Wenn der Kopf dicht macht.
Mir war schon immer bewusst, dass ich mir mehr auflade, als ich tragen kann und dass es mir irgendwann zum Verhängnis wird, aber dass ich mit meinen 20 Jahren bemerken muss, dass ich nicht mehr kann, war dann doch zu viel.
Wahrscheinlich versucht nicht jeder sein Fachabitur, einen Nebenjob, ein Praktikum und eigene Workshops unter einen Hut zu bringen, jedoch war dies zum Ende letzten Jahres mein Plan.
Doch wenn man so vieles gleichzeitig anfängt und dann noch versucht allem gleich viel Gewicht zu geben, verliert etwas immer an Wert und man gerät ins Schwanken.
Dies hat zur Folge, dass man dann irgendwann alles nach und nach vernachlässigt um wieder irgendwie ins Gleichgewicht zu gelangen und gibt unwichtigen Dingen mehr Priorität als notwendig.
Ich hang zu dem Zeitpunkt sowieso schon in der Schule hinterher, da ich krankheitsbedingt oft gefehlt habe.
Jedoch wurde es durch das Nacharbeiten nie besser.
Im Nebenjob lief es auch nicht besonders gut, da ich Probleme hatte mir Arbeitsschritte zu merken.
Mein Kopf war einfach schon zu überfüllt mit Informationen so dass ich keine weiteren aufnehmen konnte.
Mir war natürlich bewusst, dass ich auch einfach den Nebenjob schmeißen konnte und mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren könnte, jedoch war es mir wichtig meinen Eltern meine finanziellen Ausgaben abzunehmen und für meine Einkäufe selbstverantwortlich zu sein.
Vieles lief daraufhin aus dem Ruder und ich konnte mich irgendwann auf nichts mehr konzentrieren, ich lies das einzige was mir wirklich Freude bereitete, die Workshops, komplett liegen, da dafür kein Platz war.
Ich musste arbeiten und ich musste Geld verdienen.
Denn wenn man einmal was hat, will man auch nicht darauf verzichten.
Aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich mich gegen die Schule entschieden habe, weil ich verunsichert war.
Ich wusste nicht wie ich aus meinen Problemen heraus finden soll und wollte niemanden um Hilfe bitten und auch niemanden enttäuschen.
Also entschied ich still und heimlich mich von der Schule abzumelden und Teilzeit zu arbeiten.
Die restliche freie Zeit nutze ich um an meinen Workshops zu basteln.
Natürlich geriet auch ich in ein Down nach einem kurzen Höhenflug, da ich eine rießige Verpflichtung aufgab, aber das wichtigste war, dass auch ich es wieder da raus geschafft habe.
Der Weg war alles andere als leicht.
Ich habe mich Wochenlang verkrochen und war tot unglücklich, aber irgendwann, wenn man einfach anfängt zu machen, wird man wieder vorwärts gehen und lässt negatives hinter sich.
Mittlerweile hat mein Praktikum gestartet.
Ich habe ein paar Workshops gegeben.
Und ich bin größtenteils glücklich.
Auch aus dem Nebenjob, den ich weiterhin mache, habe ich meine positiven Schlüsse ziehen können.
Ich bin selbstbewusster geworden und wenn man aufhört alles Schwarz zu sehen, fängt man an Lebenslust zu verspüren.
Natürlich ist mein Leben nicht leichter geworden und natürlich habe ich nicht viel aufgegeben, aber manchmal reicht es auch schon, wenn man eine Baustelle aus dem Leben fürs Erste streicht.
Ich freue mich auf das neue Schuljahr und die Veränderungen die auf mich zu kommen werden.
Veränderungen sind gut und wichtig, denn nur an ihnen wachsen wir.
Mir ist auch bewusst, dass ich wieder einen großen Punkt vernachlässigen muss um nicht wieder in den selben Trott zu gelangen, aber ich möchte das Kapitel Schule beenden und dies geht nur, wenn ich mein Ziel erreicht habe, denn Aufgeben ist nicht immer die beste Lösung.
Auch nicht, wenn es für einen Moment gut tut.
- katia <3











