Geolitico: Zwei Autorinnen wollen vergewaltigte Frauen nicht mehr Opfer nennen. Vielmehr sei die Tat ein „Erlebnis“. Über eine unsinnige Idee, Sprache zu „verbessern“. Stellen wir uns einmal vor, ein Polizeibericht über einen gewalttätigen Überfall würde künftig so formuliert werden: „Am 23.2.2017 hatte ein älteres Ehepaar in Neuhausen-Hamberg im baden-württembergischen Enzkreis ein verstörendes Erlebnis. Früh morgens um 04:00 Uhr drangen drei nicht geladene Besucher in das Haus der Eheleute ein und weckten sie in ihrem Schlafzimmer auf. Es ergab sich eine letztendlich heftige Diskussion bezüglich der Aufbewahrung von Geld und Wertgegenständen im Haus, in der auch Gewalt im Spiel war. Zum Abschluss ihres Aufenthalts fesselten die Besucher die beiden Erlebenden und verließen dann das Haus unter Mitnahme von Goldschmuck, Edelmetallen und Edelsteinen. Das besondere Erlebnis der Eheleute wurde durch Kontaktaufnahme mit der Polizei und einem ärztlichen Betreuer schließlich beendet.“ Den Wortlaut des eigentlichen Polizeiberichts über den gewalttätigen Raub im Enzkreis kann man im Presseportal nachlesen.[1] Sind solche Formulierungen über ein Verbrechen abstrus? Nicht, wenn man einen Artikel der beiden Autorinnen Mithu Sanyal und Marie Albrecht mit dem Titel „Du Opfer!“ in der „taz“ gelesen hat.[2] „Klassische Binaritäten aufbrechen“ In der alltäglichen Umgangssprache bezeichnen wir jene Menschen als Opfer, die durch bestimmte Ereignisse [...] http://dlvr.it/NT9cx9