"Ziel von Postkarten ist es zumeist nicht, zu provozieren, sondern Erwartungen zu erfüllen und erwünschte Bilder zu zeigen. Der Fotografiehistoriker Jens Jäger betonte, «dass viele Postkartenmotive auf jeden Fall an gängigen Geschmacksmustern orientiert sind, sie also oftmals zeigen, was einem breiteren gesellschaftlichen Konsens entsprach». Stadt-Postkarten zeigen daher meistens akzeptierte Darstellungsweisen einer Stadt. Dadurch ermöglichen sie Historikerinnen und Historikern, genau solche zu eruieren. Es ist auf diese Weise möglich, die Selbstdarstellung der Bildungsbürger einem in Postkarten sichtbaren «Massengeschmack» gegenüberzustellen."
Laura Fasol: Stadtgestalt und Stadtgesellschaft. Identitätskonstruktionen in Winterthur, Luzern und Bern um 1900. Zürich: Chronos Verlag, 2020. S. 59. DOI: 10.33057/chronos.1565















