Der Fledermausmann
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Kish will anderen Blinden dasselbe Mass an Selbständigkeit und Mobilität vermitteln, das er sich in den vergangenen Jahrzehnten angeeignet hat. Er bewegt sich so gewandt wie ein Sehender durch jede Stadt, wandert in den Bergen und fährt sogar Mountainbike im offenen Gelände. Das wichtigste Werkzeug dabei ist seine Zunge: Sie ist Ortungshilfe und Augenersatz. Kish hat die Kunst des Echolots so verfeinert, dass er gemeinhin nur noch als «Batman» bezeichnet wird, als Fledermausmann. Das befreiende Schnalzen entdeckte Kish selber, nachdem er als Zweijähriger in der Netzhaut erblindet war. Er hatte Tumoren in der Netzhaut. Die Eltern des Kaliforniers ermutigten ihn dennoch von Anfang an, seine Umwelt selbständig zu erkunden. «Sie wussten, dass sie nichts über Blindheit wussten. Deswegen liessen sie mich den Lehrer spielen. Dafür bin ich ihnen heute noch dankbar», erinnert sich Kish an seine Kindheit und Jugend. Er studierte Entwicklungspsychologie und Sondererziehung an der California State University in Los Angeles. Seine Magisterarbeit mit dem etwas salbungsvollen Titel «Wenn Finsternis den Weg erleuchtet» war der erste Schritt zur Karriere als hauptberuflicher Experte für Mobilität, die sich um die Echolot-Methode dreht. Vor acht Jahren gründete Kish die gemeinnützige Stiftung «World Access for the Blind», die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Blinde aus der Abhängigkeit und Unmündigkeit zu befreien.
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