fischerhafen, die gleichermaßen einen Besuch wert sind. Außerdem lohnt sich der etwa 5 Kilometer lange Fußweg entlang Westen, um die schönsten Strände auszuhecken und einfach überall einmal am Strand zu liegen und die Füße ins Wasser zu halten (das ist übrigens tierisch kalt).
Daneben wird in Lagos viel gesurft und mit dem Jah-Shaka-Surf-Shop hat meinen einen guten Anbieter für ein Surf&Ride (40€ all in).
Was das kulinarische angeht, gibt es in Lagos einige Möglichkeiten unter anderem viele der üblichen Touristenabzocke. Auf den Lonely Planet vertrauend haben wir uns am letzten Abend für das A Forja entschieden. Der Laden ist wirklich urig und wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen besucht. Die Küche ist nicht schlecht, trotzdem aber etwas simpel. Von den vegetarischen Optionen (eigentlich nur Omelette) sei an dieser Stelle ausdrücklich abgeraten.
Don´ts: Die Spots aufsuchen ohne vorher die Swell-Vorhersagen zu prüfen. Die Wellen haben es hier wirklich in sich und auch die Strömungen sind nicht zu unterschätzen. So hat sich der berühmte Spot „Praia do Tonel“ bei meinem Besuch als völlig unsurfbar erwiesen. Der Wellengang war derart heftig, als das selbst einheimische Profis keinen Fuß ins Wasser setzten.
Ich habe Lagos nur mit schwerem Herzen verlassen und weiss, dass ich nicht das letzte mal hier gewesen bin. Das nächste mal würde ich allerdings direkt eine Unterkunft in einem der Surfcamps buchen, um näher an den Wellen zu sein und sich den täglichen Transfer zu ersparen.











