Das in seinen Ursprüngen aus dem Jahr 1243 stammende Bistum Ermland aus Frauenburg in Ostpreußen begab im Oktober 1927 in Holland über die Burgers & Co`s Bank aus `s-Gravenhage eine 7%ige Anleihe über 600.000 Holländische Gulden. Die Tilgung sollte bis spätestens 1957 erfolgen. Zweck der Anleihe war die Finanzierung des Baus und der Einrichtung einer orthopädischen Klinik in Frauenburg.
Bis einschließlich 1932 konnte die Anleihe den vertraglichen Vereinbarungen gemäß abgewickelt werden. Nach dem im Jahre 1933 erlassenen Gesetz über Zahlungsverbindlichkeiten gegenüber dem Auslande durften die Leistungen (Zins und Tilgung) aus deutschen Auslandsanleihen nicht mehr vom Emittenten in Holländischen Gulden unmittelbar an die ausländischen Gläubiger gerichtet werden. Sie waren vom Bistum Ermland an die Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden in Reichsmark zu erbringen, welche die Verpflichtungen gegenüber den ausländischen Gläubigern übernahm.
Die Konversionskasse hat die Verpflichtungen aus dem Anleihevertrag der 7%igen Hollandanleihe des Konvents der Ursuliner-Jungfrauen von 1927 bis 1945 gegenüber den deutschen und holländischen Obligationären vermutlich nicht vollständig erfüllt.
Ein abschließende Schuldenregelung der Anleihe nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 sowie eine Wertpapierbereinigung erfolgten nicht. Die Anleihe ist seit 1945 ungeregelt. Eine Rechtsnachfolge des Bistums Ermland besteht nicht.
Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen)/ Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen), 7% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957), Serie I, Obligation über 100 Holländische Gulden, ausgestellt in Frauenburg am 1. Oktober 1927
Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen)/ Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen), 7% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957), Serie I, Obligation über 500 Holländische Gulden, ausgestellt in Frauenburg am 1. Oktober 1927
Emittent: Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen)/ Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen) – heute gelegen in Polen
Emission: 7% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (7% Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957)
Ausgabebetrag: Serie I 200.000 Holländische Gulden und Serie II 400.000 Holländische Gulden
Verwendungszweck: Finanzierung des Baus und der Einrichtung einer orthopädischen Klinik in Frauenburg.
Laufzeit: 1. Oktober 1927 bis 1. Oktober 1957 (30 Jahre)
Zinsfuß: Serie I 7%/ Serie II 8% (Überstempelung der Stücke)
Zinstermine: 1. April/ 1. Oktober
Stückelung: Serie I 100, 500 und 1.000 Holländische Gulden/ Serie II 500 und 1.000 Holländische Gulden/ Nummerierung: 100 Holländische Gulden (150 Stücke, 586-600, Litera C t/m M.), 500 Holländische Gulden (270 Stücke, 451-585 Litera A und B) und 1.000 Holländische Gulden (450 Stücke, 1-450)
Tilgung: Serie I Durch jährliche Auslosung zu pari per 1. Oktober 1933 bis 1. Oktober 1957/ Serie II Ab 1933 innerhalb von 24 Jahren durch Auslosung zu pari in jährlich festgelegten Raten oder Ankauf. Tilgung muss spätestens 1. Oktober 1957 beendet sein.
Sicherheiten: Erststellige Hypothek auf Grundbesitz und Gebäude des Bistums Ermland im Wert von 970.000 Holländischen Gulden.
Platziert: Serie I im Oktober 1927 in Holland zu 98¾%/ Serie II im Januar 1928 in Holland zu 99%
Zahlungsagent: Burgers & Co`s Bank, `s-Gravenhage und Amsterdamsche Bank, Amsterdam und Rotterdam
Treuhänder: Notar J.W.M. Vintges, `s-Gravenhage
Ein Schuldenregelung unter dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 sowie eine Wertpapierbereinigung erfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht. Die Anleihe ist seit 1945 ungeregelt. Eine Rechtsnachfolge des Bistums Ermland besteht nicht.
Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen)/ Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen), 7% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957), Serie I, Obligation über 1.000 Holländische Gulden, ausgestellt in Frauenburg am 1. Oktober 1927
Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen)/ Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen), 8% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957), mit rotem Überdruck zur Kennzeichnung der Serie II, Obligation über 500 Holländische Gulden, ausgestellt in Frauenburg am 1. Oktober 1927
Bisdom Ermland te Frauenburg (Oost-Pruisen)/ Bistum Ermland in Frauenburg (Ostpreußen), 8% Erststellig abgesicherte hypothekarische 30-jährige Obligationen 1927/1957 (Eerste Hypothecaire Obligatieleening 1927/1957), mit rotem Überdruck zur Kennzeichnung der Serie II, Obligation über 1.000 Holländische Gulden, ausgestellt in Frauenburg am 1. Oktober 1927
Die 7%igen Obligationen in Holländischen Gulden des Bistums Ermland von 1927 werden auf dem Markt der „Historischen Wertpapiere“ sehr selten angeboten (Raritäten-Schlüssel: R9-R11).
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Bildquelle: HWPH AG und HGG (F3/22-1/2018)