Mai 2019
Blaumeisennachwuchs! Schon wieder! Und diesmal sind wir live dabei!
Die Blaumeisen im Nistkasten auf unserem Balkon erleben einen zweiten Frühling: Direkt nach der erfolgreichen Aufzucht von etwa 6 Jungtieren legen sie erneut 7 Eier ins Nest. Das ist unsere Chance, das Kamera-Setup, das eigentlich fürs nächste Jahr geplant war, schon mal einzurichten und zu testen. Wir wollen den Eingang des Häuschens von außen beobachten.
Eine IP-Cam ist noch von einem früheren Projekt übrig, ein Raspberry Pi wird neu gekauft. Die Kamera wird mit Bindfaden an einem Rohr am Balkon befestigt.
Die Kamera soll den Videostream per WLAN an den Raspberry Pi im Wohnzimmer schicken, der wiederum die Videos auf einer angeschlossenen Festplatte abspeichert. Die Kamera hat zunächst Probleme mit der Netzwerkverbindung, weil die Hauswand besonders massiv ist und der Router im Haus ungünstig platziert ist. So entstehen ruckelige Videos, auf denen kaum etwas zu erkennen ist.
Wir beschließen also, das ganze Setup nach draußen zu verlegen. So verschieben wir die WLAN-Probleme der Kamera zum Raspberry Pi. Das ist aber nicht schlimm, weil jetzt zumindest stabile Videos mit guter Framerate aufgenommen werden.
Der Raspberry Pi, die Festplatte für gespeicherte Videos und eine Mehrfachsteckdose für die Geräte werden unterhalb des Rohrs in einer wasserdichten Kiste verstaut. Der Deckel der Kiste wird mit Steinen fixiert.
Um die Kamera so einzurichten, dass es einen Livestream gibt und außerdem bei Bewegungen am Häuschen eine Aufnahme gestartet wird und die Clips auf der Festplatte abgelegt werden, müssen wir uns mit folgenden Dingen auskennen:
Welcher Raspberry Pi mit welcher Ausstattung ist für das Projekt geeignet? (Der 3B+, das aktuell stärkste Modell, erfüllt alle unsere Anforderungen.)
Welche Software ist für die Bereitstellung des Livestreams geeignet? (Wir entscheiden uns für motionEye.)
Wie richtet man mit Docker und Docker Compose die nötige Software auf dem Raspberry Pi ein?
Wie wird die Direktverbindung zwischen Kamera und Raspberry Pi richtig konfiguriert? Der Raspberry Pi soll mit einem Netzwerkkabel mit der Kamera verbunden sein und gleichzeitig via WLAN im Heimnetz hängen. Dazu müssen für die Netzwerkinterfaces der Kamera und des Raspberry Pi statische IP-Adressen eingerichtet werden.
Wie richtet man auf dem Raspberry Pi nginx als Reverse Proxy ein, damit die Verbindung nach außen mit TLS gesichert ist (https statt http)?
Wie richtet man am Router Portfreigaben ein, damit man von außen über einen Browser auf die Geräte bei uns zuhause zugreifen kann?
Nach erfolgreicher Einrichtung des ganzen Setups nimmt die Kamera automatisch Videos auf, wenn Bewegungen am Vogelhäuschen erkannt werden. Leider gibt es noch ziemlich viele false positives, zum Beispiel wenn wir uns ans Fenster stellen, um nach den Vögeln zu schauen. Wir müssen die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung wohl noch besser kalibrieren.
motionEye ist eine Open-Source-Software. Weil das Setup so schön funktioniert, spenden wir direkt etwas Geld an die Maintainer, mit einer kurzen Beschreibung des Projekts, für das wir die Software nutzen.
(R. Seyffarth, aufgeschrieben von Esther Seyffarth)


















