Also für alles die es nicht mitbekommen haben: ein ziemlich unbekannter lokaler Rapper hat (anscheinend) irgend eine Wette verloren und wollte nun publikumswirksam nackt im Eisbach surfen. Deswegen heuerte er als Coach den umtriebigen Teenagersurfer N. an und machte per Social Media etwas Wirbel um Aufmerksamkeit zu erregen. Das der Eisbach als Plattform für eine Clownerie benutzt wird fanden einige Surfer natürlich weniger lustig. Das ist verständlich. Wenn noch mehr Clowns die nicht surfen können an den „Profi-Spot“ Eisbach kommen, tut sich mal einer weh (möglicherweise vor laufenden Kameras) und der Surfspot hat ein Problem.
Also gabs, als der unbekanntere lokale Rapper am Eisbach ankam einiges an Diskussionen, Schreierei und Geschubste. Es stellte sich ihm aber nur ein Surfer ernsthaft in den Weg, so dass der Rapper dann auch irgendwann mal ins Wasser gesprungen ist. Das hatte aber mit Surfen nichts zu tun. Nackt war er aber gar nicht, weil er noch einen Bademantel anhatte.
Die ganze Aktion wäre ohne den Gegenwind der Surfszene ziemlich lächerlich gewesen und somit könnte der Rapper die Aktion eigentlich als Erfolg buchen (die Polizei kam auch noch vorbei, ihr O-Ton war allerdings "Kindergarten"), wenn die ganze Aktion (Livestream auf Facebook) nicht so jämmerlich schlecht gefilmt worden wäre.
Für die Münchner Surfszene wäre es möglicherweise besser gewesen, wenn da ein paar mehr Leute gestanden wären, die ihn nicht zum surfen hätten kommen lassen und wenn er erstmal einen nassen kalten Spray auf den Mantel bekommen hätte. Aber verständlich. Nicht jeder hat die Courage sich vor laufenden Kameras auf so einen Stress einzulassen.
Vielleicht wäre es am besten gewesen die Surfer hätten gleich bei der Polizei angerufen und einen aggressiven, offensichtlich geisteskranken Nackten gemeldet, der sich in die Isar stürzen will? Dann wäre Action da gewesen, die vielleicht mit einem Hubschraubereinsatz und Einlieferung in die Psychiatrie in Haar geendet hätte :-D…
Anyway: fragt sich am Ende nur wer den trumpschen „Total Looser“ Award bekommt.
Der ziemlich unbekannter lokaler Rapper hätte ihn aus sechs Gründen verdient:
1. Er hatte nicht die Eier wirklich nackt zu surfen
2. Trotz vorherigen "Üben” hatte das nicht ansatzweise was mit Surfen zu tun was er da gemacht hat und war dumm und gefährlich
3. Die Aufmerksamkeit die er durch die Aktion bekommen wollte wurde durch die grottenschlechte Aufnahmetechnik stark geschmälert
4. Wenn ein Rapper mit seiner „Gang“ kommt erwartet man mehr Action und Einsatz wenn es Stress gibt. Das war lahm.
5. Der Rapper hat zwischendurch fast geheult
6. Die Rapper-Gang hatte keine Vorkehrungen gemacht, falls es schief geht (z.B. Rettungsschwimmer)
Ein Mitglied der Riversurf Community (der umtriebige Teenagersurfer N.) hätte ihn auch verdient:
Eine der Grundmechanismen einer Community ist die sogenannte „soziale Kontrolle“. Die sollte dafür sorgen, dass einzelne Mitglieder der Community keine extremen Haltungen nach aussen vertreten, die extrem konträr zu dem Community-Konsens zu dem Thema sind. Wenn das jemand nicht einsehen will, ist er halt der Community-Arsch, oder um dem Zeitgeist Rechnung zu tragen ein „Total Looser“. Der Rapper wird weiterziehen und wenn seine Aktion ein Erfolg war vielleicht weiter mit einer „Raab in Gefahr“ Strategie machen. Das Stigma andere und die Riversurf-Community unnötig gefährdet zu haben (für was eigentlich?) wird dem umtriebigen Teenagersurfer N. nun erstmal anhaften.
Was meint ihr? Hier kann man ja auch Kommentare hinterlassen.