Letztes Jahr war ich verloren. Ein tiefer Abgrund zog mich hinunter, Drogen legten sich wie Nebel über meine Tage, Arbeit war nur noch ein Takt, um das Leere zu übertönen. Ich log – vor anderen, vor mir selbst. Jeder Spiegel war ein Feind, die Zahl auf der Waage mein Richter. Ich baute mir ein Gefängnis aus Selbstzweifeln, und nannte es mein Leben. Ich glaubte, stark zu sein, doch in Wahrheit war ich schwach. Ich glaubte, alles im Griff zu haben, doch meine Hände griffen ins Nichts. Ich sprach mir Mut zu, doch es waren nur Selbstlügen, leise, bittere Tropfen auf brennender Haut. Und dann kamst du. Nicht wie ein lauter Sturm, sondern wie ein warmer Wind, der zum ersten Mal seit langem die Dunkelheit bewegte. Du hast meine Ketten nicht gelöst, du hast mir gezeigt, dass ich selbst den Schlüssel trage. Seitdem wächst etwas Neues in mir. Ein Zuhause, nicht aus Mauern, sondern aus Vertrauen, aus Nähe, aus ehrlicher Zärtlichkeit. Die Lügen schweigen, die Zweifel lernen zu verstummen. Mein Körper darf wieder Heimat sein, und ich darf bleiben. Jetzt stehe ich hier – nicht mehr auf der Flucht, sondern angekommen. Nicht perfekt, aber echt. Und in deinen Augen sehe ich: Das reicht.







