aus dem menschen bricht er heraus, der hass, wie eine naturgewalt. mumpitz! naturgewalt? das hat doch seinen anfang irgendwo und einen verlauf da unter der haut des menschen. und wurdelt da, dass man fast meint, ein ganzes wespenvolk lebt unter der haut da von dem menschen. und wenn sie platzt, die haut, dann bricht es natürlich heraus. nur ist es das produkt von einem vorgang, der im endothermen wuchert, wuchert mit einer plötzlichkeit, mit einem wachstum, das ag- gressiv geworden ist. an kleinstem punkt, ein bild, ein satz vielleicht, da hat sich der hass zum ersten mal gezeigt; in einer flüchtigkeit. und hätte auch wieder schnell verschwinden können, wär’ nur ein kurzes ärgern, ein schnell verflogener groll gewesen. doch das wär’ nicht das selbe, wär’ nicht der hass. eine verästelung, die dieses bild, diesen gedanken erst zu dem hass gemacht hat, zu dem wuchern einer wut, muss es gewesen sein. die erste spaltung, kreuzung, gabelung war auch noch harmlos. da konnt man noch nichts von diesem netzwerk ahnen, ein netzwerk aus hass. das hat sich in dem drin-hirn von dem menschen von einer synapse zu der nächsten wie ein link verbreitet. und dieses bild, die phrase, hat in der nächsten ner- venzelle einen widerhall gefunden, dass sie gleich weitere links, verbindungen, brücken zu weiteren zellen geschlagen. und in der ersten waren die berührungen noch überschaubar. doch drei zellen weiter da war es wie ein feiner wurzelflaum, der da in alle richtungen weg wuchert und dem hass einen pulsierenden körper gibt und es war ein brummen wie in einem hasserfüllten wespenstock. und immer lauter brummt es in dem hirn drin von dem menschen, weil die brücken, berührungen, links sich jetzt in jedes eck des schädels reinschlagen. und ist bald zu einem sturm angewachsen, ein hasssturm, der auch sich von der haut des menschen nicht begrenzen lässt. und mancher denkt natürlich jetzt: naturgewalt. nur wenn man genauer hinschaut, ist’s nur eine potenzierung des reizreaktionsschemas. und wächst halt über den menschen hinaus. und reißt vielleicht auch andere mit und wie auf der synapsen-ebene, schlägt’s seine links jetzt von mensch zu mensch und bildet hasslinien quer durch die gesellschaft. und bricht vielleicht auch wieder durch die gesellschaftshaut, zerbricht einen menschen, eine existenz mit einem hasserfüllten faustschlag.
drum braucht’s tragfähigere links, berührungen, brücken, die sich nicht aus der flüchtigkeit eines grolls heraus schlagen. und auch wenn das informationsfeuerwerk, die bilder wie ein stroboskop in unsere wohnzimmer feuert, muss jede verbindung erst auf ihre tragfähigkeit geprüft, bevor sie an einen ran gelassen wird, um in dem menschen dann zu wuchern, und von dort gegebenenfalls dann weiter zu wachsen. und wird der mensch, der nur mehr selbst wuchern lässt und nicht sich von den bildern zuwuchern lässt, wird nur mehr einen hass kennen dieser mensch, den hass auf den selben hass selbst.