„Ich brauche Freiheit, viel Freiheit...“ Zum 90. Geburtstag unserer Autorin Ingeborg Bachmann.
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„Ich brauche Freiheit, viel Freiheit...“ Zum 90. Geburtstag unserer Autorin Ingeborg Bachmann.
Rekalibrierung
Während ich darauf warte dass Yosemite sich herunterlädt - sind ja nur 5 Gigabyte, oh, nun - nutze ich die Zeit für einen kleinen persönlichen Blogeintrag. (Verdammt, ich hab bei Wordpress immer noch die Option mit der App eingestellt, muss ich die Tage mal wieder rausnehmen, ist ja nett, aber nervig.) Außerdem hab ich eh momentan einen Krankenschein wegen Virus-Bauch-Gedönse...
Die Kombination Halbtagsjob und Projektbetreuung Social Media hat - das ist das Positive an der Zwischenepisode erstmal - ja durchaus funktioniert. Was nicht geklappt hat war der Halbtagsjob. Und das hat mich dann doch mehr beschäftigt als ich dachte. Wobei: Im Endeffekt war das vielleicht zu viel auf einmal an Anforderungen.
Nicht ein Job sondern drei...
Sagen wir so: Aktives Zuhören auf der einen Seite, dabei gleichzeitig mit Software umgehen und dann auch noch das Umsetzen was man in der - meines Erachtens nach viel zu kurzen - Softwareschulung gelernt hat - das war nicht EIN Job. Das waren gleich DREI. (Und dann noch Effizienz im Nacken sitzen habend - hmm.)
Was Spaß gemacht hat: Der Umgang mit den Kunden am Telefon. Auch wenn die nicht immer pflegeleicht waren oder man teilweise raten musste was die wollten. Hier habe ich festgestellt - was aber nichts Neues ist: Ich kann gut zuhören und ich kann Menschen zu einer Lösung führen. Vermutlich kann ich das allerdings zu gut. Jedenfalls für die Anforderungen an die Effizienz und die Qualität. Wie immer die auch waren. (Leider habe ich nie richtig mitbekommen, WAS GENAU jetzt falsch gelaufen ist. Ist ja nicht so, dass ich bei anderen Projekten nicht auch ab und an mal daneben liege, aber dann fragt man wenigstens höflich nach und versucht zu klären woran es gelegen hat.)
Verständnisprobleme bei der Software
Was erstaunlicherweise ungeheuer gedauert hat war die Einarbeitung in die Software - da hätte ich eigentlich gedacht schneller zu sein was das betrifft. Allerdings hätte man vermutlich dafür komplett einen Monat gebraucht um nahtlos alles zu verstehen was da vor sich ging. Und nein, alles hab ich echt nicht verstanden. Vielleicht bin ich nicht mehr jung und dynamisch genug um alles sofort auf die Kette zu kriegen. Und: Ich muss Dinge ausprobieren können um sie zu verstehen. Ich muss experimentieren. Ich muss dann auch in die Tiefe gehen können um zu verstehen warum was NICHT funktioniert. Was leider nicht so ganz möglich war. Support gab es jedoch.
Immerhin: Mal so ein richtiges papierloses Arbeiten mitzubekommen mit wechselnden Arbeitsplätzen - immerhin. Es ist allerdings nicht mein Arbeitsstil habe ich festgestellt. Es ist immer noch schneller Dinge nachschlagen zu können auf dem Papier als wenn man im Eifer des Gefechts mit dem Kunden noch das x-te Fenster für die Anmerkungen suchen muss - und dann klappen die Fenster natürlich nie in der Reihenfolge auf, in der man DACHTE dass sie da gewesen wären.
Bin ich zu unflexibel?
DAS hab ich mich wirklich gefragt. Aber seltsamerweise haben mir die Schichtzeiten nichts ausgemacht - egal ob früh oder spät - und ich hab mich auch immer an den Dienstweg gehalten. Ich hab ja gemutmasst, nach der etwas längeren Zeit als "Freier" würde das Eingliedern in einen großen Betrieb mir schwerer fallen - aber wenn ich daran denke, dass ich auch bei Projekten immer im Team arbeite ... nein, daran lag es nicht.
Letzten Endes kann ich auch nicht genau sagen warum es nicht funktioniert hat, weil das Ende mit Schrecken kam - und DAS war ziemlich unfein, ihr Lieben und hat mich halt runtergezogen. Zusätzlich zu dem Gefühl sich abgestrampelt zu haben und zu versucht haben was Neues aufzubauen - und was einem auch noch Spaß macht, meine Güte!, anspruchsvoll bin ich natürlich auch noch - mit netten Kollegen und guter Atmosphäre - und dann auf einmal den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen zu haben ... nicht nett. Gar - nicht - nett.
Und nun?
Gute Frage. Mein spezielles Problem ist: Für das, was ich eigentlich gerne mache - Social Media - bin ich schon "zu alt" für eine Agentur. Oder ähnliches. Das ist immer wohl das Los derjenigen, die sich aufmachen neue Ufer zu entdecken oder neue Berufszweige: Wenn man da nichts Offizielles studiert hat in Deutschland oder was vorweisen kann auf dem Papier - dann ist die ganze Erfahrung, die man gesammelt hat - und nichts Anderes kann man ja erstmal haben wenn etwas Neu ist, tut mir leid, ich hab mich halt nicht für den Onlineredakteur entschieden damals sondern für die andere Richtung - für bestimmte Wege halt nicht mehr mach- und gangbar.
In meinen alten Beruf zurückkehren? Vergesst es. Gerade hat die Stadt Duisburg angedroht einige Zweigstellen der Bibliothek zu schließen und es sieht ja nicht gerade besser aus in Gesamtdeutschland. Fachkräftemangel? Welcher Fachkräftemangel? (In zwanzig Jahren werden wir uns eher fragen: Bildungsmangel? Warum denn das?)
Aber drehen wir das Ganze doch mal um:
Was ich mir wünsche?
Auf jeden Fall eine Kombination wie sie in den letzten Monaten funktioniert hat: Sicherheit auf der einen Seite, genügen Freiraum auf der anderen. Dass das Ganze klappt ist ja eine gute Erkenntnis. Was nett wäre: Eine Stelle im Büro oder etwas bei dem ich die Kernkompetenz des Beratens ausspielen könnte. Eventuell noch mal die Möglichkeit eines Fernstudiums angehen nebenbei. C-Schein auf jeden Fall, da hab ich leider eine Runde verpasst wegen des Gebassels, der läuft aber nicht weg.
In der nächsten Zeit werde ich mich - wenn ich wieder auf dem Damm bin - mich bei einigen Veranstaltungen sehen lassen, mich wieder mehr im Workcafe für Duisburg engagieren und die Augen und Ohren offenhalten. Und auf jeden Fall es nicht dazu kommen lassen, meine sozialen Kontakte zu vernachlässigen. Hab ich bei XING eigentlich schon "bin wieder zu haben" eingestellt?