Pünktlich zur baldigen Brutzeit wird ein ganzer Hain vernichtet!
Wahl zwischen Pest und Cholera
Kommunalwahl ohne echte Opposition ist eine Qual – das zeigt allein die Wahlbeteiligung von Usingen- beim letzten Mal 2011 ganze 47 Prozent. Nachfolgendes Beispiel macht deutlich, wie überall im Land durch gleichgeschaltete Einheitsparteien und Wirtschaftsinteressen Wahlen und Demokratie zur Farce geworden sind.
Wer auf der großen politischen Bühne unser Land an die Wand fährt, der zeigt auch auf Kommunaler Ebene keine guten Qualitäten. Das gilt sowohl für CDU, SPD als auch für den Rest der politischen Schickaria. Bestes Beispiel bieten Kleinstädte wie Usingen. Seit Jahren regiert von einer Allparteienregierung der Unfähigen, Phantasielosen und Pöstchenjagenden Lokalapparatschicks. Neustes Projekt der Usinger Schildbürger ist ein EDEKA und Fachmarktzentrum auf dem Gelände eines Busbahnhofs und einen von zahlreichen Bäumen beschatteten Parkplatzes. Mindestens 50 Bäume, darunter ein ganzer Hain entlang eines Baches, fielen diesem sinnlosen Kettensägen-Massaker letzten Woche zum Opfer. Aus der grünen Oase, aus der man sogar einen kleinen innerstädtischen Park hätte machen können, wird nun ein Einkaufszentrum das niemand brauch. Der Megawahn, jenseits allen gesunden Menschenverstandes hat zwei Gründe. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich bereits ein großer Lebensmittelmarkt, keine hundert Meter weiter sogar ein Aldi, schräg gegenüber eine Bäckerei mit Cafe. Umgekehrt ist die nicht weit entfernte historische Altstadt im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Geisterstadt verkommen mit sage und schreibe fünfzehn leer stehenden Geschäften, darunter sogar ein ganzes zweistöckiges Forum, das früher mal ein Cafe, einen Plattenladen und einen großen Veranstaltungs- und Ausstellungsraum beherbergt heute. Nagelneue Bausubstanz, architektonisch nicht einmal schlecht. Allein vier leer stehende Läden befinden sich in einer aufgegebenen Einkaufspassage. Der Rest der Geisterläden verteilt sich auf die übrige Innenstadt, darunter ein ehemaliges Radio- und Fernsehgeschäft, eine Buchhandlung nebst Schreibwahren, ein Elektroladen, ein Ex-Goldschmied, Geschenkladen, …
“SPD-Laden” mit dem Slogan “Kikiriki” - Da lachen doch die Hühner!
In einem dieser leer stehenden Ex-Läden hat sich wie zum Hohn die Bürgermeisterkandidatin der SPD einquartiert. Sie ist Teil einer SPD-Familiendynastie, denn ihr Mann sitzt gleichfalls im Stadtparlament. Um den Klüngel perfekt zu machen ist die rührige 60zigjährige Frontfrau der Sozialdemokraten gleichzeitig Vorsitzende des Örtlichen DRK und damit auch Teil der der großen Asylindustrie. Um das auch optisch zu unterstreichen pilgerte sie vor ein paar Tagen mit einem farbigen Vorzeigemigranten – inzwischen SPD-Parteimitglied – von Haustür zu Haustür, um persönlich für Stimmen zu werben. Das ganze erinnert ein wenig an Helmut Schröders legendäres Rütteln am Tor des Kanzlersamtes und seinen vermutlich unter Alkoholeinfluss gebrüllten Satz: ICH WILL HIER REIN!. Was Schröder damals mittels der Grünen gelang, wird wohl der ehrgeizigen Kandidatin verwehrt bleiben. Beim letzten Stechen um den Posten verfehlte sie den Sessel nur knapp. Doch dieses Mal dürfte auch sie die Talfahrt der Mutterpartei mit hinab ziehen. Der Amtsinhaber ist in Sachen „Flüchtlingsunterbringung“ zurückhaltend, prescht nicht Musterschülerhaft vor. Das dürften ihm viele Usinger hoch anrechnen. Es könnte alles noch viel schlimmer kommen. Alternativen gibt es nicht. Das gilt auch für das unnötige „Fachmarktzentrum“, das im vollen Umfang von der SPD mitgetragen wird. Nur die Grünen haben sehr verhalten ihre Ablehnung bekundet. Wo sind sie hin, die alten Zeiten, wo sich Umweltschützer an Bäume ketteten? Sarkastisch könnte man sagen, wenn das Zentrum den Bach runter geht – der fließt dicht dran vorbei – kann man ja Flüchtlinge dort unterbringen. Usingen, knapp dreißig Kilometer von Frankfurt entfernt – ist eine sterbende Stadt. Wer hier gegensteuern will, sollte vielleicht mal statt große Haufen zu kacken kleine Brötchen backen, zum Beispiel die völlig unnötigen Dorf- Sheriffs zurückpfeifen, die den wenigen Kunden in der Innenstadt noch Strafzettel verpassen, wenn sie mal vergessen haben ihre Blaue Scheibe umzudrehen. Gute Nacht Usingen. Der letzte Ladenbesitzer macht bald das Licht aus! Eine echte Alternative gibt es bei der Kommunalwahl leider nur auf Kreisebene.