Endlich angekommen im Norden, freuen und gleichzeitig wundern wir uns ein wenig ueber den riesigen Busbahnhof inklusive angeschlossenem Einkaufszentrum. Ich wusste dass Chiang Mai gross ist, aber im Vergleich zu Kanchanaburi ist es wirklich riesig. Wir schaffen es leider nicht, an einem recht teuer aussehenden Restaurant vorbeizugehen, da es ueber hundert verschiedene Biersorten anbietet. Das erste Mahl in Chiang Mai ist also teuer jedoch normal und begleitet von Cider und Thai gruenem Tee -Bier (Matcha Bier). Guter Laune laufen wir weiter und nehmen ein Tuk Tuk in die quadratische Altstadt, von der noch alte Mauern uebrig sind, um unser vorgebuchtes Hostel zu finden. Dies haben wir nur fuer eine Nacht gebucht, da wir lieber herumlaufen und ein besseres suchen, was sich im Endeffekt ber als Fehler herausstellen soll... Am Abend essen wir noch eine Kleinigkeit und gehen in eine Jazz Bar, an der eine riesige Traube von Menschen steht. Jeden Abend wird dort gejammt, jeder kann mit seinem Instrument vorbeischauen und mitmachen, es macht Spass zuzuhoeren, zuzusehen und die Getraenke sind guenstig. Es faellt direkt ins Auge, dass in Chiang Mai nicht der typische Tourist zu Gast ist, sondern mehr Alternative bzw. "Hippies" ;). Ich fuehle mich direkt wohl und Beni passt mit seinem Beret perfekt rein. Wir lernen ein nettes englisches Paerchen kennen, trinken ein paar Drinks und verabreden uns fuer den naechsten Tag.
Am 7.1. muessen wir leider aus dem Hostel auschecken, da es voll gebucht ist. Wir erfahren durch eine nette Amerikanerin, dass es die kommenden Tage regnen soll, und da ich mit Regen ueberhaupt nicht gerechnet habe, beschliesse ich, in Zukunft mehr auf das Wetter zu schauen. Wir wollten eigentlich eine 3 Tages Tour durch den Dschungel buchen, lassen dies doch vorest sein. Wir lassen unser Gepaeck im Hostel und machen uns auf den Weg in die Altstadt - ein wenig Sightseeing, nebenbei eine neue Bleibe suchen und einen Ort zum Motorrad leihen. Nach einigen wunderschoenen Tempeln essen wir zu Mittag, das typische Nord-Thailand Gericht, das es auch in Bangkok an der Chula gibt: Khao Soi. Nudelcurrysuppe mit Crispy noodles und Huehnchen. Unser Ansprueche an das kommende Hostel sind hoch, da wir mit Regen rechnen und eines suchen, in dem wir Computer zum Blog schreiben haben, einen netten Aufenthaltsraum fuer schlechtes Wetter und einen guten Preis. Das alles ist viel verlangt, weshalb wir auch erst am Ende des Tages und mit viel Ueberredungskunst Benis das Nice Place Hostel finden. Ein etwas altes und heruntergekommenes Hostel, dafuer unschlagbares Preis-Leistungsverhaeltnis: 350 Baht die Nacht fuer ein Doppelzimmer (6 Euro fuer uns beide!) mit ueberdachtem Aufenthaltsraum, heisser Dusche (Luxus!), Computern, Fernseher und sogar Playstation und... Pool! Wow. Fuer mich war es erst ein wenig schmutzig, aber ich hab mich dann daran gewoehnt und es geliebt.. wenn auch nicht wie Beni, der davcon traeumt es ordentlich aufzupolieren und selber zu managen.. hihi
Am Abend suchen wir das deutsche Restaurant dem wir am Tag ueber den Weg gelaufen sind, finden aber stattdessen den alltaeglichen Markt, auf dem es eine riesige Auswahl an guenstigem Thai Essen gibt.. Sushi, Meeresfruechteomelette, frittiertes Huehnchen, Tintenfisch, Sushi, Pancakes, Fried Rice, Pad Thai... einfach ALLES. Eine Buehne ist auch aufgebaut und ich werde in den Bann gezogen von einem kleinen Maedchen, ca 6 Jahre, die mit einer unglaublichen Stimme auf der Buehne steht und singt.. unglaublich! Wir treffen die Englaender wieder und quatschen ein wenig, sie haben eine Reise nach Pai gebucht, wo wir auch noch hin wollen. Nach einem kurzen Stopp in der Jazz Bar gehen wir nach Hause, wir haben Plaene fuer den naechsten Tag..
Am naechsten Tag geht es frueh hoch, Roller mieten (In Benis Fall eine Kawasaki, 110cc, in Europa nicht erhaeltlich und der Hammer!) und auf in Richtung Doi Ithanon Nationalpark, eine ungefaehre Strecke von 100km auf die Spitze des hoechsten Bergs Thailands! Der Weg dauert natuerlich viel laenger als gedacht, mehr als 80-100 fahren wir nicht, da ich als eigentlicher Anfaenger noch ein bisschen Angst habe. Der Verkehr macht allerdings viel Spass, fuer Motorraeder gibt es auf den Schnellstrassen quasi keine Regeln. Auf dem Standstreifen ueberholen, auf der Linksabbiegerspur geradeaus fahren, an roten Ampeln ueber die Kreuzung. Wir machen es den Thais einfach nach und fuehlen uns wie zuhause!
Leider allerdings haben wir einen bloeden Tag erwischt, um auf den Doi Ithanon zu fahren. Knapp 10km vor der Spitze fahren wir in dichten Nebel hinein, Sichtweite ca. 3-4m! Zusaetzlich ist der Nebel nass und kalt und oben angekommen sind es 11 Grad. Durchgefroren vom Fahren trinken wir einen heissen Kakao und essen eine Chickenwaffel (Huehnchenwurst in einer suessen Waffel, typisch Thai...) um und aufzuwaermen und machen uns dann auf den Weg zu Fuss die letzten paar Meter zu erklimmen. Ein Gutes hat der Nebel: Die Spitze mit ihrem Wald sieht sehr mystisch aus und es entstehen sehr interessante Bilder!
Auf dem Rueckweg schauen wir noch bei einem Wasserfall vorbei und einem schoenen Platz am Fluss, warten an der Tankstelle einen Regenschauer ab und sind auf dem Rueckweg.
Wieder in Chiang Mai, wollen wir eigentlich nichts als heiss duschen. Wir laufen am deutschen Restaurant vorbei und koennen nicht umhin, uns hineinzusetzen und Zwiebelsuppe zu probieren, die ich in Deutschland nicht besser bekommen haette! Auf dem Markt treffen wir dann noch zwei Schweizer, Enzo und Dario. Enzo verwickelt uns so sehr in ein Gespraech, dass wir noch ein Bier zusammen trinken, bevor wir endlich dazu kommen zu duschen. Ein sehr netter Typ, hat ein Waisenhaus in Kambodscha, vielleicht schaffen wir es ja noch ihn zu besuchen!
Am naechsten Tag ist das Wetter wie vorhergesagt - den ganzen Tag regnerisch. Wir schlafen aus und freuen uns, dass wir ein so gutes Hostel gewaehlt haben. Wir ernennen den Tag als Blog und Entspannungstag, ziehen Fotos auf die Externe, schreiben tatsaechlich ueber Kanchanaburi und fruehstuecken im Archer. Abends trauen wir uns durch den Regen und goennen uns noch einmal ein richtiges deutsches Abendessen mit Suppen, echtem Brot und Cordon Bleu (und natuerlich Bier!).
am 10. dann ist es wieder sonnig. Wir fruehstuecken mit grossem Appetit, besonders Beni (nichtstun macht hungrig ;)), leihen uns diesmal ein Fahrrad und erkunden mehr von Chiang Mai. Wir finden ein sehr nettes Steincafe, einen schoenen Park und schauen uns den Samstagsmarkt an, auf dem sich Beni gleich den Backpackern anpasst: Hippie Hose und Hippie Pulli. Yeah! Ich kaufe mir einen schoenen Beutel und Beni mir noch Ohrringe :) Wir suchen uns nach all diesem Geldausgeben ein guenstiges Restaurant und planen unsere Weiterreise nach Pai fuer den naechsten Tag.
Am letzten Tag in Chiang Mai checken wir nach einem kleinen Boxkampf mit dem Sohn der Besitzer aus und fruehstuecken (Das beste Fruehstueck bis jetzt, Brot mit Avocado und Tomate. Ich stelle erfreut fest, dass hier die Avocado Saison begonnen hat!). Dann machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, an dem wir hoffentlich einen baldigen Bus bekommen. Wir haben Glueck: 30min nach unserer Ankunft geht ein Minibus fuer 150 Baht nach Pai. Es geht weiter!!