Das Spiel mit der Hoffnung
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Spielmechanismen: Elf essenzielle Belohnungsregeln
19.01.11 Das Belohnungs-Prinzip kennt jeder Mensch schon seit frühester Kindheit: Führt man eine bestimmte Aktion durch (eventuell in einer festgelegten Anzahl), erhält man eine Belohnung. Dieses Prinzip ist auch im Erwachsenenalter noch durchaus attraktiv. Die Belohnung hierbei kann virtuell (digitale Abzeichen zur Status-Aufwertung) oder physisch (verbilligte Güter) sein. Das entscheidende ist die Definition: Alles was zuvor als Belohnung definiert wurde, kann auch als solche dienen. Auch Location Based Services wie Foursquare und Groupon funktionieren exakt nach diesem Prinzip.
Das Leistungs-Prinzip Eine virtuelle oder auch physische Darstellung von dem was erreicht wurde beziehungsweise einer Leistung. Spieler sehen diese als Belohnung für sich selbst an.
Beispiele: Eine Abzeichen, ein Level, eine Belohnung, Punkte.
Foursquare zeigt gewünschte Geschäfte oder Freunde in der Nähe des eigenen Aufenthaltsorts an. (Bild: foursque)
Der fixe Anteils-Belohnungs-Zeitplan Belohnungen werden nach einer festgelegten Anzahl von Aktionen vergeben. Führt zu Anfang der Aufgabe zu periodischen Tiefpunkten in der Spielerbindung, erreicht aber diesbezüglich gegen Ende Höchstwerte.
Beispiel: Besuche fünf Orte und erhalte dafür ein Abzeichen.
Gratis-Mittagessen Der Spieler hat den Eindruck, etwas gratis zu bekommen aufgrund der Arbeit eines Anderen. Kritisch: Das Spiel darf nicht als Arbeit wahrgenommen werden, da sonst der Vertrauensverlust der Spieler in das System droht. Das Gefühl, Glück gehabt zu haben, ist hier entscheidend.
Beispiel: Groupon: Wenn 100 andere Personen auf den Deal eingehen wird das Angebot für mich günstig.
Das Spaß-Prinzip Eine Aktion, die Spaß macht, kann jederzeit wiederholt werden. Allgemein handelt es sich hierbei meist um einfache Aktionen. Oft gibt es Begrenzungen des Gesamtlevels des Unterhaltungsprinzips.
Beispiel: Check-in überall, Begrenzung: Eine Person kann nur an einer bestimmten Anzahl von Orten gleichzeitig einchecken.
Das Loyalitäts-Prinzip Anhaltendes, positives Gefühl der Verbundenheit zu etwas, bis hin zum Besitzgefühl. Oft verstärkt durch eine visuelle Repräsentation.
Beispiel: Einen gewissen Status in reellen Plätzen erlangen (Mayorship); an der Wand der beliebtesten Kunden stehen.
Das Mikro-Highscore-Prinzip Die Rangordnung von Personen innerhalb eines kleinen Umfelds. Geeignet für kleinere Wettkämpfe zur Steigerung der Loyalität.
Beispiel: Mit der höchsten Punktzahl der Woche erhältst du die Vorspeise in Joes Bar gratis.
Das Stolz-Prinzip Das Gefühl von Eigentum oder Freude über eine Errungenschaft.
Beispiel: Zehn Abzeichen, die ich mir verdient habe und die mir gehören.
Das Physische-Güter-Prinzip Reale Güter von echtem Wert können auf einer lang anhaltenden Basis von jedermann gewonnen werden, solange die Spieler einige Eigenschaften erfüllen. Die Eigenschaften variieren von Spieler zu Spieler.
Beispiel: Deals nach Höchstpunktzahl, Mayor Deals.
Das Prinzip virtueller Gegenstände Digitale Preise, Belohnungen, gefundene Objekte oder dem Gegner während des Spiels abgenommene Objekte. Können oft getauscht oder verschenkt werden.
Beispiel: Objekte von Gowalla, Abzeichen oder Geschenke auf Facebook.
Das Lotterie-Prinzip Der Gewinner wird ausschließlich nach dem Glücksprinzip bestimmt. Dies erzeugt enorm viel Spannung und Vorfreude. Fairness in diesem Rahmen wird oft argwöhnisch betrachtet. Lotterie-Gewinner werden auf unbegrenzte Zeit mit dem Spielen fortfahren. Die Verlierer hingegen werden dem Spiel (trotz der willkürlichen Einteilung in diese zwei Gruppen) schnell den Rücken kehren.
Beispiel: Glücksspiel, Rubbellose.
Das Hütchenspiel-Prinzip Der Spieler erhält die Illusion, die freie Wahl zu haben, steht aber wirklich unter der Führung des Spielleiters. Dieser dirigiert die Situation zu dem von ihm gewünschten Ausgang des Spiels.
Beispiel: 3 Card Monty, Lotterien, Glücksspiel.
Der Location Based Service Foursquare wurde 2009 in Texas gelauncht und verfügt mittlerweile über fünf Millionen Nutzer weltweit. Laut dem Online-Beratungsdienst Webevangelisten soll der Check-in-Service bis Juli 2010 bereits 20.000 Nutzer in Deutschland erreicht haben.
Der Location Based Service Groupon , arbeitet mit dem Grundkonzept des Gruppenkaufs verbunden mit hohen Preisnachlässen. Der Service ist weltweit schon in 29 Ländern und über 150 Städte vertreten. Mit dem Kauf der deutschen Seite CityDeal.de gelangte er im Mai 2010 auch nach Europa. Der Wert des Unternehmens wird in Wall-Street-Kreisen mittlerweile auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt. Dies berichtet der Online-Informationsdienst Netzwertig . Zum Vergleich: Vor neun Monaten waren es noch 1,2 Milliarden. (sb)
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