Einsamkeit und das große Ganze
Habt ihr schon mal das Gefühl verspürt, dass ihr euch „grundlos“ einsam gefühlt habt?
Dass ihr eigentlich wisst, dass es Menschen gibt, die euch lieben und alles für euch tun würden?
Dass ihr diesen Menschen nur eine kurze Nachricht schreiben braucht und sie wären da?
Und ihr euch TROTZDEM einsam fühlt?
Ich habe in meiner letzten Therapiestunde lernen dürfen, dass diese Einsamkeit nicht daher kommt, dass ich physisch einsam bin.
Denn ich müsste nicht einsam sein. Ich könnte Gesellschaft haben.
Ich suche es mir unterbewusst und auf eine verquirlte Art und Weise doch bewusst aus.
Ich distanziere mich von Menschen aus dem Glaubenssatz heraus, dass ich es gar nicht Wert bin.
Ich bin es nicht Wert, dass Menschen mit MIR Zeit verbringen möchten.
Ich bin es nicht Wert, dass Menschen mich mögen - geschweige denn lieben.
Ich bin es nicht Wert, dass Menschen sich um mich sorgen.
Merkt ihr, wie negativ das klingt?
Ich merke es gerade..
Ich bin hier so inaktiv, obwohl mir genau das am aller meisten hilft.
Schreiben..
Einfach schreiben.
Alles notieren, loswerden. Raus aus dem Kopf. Rauf aufs (digitale) Papier.
Ich müsste nichts Online stellen. Und vieles geht auch nicht Online.
Aber dieses Bedürfnis, die Dinge so weit wie möglich zu streuen, die meine Gedanken blockieren - um den Dingen den möglichst kleinsten Wert zu geben.. Ist nun mal das Internet.
Es gibt so viele Blogger - so viele Menschen mit interessanten Geschichten.
Ich bin nur eine weitere Person im großen WORLD WIDE WEB.
Unauffällig. Gar nicht präsent. Und doch hier.
Und dieser Gedanke tut gut.. einfach loszulassen.
Ich wohne in einer kleinen Stadt. Da fällt es auf, wenn man aus der Reihe tanzt.
Hier? Hier kann ich ICH sein.
Ich bin aber auch froh, dass ich ein Leben außerhalb des ganzen digitalen Lebens habe.
Ich gehe arbeiten, mache eine Ausbildung, habe eine Beziehung, sowie liebevolle Freunde und Familie.
Es war nicht immer alles einfach.. (Jokes on me, sonst wäre ich auch nicht schon seit 7 Jahren in Therapie)
Aber es wird immer wieder aufs neue eins ganz klar und deutlich - ICH BIN NICHT EINSAM.
Ich komme mit mir selbst nicht zurecht. Mir fehlt es oft noch an Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.
(Ja.. auch noch mit 24!)
Aber ich bemühe mich! Ich bemühe mich nicht toxisch mir Selbst gegenüber zu werden.
Mich nicht mehr runterzumachen.
Mich zu öffnen und zu verstehen.
Und dabei nicht die Kritikerin in mir zu erwecken. Sondern urteilsfrei auch einfach mal NUR zu zuhören!
Und wenn ich das schaffe, dann merke ich eigentlich, dass ich nicht mal physische Gesellschaft brauche.
Dass ich in diesen Momenten der Einsamkeit niemanden gebraucht habe, als mich Selbst.
Dass ich in diesen Momenten die Verbindung zu meiner eigenen Wenigkeit verloren habe.
Ich war nicht einsam, weil ich niemanden um mich herum hatte.
Ich war einsam, weil ich meine eigene Gesellschaft nicht ertragen habe.
Und wenn wir mal ganz ehrlich sind. Am Ende des Tages haben wir nur uns Selbst.
Warum versuchen wir alle nicht ein wenig mehr Zeit mit uns Selbst, ganz allein, zu verbringen.
Warum versuchen wir nicht alle in uns Selbst den besten Freund zu finden?
„Egoistisch!“, höre ich eine Stimme in mir ganz laut werden.
Aber ist es das?
Ich glaube die Antwort kennen wir..
Natürlich nicht!
Denn wir können nicht aus dem Gefühl der Einsamkeit heraus kommen, wenn wir unser Glück nur im Außen suchen!
Wir können Niemand anderem Energie schenken, die wir eigentlich für uns Selbst brauchen.
Um dann gestärkter heraus Anderen eine Hilfe sein zu können!
Achtet vor allem zu dieser Jahreszeit auf eure eigenen inneren Bedürfnisse.
Lasst euch nichts einreden und lebt euer eigenes Leben.
Am Ende des Tages haben wir nur uns Selbst und haben das Privileg andere in unser Leben lassen zu dürfen.
- Katia <3


















