Groophy Kind of Holst: Beatamines und David Jach remixen „Die Planeten“ Nein, einfach nur so einen Beat unter ein klassisches Werk zu legen, das kann man zwar machen, aber damit lockt man heutzutage nicht unbedingt die Kids ins Konzerthaus. Mit „Groove Symphony“ gingen die Dortmunder Philharmoniker eine ungewöhnliche Kooperation ein – auf der einen Seite das klassische Orchester, auf der einen Seite Beatamines und David Jach am DJ-Pult. Und zusäzlich noch auf der Empore und so nah beim Orchester, dass sie ihnen teilweise in die Noten schauen konnten: Twitterer, die für das Tweetup an dem Abend hergekommen waren.
(Foto: Tweetup Teilnehmer)
Dabei wurde hier etwas getrickst wie die Twitterer in einer Frage-und-Antworten-Runde vor Beginn des Konzertes erfuhren: Holst hat den Mars eigentlich im 5/4-Takt geschrieben, die ergänzenden Beats allerdings sind im 4/4 Takt. Die Technik machte die Kombination dann schließlich möglich, allerdings war es für den Dirigenten Philip Armbruster nicht so einfach von dem normalen eingeübten Dirigiergesten auf 4/4 zu kommen. Ebenfalls fehlt bei der „Groove Symphony“ der letzte Satz aus Holsts ursprünglicher Suite: Neptun. „Das hat einfach zeitliche Gründe,“ so Dr. Barbara Volkwein, die das Projekt initiierte. „Spielt man 'Die Planeten' nur als reines Orchesterstück, so kommt man immerhin schon knapp auf eine Stunde. Da wir auch noch Remix-Elemente integriert haben war für Neptun kein Platz mehr.“ Dafür aber hatten sich die Musiker für den Schluss noch etwas einfallen lassen, ein Stück, dass den vorläufigen Namen „Ohr-Chester“ trug und dass Orchester und Beats in einer Melange zusammenfasste, die das Publikum begeisterte. So sehr, dass es nochmal neben den Elementen der remixten Venus als Zugabe gegeben werden musste.
Tatsächlich war der Konzertabend dann mehr als nur Holst mit Beats unterlegt. Beim Mars etwa schlich sich das Orchester mit dem Original-Satz von Holst nach und nach ein, löste dann den Beat komplett ab. Der atmosphärische flirrend-sirrende Venus-Remix fügte sich ebenso nahtlos in den Orchesterklang ein. Beim ersten Zusammentreffen von Orchester und Beatamines / Jach am Mischpult mischen sich die Klänge so ineinander als müssten sie so sein. Auch wenn es auf das erste Hören hin ungewohnt ist und das Publikum im Saal nicht zu wissen scheint ob es eher sitzenbleiben oder von den Stühlen aufspringen soll. Wenn aber Beat und Sound und Orchesterklang zusammentreffen entsteht dann doch etwas Neues, was Holst in keiner Sekunde verleugnet sondern eher noch neue Facetten dem bekannten Werk abgewinnen kann. Wobei der wie Twitterer Andreas Binzus feststellte: „Beim Zusammenspiel mit dem Drumcomputer muss sich der Dirigent ausnahmsweise mal unterordnen.“
Wobei eigentlich die größten Plattenteller, so die Meinung der Twitterer, ja immer noch die Paukisten haben. Besser kann man das Erlebnis der Groove Symphony, die Verschmelzung von Holst und Baselines nicht zusammenfassen. Schön, dass im November der Release des Abends erfolgen wird – ob auf iTunes, CD oder Soundcloud wurde aber noch nicht verraten. Weitere Informationen via >> Pressdoc
Das Konzert aus Sicht der Tweetup teilnehmer via storify: