Der lange Weg zur richtigen Maschine – Wie ich mir mein Motorrad erfuhr
Kapitel 1 – Geklemmt und entfacht: Als alles begann
Jede Geschichte beginnt anders. Meine beginnt so: Ich war vielleicht sieben, höchstens acht Jahre alt. So ein Alter, in dem man noch denkt, man sei unsichtbar – und unbesiegbar. Die Welt war mein Abenteuerspielplatz, egal ob auf dem Spielplatz, dem Park oder auf der Straße, und alles, was Räder hatte, war irgendwie magisch. Fahrräder? Klar. Tretroller? Ganz okay. Aber Motorräder? Das war eine ganz andere Liga. Für mich unerreichbar. Die waren laut, schwer, schnell – und rochen nach Freiheit und Öl. Eines Tages stand es da. Glänzend. Groß. Massiv. Das Motorrad unseres Nachbarn. Keine Ahnung, was für ein Modell es war – für mich war es ein Feuerross, eine Dampfmaschine, ein verdammtes Raumschiff auf zwei Rädern. Und es stand einfach so da. Im Hausflur in Berlin Schöneberg. Unbewacht. Herausfordernd. Also tat ich, was ein Junge mit überbordender Fantasie eben tut: Ich kletterte drauf. Mit der Anmut eines kleinen Gorillas, versteht sich. Und dann – ich weiß bis heute nicht, wie genau – ich saß auf ihr, fühlte den Sitz, die Griffe, sah in die Spiegel und tat so, als würde ich das Monster fahren, wie man es halt in so einem Alter machen würde – kippte das Ding zur Seite. Langsam, unaufhaltsam, wie in Zeitlupe. Und ehe ich reagieren konnte, lag es auf meinem Bein. Kein dramatischer Schmerz, kein Geschrei – nur ein kurzer Schreck und dieses dumpfe Gefühl: Okay… das war jetzt wohl… nicht ganz so clever. Ganz und gar nicht clever, um genau zu sein. Denn meine Mutter und mein Vater würden mir die Leviten lesen, aber ganz sicher. Zum Glück passierte etwas ganz anderes. Meine Brüder kamen mit dem Nachbarn raus, hoben das Bike hoch und fragten, ob alles okay sei. Keine Standpauke, kein Ärger. Ich nickte stumm, mit großen Augen. Und obwohl mein Bein unter dem Gewicht des Motorrads gelegen hatte, obwohl mein Herz bis zum Hals schlug – es war nicht Angst, die ich empfand. Es war Ehrfurcht. Respekt. Und etwas, das ich damals noch nicht benennen konnte. Etwas hatte sich damals festgesetzt. Dieses Etwas nistete sich ein. Ganz leise. Ich dachte nicht ständig daran. Aber jedes Mal, wenn ich später ein Motorrad sah, zuckte es in mir. So, wie andere Kinder Cowboys oder Feuerwehrmänner sein wollten, wusste ich: Irgendwann sitze ich wirklich auf so einem Ding. Und dann kippt nichts mehr. Ich werde einen Motorradführerschein machen und die Welt bereisen. Das war der Gedanke eines kleinen, naiven Jungen. Die Jahre vergingen. Ich fuhr Fahrrad, träumte, zeichnete, beobachtete die Großen mit ihren Maschinen, wenn sie vorbeibrausten. Ich roch den Auspuffqualm und sog ihn ein wie andere Kinder Kakaoduft. Und auch wenn ich noch lange keinen Führerschein hatte – ich wusste: Das hier war nur der Anfang. Denn manchmal beginnt eine große Liebe nicht mit einem Kuss – sondern mit einem eingeklemmten Bein und einem Funken, der nie wieder erlischt. Jedenfalls bei mir.
Kapitel 2 – Jugendträume auf zwei Rädern: Virago & Visionen
Ich war sechzehn oder siebzehn. In dem Alter, wo sich der ganze Körper umstellt, die Gedanken mehr um Mädchen kreisen und man sich danach sehnt, endlich selbständig zu sein, auf eigenen Beinen zu stehen und mit einem Motorrad loszufahren – auch wenn man eigentlich noch gar nicht weiß, wohin. Vor allem womit, denn ich war von einem Motorrad so weit entfernt wie ein Palmenstrand vom Mars. Der Kopf voller Ideen, das Herz im ständigen Wechsel zwischen Unsicherheit und Größenwahn. Und eines Tages ging ich spazieren, genau da stand sie im Schaufenster: Die Yamaha XV 535 Virago. Chrom, tiefes Sitzpolster, dieser lange, flache Tank, das V-Twin-Herz wie ein offenes Versprechen. Ich sah sie auch auf der Straße, irgendjemand fuhr sie, und mir war klar: Das ist kein Motorrad – das ist ein Lebensgefühl auf zwei Rädern. Ich war verliebt. Hals über Kopf. Nicht in ein Mädchen, sondern in diese Maschine. Und mit ihr kam der große Traum: Eine Reise, wie sie wilder nicht sein konnte. Ich sah mich – zusammen mit meinen beiden älteren Brüdern – aufbrechen von Berlin Richtung Süden. Richtig Süden. Nicht nur Alpenpässe und Gardasee. Nein. Westafrika, Südafrika, dann zurück über Ostafrika, den Nahen Osten bis nach China. Wir sprachen viel darüber. Na ja, eigentlich redete nur ich, und meine Brüder hörten zu. Denn das war meine Idee, mein Wunsch, meine Freude. Nicht ihre Idee, nicht ihr Wunsch. Bei türkischem Tee, Gebäck, auf der Couch, mit Karten auf dem Tisch, konnte ich von nichts anderem reden, als von meinem Traum. Als wäre es schon fast entschieden. Und auch wenn wir sie nie gefahren sind, diese verrückte Route durch Wüste, Dschungel und Geschichte – sie war der Geburtsort eines Gefühls: Motorradfahren als etwas Größeres. Als ein Werkzeug für Freiheit. Für Brüderlichkeit. Für Träume. Für Träumer. Natürlich kam es nie dazu. Die Realität tat, was sie oft tut: Sie holte uns ein. Verpflichtungen, Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Beziehungen – alles hatte plötzlich Vorrang. Aber die Idee, dieser Wunsch, auf einem Motorrad zu reisen und die Welt zu erkunden, blieb ganz tief in meinem Herzen und in meinen Gedanken. Und sie hinterließ Spuren. Ich glaube, die Vorstellung dieser Reise war für mich nie nur eine Route. Es war ein innerer Kompass. Sie hat meinen Blick geschärft für das, was Motorradfahren für mich bedeutet: Nicht Tempo. Nicht Technik. Sondern das Gefühl, mit der Welt im Gespräch zu sein. Der Fahrtwind als Gesprächspartner, die Straße als Sprache. Und so war die Virago – so kitschig das klingen mag – mein erstes echtes Begehren. Mein erstes “Das will ich. Genau das.” Auch wenn ich sie nie gefahren bin. Manchmal prägen uns nicht die Maschinen, die wir besitzen – sondern die, die wir nie hatten. Und all diese Gedanken, diese Träume, diese Sehnsucht hatte ich, obwohl ich noch nicht einmal einen Führerschein hatte.
Kapitel 3 – Der Führerschein, die Trophy und die Suche nach dem Richtigen
1996. Ich war 24. Frisch verheiratet, das Leben gerade neu aufgestellt. Alles war im Wandel, und genau in dieser Phase tat ich endlich, was schon so lange in mir gebrannt hatte: Ich machte den Motorradführerschein. Ich erinnere mich noch genau an die Fahrschulmaschine. Sie war, wie viele dieser Bikes – funktional, unspektakulär, neutral. Kein Feuerwerk, aber es reichte. Denn das echte Kribbeln kam sowieso erst später: beim Gedanken an das erste eigene Motorrad. Und irgendwann war sie da: Eine Triumph Trophy 900. Ich weiß bis heute nicht, wie ich dazu kam, genau dieses Motorrad zu kaufen. In der Rückschau muss ich sagen – ja, vielleicht nicht gerade die schlauste Wahl für einen Neuling. Groß, schwer, kräftig. Sie war ein Tourendampfer, gebaut für weite Strecken und souveräne Fahrer. Ich war keiner davon. Noch nicht. Aber weißt du was? Es war mir egal. Ich wollte endlich los. Und ich wollte nicht klein anfangen. Die ersten Fahrten waren… nennen wir’s mal interessant. Ich rang mehr mit dem Gewicht der Maschine als mit der Straße. Jeder Kreisverkehr war eine kleine Mutprobe. Die Maschine aufbocken und evtl. rückwärts einparken? Schweißperlen. Aber trotzdem – ich fuhr dieses Ding. Und ich fühlte: Jetzt gehörte ich dazu. Doch die Ernüchterung kam schnell. Die Trophy war gut – aber sie war nicht ich. Da war keine Verbindung, kein Dialog zwischen uns. Ich saß auf ihr, aber nicht mit ihr. Also trennte ich mich wieder. Nicht im Streit, aber mit dem Gefühl: „Das war’s noch nicht.“ Und so begann eine Phase der Suchbewegung. BMW. Yamaha. Honda. Ich probierte einiges. Mal sportlicher, mal gemütlicher. Mal mit mehr, mal mit weniger PS. Jedes Motorrad war wie ein Kleidungsstück, das du im Laden anziehst: Es sieht gut aus, es passt irgendwie – aber du merkst, das bin nicht ich. Die einzige Maschine, die mein Herz damals erobert hatte, war eine Honda CB 750 Four. Mit diesem Motorrad habe ich viele Kilometer abgestottert, viele Länder in Europa bereist, und sie blieb mir bis heute als „mein bestes Bike“ in Erinnerung. Sie hatte etwas, was die anderen nicht hatten - Charisma und Charakter. Ich machte viele Touren. Ich lernte tolle Leute kennen. Ich sammelte Erinnerungen und Erfahrungen. Aber in all diesen Jahren blieb eines konstant: Ich war noch auf dem Weg. Rückblickend glaube ich, dass meine Motorräder in dieser Phase oft das widerspiegelten, was ich selbst war: Suchend. Neugierig. Noch nicht angekommen. Manchmal war das genau richtig. Manchmal war es anstrengend. Aber hey – so ist das eben mit der Selbstfindung. Man muss ein paar Runden drehen. Und während ich mich im Leben einrichtete – mit Arbeit, Familie, Alltag – wurde es leiser um meine Motorräder. Nicht weg. Nur… leiser. Doch ganz tief drin, unter all den Schichten des Erwachsenseins, brannte noch immer das Feuer. Und wie das mit dem Feuer so ist: Manchmal braucht es nur einen kleinen Funken, um es wieder zu entfachen.
Kapitel 4 – Der Funke flackert: Von der Pause zur Wiedergeburt
Irgendwann wurde es stiller. Nicht von einem Tag auf den anderen, eher schleichend. Die Touren wurden weniger, das Leben forderte seinen Raum. Arbeit, Verantwortung, Familie – der ganz normale Rhythmus eines Erwachsenenlebens, das sich zwar gut und richtig anfühlt, aber manchmal eben auch… eng. Mein Motorrad stand noch da. Meine schöne Honda. Es war da – wie ein alter Freund, mit dem man länger keinen Kontakt hatte, aber immer wusste: Wenn wir uns wiedersehen, wird’s vertraut. Nur, dass ich ihn eben lange nicht mehr angerufen habe. Jahre gingen ins Land. Und das Feuer? Es brannte noch. Aber es war tief vergraben – unter Alltagsstaub, Kompromissen, Terminen, To-do-Listen. Und dann kam das Jahr 2021. Mitten in der Pandemie, in einer Zeit, in der das Außen so laut war wie nie, spürte ich plötzlich: Ich brauche wieder Weite. Ich brauche wieder Fahrtwind. Ich brauche dieses Gefühl von mir selbst. Es war, als hätte mein innerer Kompass plötzlich wieder ein klares Signal empfangen. Und so begann ich wieder. Erst zögerlich, dann mit wachsender Leidenschaft. Motorräder kamen. Motorräder gingen. Eine Honda Africa Twin RD07 – ein Klassiker, ein Statement. Ich liebte ihre Geschichte, ihren Ruf, aber sie war zu schwer, zu durstig und nicht meine. Dann eine Transalp 600 PD06 – ehrlich, unkompliziert, bodenständig. Super gepflegt, toll ausgestattet, aber ich bin sie nach dem Kauf nicht einen einzigen Meter gefahren und habe sie verkauft. Dann eine KTM 390 Adventure – verspielt, leichtfüßig, modern. Dazwischen eine Tenere 700 – kraftvoll, vielversprechend, aber vielleicht… zu viel? Und wieder zurück zur 390. Ein bisschen wie ein Tanz mit der Vergangenheit und der Gegenwart – mal näher dran, mal wieder ein Schritt zurück. Aber dennoch – ich fuhr wieder. Ich fühlte wieder. Und mit jedem Kilometer wurde etwas klarer: Ich bin nicht mehr der 24-Jährige von damals. Ich suche keine Anerkennung, kein „größer, schneller, weiter“. Ich suche das, was sich stimmig anfühlt. Das war keine Midlife-Crisis. Kein Versuch, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Es war eher ein Aufwachen. Ein Wiedererkennen. Ein: „Ach, da bist du ja wieder.“ Ich war wieder der, der ich als Junge war – als ich das Motorrad meines Nachbarn umkippte und trotzdem wusste: Irgendwann fahre ich los. Nur diesmal mit mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Und der Bereitschaft, nicht nur ein Motorrad zu suchen – sondern meins.
Kapitel 5 – Ankommen: Die Caballero und ich
Sie kam nicht mit Pauken und Trompeten. Keine Engel sangen vom Himmel, kein Blitz schlug ein. Sie stand einfach da – und ich wusste: Das ist sie. Es war eher ein Zufall, dass ich auf die Marke Fantic gestoßen bin. Eigentlich wollte ich eine Probefahrt mit einer BMW 1200 GS machen, als der Verkäufer mit seiner Caballero 700 aus der Garage kam. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich nur noch Augen für dieses rote Ross hatte. Bildschön, italienisch, mit einem sanften Brummen. Bereits am nächsten Tag fuhr ich zu einem Händler in Wannsee, der sie hatte, um eine Probefahrt zu machen. Was für eine Augenweide. Alles an ihr war schön. Mein Grinsen wurde immer breiter. Aber hey, aus den Augenwinkeln sah ich noch etwas anderes. Eine grüne 500er mit einem Zylinder. Nicht beachten. Weitermachen., Schließlich war ich doch für die 700er da. Nach der Probefahrt stand fest - ich kaufe sie. Genau das tat ich auch. Stolz wie Bolle, mit erhobener Brust, fuhr ich meine Caballero 700. Ich passte sie ein wenig für mich an, erfreute mich an ihr, fuhr sogar mit meinem Freund Christian an die Ostsee, aber im Hinterkopf war das noch - die 500er Rally. Ich muss sie zur Probe fahren, wenn ich zurück bin.
Fantic Caballero 500 Rally. Ein Name, der klingt wie eine Mischung aus Italo-Western und wilder Romanze. Und genau das ist sie auch. Kein Showbike, kein Plastikbomber, kein schwerer Dampfer mit Assistenzsystemen, die einen besser kennen als man selbst. Nein – sie ist ehrlich. Rau. Direkt. Und in ihrer Art fast ein bisschen eigensinnig. Wie ich. Nach der Probefahrt stand fest – das ist meine Maschine, mein Bike, das, nach dem ich gesucht hatte. Ich bin kein Typ, der laut auftritt. Ich kann still sein. Beobachtend. Abwartend. Aber ich kann auch aufdrehen. Wenn’s passt. Wenn der Moment stimmt. Ich mag tiefe Gespräche, echtes Lachen, stille Momente – aber auch klare Worte, geradeaus. Und so fährt sie sich auch, meine Caballero. Sie will geführt werden. Nicht dominiert. Sie will gehört werden, nicht gedrückt. Sie fährt nicht für den Applaus – sondern für das, was man zwischen zwei Kurven spürt. Ich bin kein Freund von Bling-Bling. Ich mag das Klare, das Authentische. Lederjacke, Stiefel, ein guter Helm – fertig. Keine modischen Accessoires. Kein Lifestyle drumherum. Ich will das Echte. Wenn ich unterwegs bin, bin ich nicht auf der Flucht. Ich bin auf der Suche nach Ruhe. Nach Begegnung. Mit Menschen. Mit Landschaft. Mit mir selbst. Und genau da ist meine Caballero 500 Rally der perfekte Begleiter. Sie hat keine 150 PS. Kein Leuchten in den Augen der Technikfraktion. Aber: Sie hat Charakter. Sie hat Charme. Und mehr als das: Sie hat Seele. Sie ist die erste Maschine, bei der ich sagen kann: Die passt zu mir. Nicht weil sie mich beeindruckt – sondern weil sie mich versteht. Ich musste viele Motorräder fahren, um sie zu finden. Musste vieles ausprobieren, mich oft irren. Aber jeder dieser Irrwege war ein Teil meiner Reise. Jeder Fehlkauf, jedes Zögern, jedes "Hm, passt irgendwie nicht..." – das alles hat mich zu ihr geführt. Und vor allem: zu mir. Aber, und das muss ich auch dazu sagen, die Fantic wird noch eine Ergänzung bekommen. Ich bin niemand, der sich mit der Masse treiben lässt. Ich mag Tiefe statt Tempo. Ich denke viel – manchmal zu viel. Ich analysiere, beobachte, spüre genau hin. Ich brauche nicht viel – aber das, was ich habe, soll stimmen. Hier und da habe ich Anpassungen vorgenommen, wie einen höheren Sitz, Sturzbügel, einen Gepäckträger und diverse Kleinigkeiten.
Und jetzt, mit der Fantic unter mir, habe ich das Gefühl: Jetzt passt es.
Nicht, weil ich angekommen bin – sondern weil ich auf einem Weg bin, der sich richtig anfühlt.
Nachsatz – Auf zwei Rädern zu den Menschen
Voraussichtlich werde ich wohl nie aufhören zu fahren. Und ich werde wohl auch nie aufhören zu schreiben. Denn beides gehört zu mir wie mein Blick durch die Kamera – suchend, neugierig, offen für das, was das Leben zeigt, wenn man wirklich hinsieht. Ich bin Fotograf, ja – aber nicht nur, um schöne Bilder zu machen. Ich möchte mit meinen Fotos Geschichten erzählen. Begegnungen sichtbar machen. Emotionen wecken. Und genauso ist es mit meinen Worten. Ich schreibe nicht, um zu gefallen. Ich schreibe, um zu erreichen. Menschen, die vielleicht gerade zweifeln. Die sich verloren fühlen. Oder einfach nur spüren wollen, dass da draußen noch jemand ist, der fühlt wie sie. Ich möchte ihnen Mut machen, Hoffnung. Freude schenken – auch wenn es "nur" meine Reisen, meine Worte, meine Fotos sind. Denn manchmal ist genau das genug. Ich glaube an das Menschliche im Menschen. Daran, dass wir uns begegnen können, wenn wir bereit sind, hinzusehen.
Nicht nur zuzusehen, sondern wirklich zu sehen.
Nicht nur zuzuhören, sondern zu hören.
Nicht nur zufrieden zu sein, sondern wirklich zu Frieden zu finden. Wir Menschen sind nichts Fertiges. Wir sind etwas Werdendes.
Und genau deshalb fahre ich Motorrad.
Weil ich damit nicht nur Wege befahre, sondern Gedankenräume.
Weil ich langsamer bin als die Welt – und dadurch näher. Näher an den Menschen, an ihren Geschichten, ihren Blicken, ihren Unsicherheiten und ihrer Schönheit. Mit jeder Kurve, mit jedem Zwischenstopp, mit jedem Gespräch am Straßenrand. Mein Motorrad ist mein Türöffner zur Welt. Und mein Schreiben – ist mein Versuch, diese Welt mit euch zu teilen.
In diesem Sinne.
Herzlichst
Barış









