Benehmensanweisungen der Reisenden.
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Benehmensanweisungen der Reisenden.
So lange noch Schilder hängen...
Verhaltensanweisungen in Form von Schildern mit Symbolen oder Texten beruhigen mich. Gewöhnlich bedeutet ihr Vorhandensein, dass der panoptischen oder fortgeschritteneren Bewachung nicht völlig vertraut wird. Dass trotz angestrengter Reinigungsarbeit an den Gehirnen (samt deren externen Prothesen) das Implantat des kollektiven Normativs noch nicht hinreichend komplett ist. Immer dann, wenn sich Disziplinierung und Kontrolle genügend hergestellt wähnen, verschwinden diese netten, kleinen Spuren autoritärer Unsicherheit.Ich habe kein Bild von Guantanamo in Erinnerung, wo auf einem der Käfigzäune ein Regelwerk plakatiert zu sehen wäre. Wozu auch.
Meine Wertschätzung haben sie, die allgemein sichtbaren Hinweise zum guten Benimm. Wenn keine mehr nötig snd, ist der letzte Rest an kostbarer Unwägbarkeit dahin. Selbst das abstruseste Schild ist nicht annähernd so verstörend, wie die zunehmend sichtbaren Versuche, das Normativ vorauseilend zu übertreffen.
H.B.
unbefugter schilderunfug
Ich würde gerne auf das vielbenutzte "Unbefugten ist der Zutritt verboten" aufmerksam machen. Ich sehe darin eine merkwürdige Verdopplung, die von uns ungesehen an jeder Baustelle klebt. Ist nicht schon in der Definition eines "Unbefugten" geregelt, dass er keinen Zutritt gestattet bekommt? So gesehen klingt die Floskel wie eine einfach Worterklärung, was denn nun ein Unbefugter ist.
Die Herbergsmütter haben auf ihrer Facebook-Seite unseren #benimmdich-Aufruf geteilt und sich auch Gedanken gemacht:
#benimmdich Kulturfritzen und die Musiktheatertage Wien suchen Stoff für "eine Art Oper unseres geregelten und administrierten Lebens". Mir fallen diese Gebote und Verbote sowieso ständig auf. Zumal ich den Eindruck habe, dass sie immer weniger beachtet werden, je mehr sie sich häufen. Fühlt man sich einfach irgendwann nicht mehr angesprochen? Stumpft man ab?
Uns interessiert: Wie seht ihr das?
Das Kleingedruckte aus einem Reiseprospekt zu einer Wander-Reise:
“Sie sollten Abenteuergeist mitbringen, verbunden mit der Bereitschaft auf Komfort zu verzichten und ggf. Toleranz und Geduld zu üben”
Schöne Sprache
Als ich neulich spazieren ging, begegnete mir ein junger Mann, ein Kleinkind im Kinderwagen schiebend. Der Mann war Baseballbecapt und sah aus, als könne er jeden Moment locker mit einem Gangsterrap loslegen. Das Kind quengelte "Ich will raus!". Der Mann antwortete nur ganz ruhig: "Das heißt: Ich möchte bitte raus." Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass mein eigenes Klischeebild im Kopf auf denselben gestellt wurde und dass der Vater seinem Kind freundlich eine höfliche Ausdrucksweise beibringt.
GEGENSTÄNDE FESTHALTEN
ACHTUNG BAHNSTEIG ZWEI ZUG FÄHRT DURCH HALTEN SIE BITTE IHRE GEGENSTÄNDE FEST ------