Jim #39 - Fernbedienungen Kochen und
“Ich hasse die Schule”, sage ich. Dann lasse ich mich erschöpft aufs Sofa fallen.
“Nein” sagt Jim.
“Doch” sage ich.
“Oah.” sagt Jim.
“Wo ist die Fernbedienung?” frage ich Jim. Jim wirft einen Kugelschreiber aus dem Fenster, greift einen neuen aus einer Plastikbadewanne, die neben ihm steht und kritzelt weiter auf irgendetwas herum. Nach längeren Suchen finde ich dann schließlich die Fernbedienung. Sie war unter mir. Ich schalte den Fernseher ein.
Hmm. Normalerweise sollte jetzt der Fernsehbildschirm aufglühen und irgendeine Talkshowmoderatorenhackfresse oder eine ganz passable amerikanische Sitcom Strahlen der Verblö … ich meine Unterhaltung auf mich abfeuern.
Aber der Bildschirm bleibt schwarz.
Schwarz.
Nochmal.
Hmm.
Die Fernbedienung ist ziemlich leicht. Leichter als gewohnt.
Ich ziehe in Erwägung, dass Jim sonst immer einen Stein so an die Fernbedienung gebunden hat, dass ich es nicht bemerke und das heute eben vergessen hat. Das scheint mir, möglicherweise aufgrund meines momentanen Geisteszustandes durchaus plausibel. Um sicher zu gehen sehe ich aber nochmal auf der Rückseite nach.
“Wo sind die Batterien?” frage ich.
“Was? Oh. Ähm. Die sind …”
“… ja?”
“… unten.”
“Unten?”
“Im Labor.”
“Achso.
Gut, dann gehe ich mal eben ins Labor.” sage ich.
“Wenn du gerade dabei bist, würdest du das bitte kurz mit runterbringen?”
“Was ist das?”
“Batterien.”
“Aber. Warum?”
“Naja, wenn du die Batterien von unten mit nimmst, brauchen die sicher Ersatzbatterien.”
Irgendwas scheint mir an diesem Konstrukt nicht stimmig. Da aber meine geistigen Fähigkeiten für eine genaue Analyse nicht ausreichend sind, zucke ich mit den Schultern, nehme die Ersatzbatterien mit und mache mich auf den Weg in den Keller.
Als ich gerade wehenden Haares (Das ist eine Lüge. Die Haare wehen nicht. Ich sollte mal wieder duschen.) durch die Wohnungtür schreiten will (Es wäre ohnehin nicht gelungen. Wie gesagt.) ruft mir Jim noch hinterher: “Übrigens: Kochst du heute?”
Ich bleibe stehen. Unmittelbar wird mir ein großer Mangel meines Wesens ins Bewusstsein gehämmert. Ich kann nicht kochen.
“Was?” sage ich.
“Kochst du heute?” fragt Jim.
“Wieso ich?” frage ich. Die Unschuld in Person.
“Du bist dran.” sagt Jim.
“Ich bin dran?” frage ich.
“Du bist dran.” wiederholt Jim.
“Sagt wer?” frage ich.
“Der Plan.” sagt Jim.
Ich stutze. “Der Plan?” frage ich.
Jim wedelt mit dem Papier, dass er offenbar vorhin beschrieben hat.
“Du musst noch unterschreiben.”