Come in and find out!
Keinen Monat her, fühlt sich aber ganz anders an: Schremser steht mitten im vorweihnachtlichen Treiben einer Douglas-Filiale, in der die überwiegend weiblichen Kundinnen viel zu verschwenderisch Papp-Teststreifen einnebeln. Beim Nachdenken, ob er diese olfaktorische Über-Überforderung noch 5 Minuten aushalten können wird, hört er den Dialog zwischen einer Mitarbeiterin mit alles übertönender Kermit-Stimme hinter der Zentralen Verkaufstheke und einem alten Mann davor. Der Kunde kriegt sich auf Grund der ausführlichen Beratung gar nicht mehr ein vor überschwänglichem Lob und gibt den weit übers Ziel hinausschießenden Charmeur.
Die Schlange hinter ihm wird schon unrund statt nur peinlich berührt zu sein, doch die Douglas-Mitarbeiterin setzt noch ihren letzten Bonus-Joker: „Wir können ihnen regelmäßig Informationen zukommen lassen zu ihrem ganz persönlichen Duft-Interessen – ich bräuchte dann nur einmal ihre Email-Adresse!“ (bringt das iPad vor sich in Stellung)
Der Alte beugt sich nach vorn und deutet Nichtverstehen an. „IHRE EMAIL-ADRESSE!“ Der Mann beugt sich noch weiter nach vorn, zischelt der Beraterin etwas zu. „NUR EINMAL IHRE EMAIL-ADRESSE!“ „Ach sooo – ich bin nur zu Besuch hier!“ „Macht 127.50, Sie können alles dort drüben einpacken lassen!“ „Danke vielmals, eine Top-Beratung ist das hier, ich komme nächstes Jahr wieder – wenn ich dann noch lebe!“. Lachts und wankt mit seiner Beute Richtung Geschenkverpackungstisch …
Schremser fühlt sich wie dieser YouTube-Kerl, der mit Warnweste und Helm gekleidet Pannenclips von den Baustellen dieser Welt präsentiert, während sich die ölig-schwere Geruchskulisse im Verkaufsraum immer beklemmender über ihn legt und ihm sämtliche Stecker zieht; das mit dem Geschenk wird warten müssen.
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