so sehen wir uns wieder. nun ja, ich weiß nicht, ob du je ganz weg warst, doch das spielt auch keine wirkliche rolle. du warst in den letzten jahren zunehmend weiter weg gerückt von mir, seltener und weniger spürbar. und es scheint, ein weilchen sind wir uns aus dem weg gegangen.
daran liegt es wohl, dass es mir nun umso deutlicher auffällt, dass du gerade da bist.
nachdem ich erstmal so getan habe, als wärst du es nicht, wie ein strauß, der den kopf in den sand steckt, ist nun die übliche einsicht wieder zurückgekehrt. die einsicht, dass es nicht nur herzlich wenig bringt zu leugnen, was einfach da ist, sondern es auch der kürzeste und nachhaltig leichteste weg ist, genau da hin zu schauen, wo der reflex wegzusehen am stärksten ist.
der grund - die veränderung im verhalten mancher bisheriger wegbegleiter - so schwer (be)greifbar, wenig transparent.. und nur auslöser. der kern viel älter. denn.. diese veränderung kann so unzählig viele gründe haben.
unter anderem die eigene konstante veränderung. damit auch die wieder neue wahrnehmung, neues erleben und das erzählen davon..
ob es auch mit dem austritt aus einer früheren rolle, die noch viel leid präsent hatte, zu tun hat oder nicht, schwirrt in manchen gedankengängen.. manch abgelegte rollen werden als verrat empfunden, auch wenn dies der natürliche lauf ist. ..oder die veränderung an sich skeptisch beäugt.
ob sich mit den neuen äußeren umständen auch meine sprache verändert hat..? ob ich, ohne es zu merken, mauern zwischen mir und diesen menschen aufgebaut habe..? oder umgekehrt und ich will es nicht wahrhaben..? ob ich etwas übersehen habe, das wichtig gewesen wäre..? ob es ein festhalten wollen an etwas, das sich auch einfach verändert hat, ist…? …
und schon hat mich die fragenspirale wieder eingefangen.
dabei lenkt sie vom eigentlichen ab. vom kern. dem gefühl. im bauch. wie ein großer stein, schwer. sich um das ‘ich’ drehend. und dadurch so leicht damit zu verwechseln. dabei geht es nur um das gefühl. und das körperempfinden. gerade.
diese schwere kann mir zwischendurch auch ein anker sein. ..ein anker, der mich am boden hält, erdet. ..mit mir und dem boden der tatsachen in kontakt hält.
auch wieder da, gerade, eine weitere einsicht. das fühlen und empfinden IST leben.
..in all seinen farben und facetten.
und du, liebe unsicherheit, bist eine davon.
dieser deiner schwere den raum zu geben, der dir zusteht, er-leichtert mich.
willkommen (wieder) an bord..