Hip Hop – die Stadtteil-Szene? (Teil 17 mit Spot/CityGhosts)
Nimmt man Graffiti zum ersten Mal bewusst wahr, findet das meistens im eigenen Viertel bzw. der unmittelbaren Umgebung statt. Wie hat sich dieses erste Entdecken angefühlt? Wie hast du deinen Wohn-/Lebensraum von da an wahrgenommen? Fühlst du dich deiner Stadt/deinem Stadtteil durch Graffiti stärker verbunden?
Dieses erste Entdecken war für mich & meine Beschäftigung mit der Sprühdose ausschlaggebend! Als ich noch zur Schule ging, fiel mir irgendwann ein Graffiti von der GBF Crew auf - ein Piece mit Wüstenlandschaft, Palmen und Wolken als Fill-In. Ich war fasziniert davon, wie sich junge Menschen ohne kommerzielle Interessen, autonom und ohne Genehmigung eine Wand aussuchen und mit individuellen Motiven versehen. Ich war der Meinung, dass diese Unbekannten mein unmittelbares Umfeld interessanter gemacht hatten, war mir diese Wand vorher doch nie aufgefallen. In den folgenden Wochen betrachtete ich mein Stadtteil mit anderen Augen. Plötzlich entdeckte ich überall kleine und große Zeichen an der Wand, die voll von verschiedenen Farben und rätselhaften Formen waren. Schließlich wollte ich es den Unbekannten gleich tun und meine eigenen Formen entwickeln. Dabei sind nach Jahren der Beschäftigung mit dem Thema die sog. "CityGhosts" entstanden, die vornehmlich auf unbeachteten, versteckten Malgründen der Stadt zu finden sind. Dort wo sie von denjenigen entdeckt werden, die offenen für Neues und jung im Herz (geblieben) sind - so wie ich es damals als Schuljunge war.
Vielen Dank für das Interview.
Mehr von Spot / CityGhosts gibt es hier:
https://www.facebook.com/cool.ghosts