Dieses Mal waren es etwa 19 Teilnehmer*innen auf der Montagsmahnwache. Auffällig war, dass sie ein Schild zwischen den Gegendemonstrant*innen und der Mahnwache aufgestellt hatten, das immer von 1-2 Leuten gehalten wurde. Auf der Einen Seite war es mit "Frieden" beschriftet und auf der anderen mit "???".
Nachdem Werner Altnickel einen Text vorgetragen hatte, wurde noch ein Text von Rolf Verleger aus dem European zusammengefasst. Es ging dort um den 4D-Effekt. Es wurde Bezug nehmend auf den 3-D Test, der eigentlich anhand der Kriterien Delegitimierung, Dämonisierung und doppelter Standards Kategorien zur Identifizierung von israelbezognen Antisemitismus bietet, behauptet, dass Israels Politik gegenüber den Palästinenser*innen nach diesen Kriterien vorginge. Das von Verleger hinzugefügte vierte D sollte für Deutschland stehen, das angeblich auf Grund seiner Geschichte eine zu positive Haltung zu Israel vertreten würde. Eine solche Verdrehung, die überdies nicht im geringsten den Tatsachen entspricht (es spricht zum Beispiel nicht dafür, dass Israel alle Palästinenser*innen zum "Bösen" erklärt, wenn vor Bombardierungen die Zivilbevölkerung gewarnt wird, die entsprechenden Gegenden zu verlassen), verharmlost Antisemitismus, der sich seit 1945 verstärkt über eine solche "Israelkritik" die Bahn bricht und sieht völlig davon ab, dass hinter einer solchen Delegitimierung, Dämonisierung und Bewertung Israels mit Doppelstandards eine Ideologie steht, die schon immer auf Vernichtung ausgerichtet war.
Später beschwerte sich noch ein Teinehmer darüber, dass er am Wochenende zuvor aus dem Alhambra geschmissen wurde. Gilbert Oltmanns faselte dann etwas darüber, was die Gegendemonstrant*innen wohl sagen würden, wenn das Alhambra von anderen besetzt werden würde und sie dann nicht mehr das Gebäude betreten dürften. Das klang unterschwellig etwas nach einer Drohung, sollte aber nicht allzu ernst zu nehmen sein.
Anschließend gab es noch einen kleinen Vorfall aufgrund von Nazi-Beschimpfungen. Ein Mahnwachenteilnehmer fühlte sich offenbar gestört und fing eine wütende Diskussion und zertrat eine Dose, mit der Fußball gespielt wurde.
Beschwerden der Mahnwachenteilnehmer*innen aufgrund der Dose gegenüber der Polizei schienen nicht so zu fruchten, wie sie es sich vorgestellt haben (die Mahnwachenteilnehmer*innen gehen wegen jeder Kleinigkeit zu der Polizei) und mussten dann am Mikrophon kund tun, dass die Polizei ja offenbar mit zweierlei Maß messen würde. Das hat wieder eine Diskussion mit der Polizei ausgelöst und die Musik, die kurz zuvor eingeschaltet wurde musste leiser gedreht werden. (Den Polizist*innen schien der Vorwurf jedenfalls nicht zu gefallen.) Später ging die Mahnwache weiter. Offenbar war die Beschwerde über den friedliche Protest mit einer Pfanddose für die Polizist*innen auch ein bisschen zu albern um einzugreifen, lediglich am Ende wurde darum gebeten, das Fußballspielen einzustellen.
Danach wurde wieder die Bandbreite mit "Der Anti-Deutsche" gespielt. Teilnehmer*innen der Mahnwache tanzten dazu. Ein seltsames Schauspiel.
Ein spontaner Redebeitrag eines Impfgegners löste bei den Mahnwachenteinhemer*innen noch Beifall aus, danach verließen die meisten Gegendemonstrant*innen den Platz.