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10. April ist Tag der Geschwister - Weingüter in Geschwisterhänden
Heute, am 10. April, wird weltweit der Tag der Geschwister gefeiert, der 1998 von der Amerikanerin Claudia A. Evert in Andenken an ihre verstorbene Schwester ins Leben gerufen wurde. Er soll dazu dienen, die besondere Bindung zwischen Geschwistern zu würdigen. Die meisten Weingüter sind traditionelle Familienunternehmen, deren Leitung von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Anlässlich des Geschwistertages wollen wir heute drei Weingüter vorstellen, in denen nicht nur ein Jungwinzer in die Fußstapfen der Eltern getreten ist, sondern die Geschäfte des Familienbetriebs in Geschwisterhände gelegt wurde. Weingut Bischel, Weingut Braunewell und Weingut Baldauf zeigen, wie erfolgreich die Zusammenarbeit unter Geschwistern seien kann.
Weingut Bischel
In Appenheim, einem kleinen idyllischen Dorf zwischen Bingen und Mainz, liegt das Weingut Bischel, das von Christian und Matthias Runkel geführt wird. Die Leidenschaft für den Weinbau wurde den Brüdern schon in die Wiege gelegt. Auf dem nach dem Großvater benannten Familienweingut wird bereits seit fünf Generation Wein angebaut. Bis vor wenigen Jahren war das Weingut noch unter dem Namen Sonnenhof ein ziemlich unbekannter Betrieb. Nach dem Weinbau-Studium an der renommierten Hochschule Geisenheim und diversen Praktika im In- und Ausland, gelang des den beiden Brüdern mit der Unterstützung ihrer Eltern das Potenzial des Familienbetriebs voll zu nutzen und das Weingut zu einem der interessantesten Aufsteiger Rheinhessens zu machen.
Christian und Matthias Runkel sind ganz verschiedene Typen und ergänzen sich perfekt. Christian Runkel ist eher still und introvertiert und fühlt sich vor allem in den Weinbergen zu Hause. Matthias Runkel setzt hingegen seine offene und kommunikative Art vor allem gerne im Verkauf der Bischel Weine ein. Das Ziel der Brüder „ist es nicht, Reichtümer anzuhäufen, sondern mit Spaß an der Arbeit gute Weine zu produzieren, an denen Menschen Gefallen finden.“ (Matthias Runkel). Und hinter diesen Worten stecken auch Taten, denn Christian und Matthias Runkel vinifizieren nur Weine, die ihnen auch selbst Spaß machen und für ihre Herkunft stehen.
Weingut Braunewell
Viele Köche verderben den Brei - so sagt man - beim Weingut Braunewell aus Essenheim ist dies jedoch nicht der Fall. Drei Generationen kümmern sich derzeit um den rheinhessischen Familienbetrieb, der bereits seit 350 Jahren besteht. Die jüngste Generation hat mittlerweile die Verantwortung über die 21 Hektar Rebfläche übernommen. Christian und Stefan Braunewell kehrten nach ihrem Studium in Geisenheim, verschiedenen Praktika und Auslandserfahrungen schließlich zurück in die Heimat.
Stefan trägt in erster Linie die Verantwortung für die Leitung des Betriebs und den Verkauf, sein Bruder Christian ist für die Weinberge zuständig. Gemeinsam kümmern sie sich um die Arbeit im Keller. Für Beide war schon immer klar - das Weingut Braunewell ist Familiensache. Nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Generationen, sondern auch unter den Brüdern klappt hervorragend. Beweis hierfür sind unter anderem die ausgezeichneten, terroirspezifischen und langlebigen Weine des Weinguts, wie zum Beispiel der Essenheim Riesling Kalkstein trocken 2014.
Bei allen Prozessen wird im Weingut Braunewell nach dem Motto: “Heute so arbeiten, dass die nächsten Generationen noch alle Möglichkeiten haben!” gearbeitet. Denn Nachhaltigkeit liegt der Winzerfamilie ebenso am Herzen, wie ein generationsübergreifendes Zusammenarbeiten.
Weingut Baldauf
Gerald und Ralf Baldauf führen seit 1991 das Weingut Baldauf in Ramsthal im fränkischen Saaletal. Grundstein des Weinguts legte ihr Vater Karl-Heinz Baldauf 1966 mit einer Anbaufläche von 0,4 Hektar. Mittlerweile verwaltet der Betrieb 48 Hektar Rebfläche und kann eine hauseigene Vinothek sowie ein Weinbistro ihr Eigen nennen. Bevor die Brüder Gerald und Ralf Baldauf in die Fußstapfen ihres Vaters treten konnten, absolvierten sie zuerst eine Winzerausbildung und anschließend ein Studium zum Weinbautechniker in Veitshöchheim. Die Basis ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit ist das gemeinsame Ziel, Weine ins Glas zu bringen, die von ihrer Herkunft erzählen und im Einklang mit der sie umgebenden Natur entstanden sind.
Besonders stolz sind die Franken auf ihre “Clees” Weine. Diese Bezeichnung erhalten nur die besten Weine eines Jahrgangs - Spitzenweine, die sich durch ein besonderes Geschmackserlebnis und höchste Qualität auszeichnen. Der Grauburgunder Spätlese trocken 2014 überzeugt zum Beispiel durch seine tolle Kombination von Birne und Honigmelone und einen langen Nachhall. Alle Weine der Clees-Linie werden in typisch fränkischen Bocksbeutel-Flaschen abgefüllt.