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by Atli Arnarson
Island 2021 - Tag 5 Teil 1
Herrschaften!
Unsere Zeit in der Gartenlaube ist um und so machten wir uns heute Morgen auf den Weg. Der Schlüssel wurde von uns in den Briefkasten an der Rezeption geworfen und um 9 Uhr waren wir bereits auf der Piste in Richtung Osten.
Islands Ringstraße - in der Landessprache Hringvegur - ist 1332 Kilometer lang. Als wichtigste Fernverbindung des Landes hat sie die Nummer 1. Die Straße 1 ist nicht als Touristenstraße zur Aneinanderreihung der interessantesten Sehenswürdigkeiten gebaut worden, sondern zur Verbindung der Landesteile und lokalen Zentren mit der Hauptstadt Reykjavik.
Nichtsdestotrotz erfreut sich die Ringstraße bei den meisten Touristen großer Beliebtheit. Sie ist breit ausgebaut und durchgehend geteert. Dem entsprechend gibt es enorm viel touristischen Verkehr auf der 1. Allerdings gibt es ein West-Ost-Gefälle der Verkehrsdichte. Im Einzugsbereich der Hauptstadt Reykjavik ist das Verkehrssaufkommen natürlich am höchsten.
Unsere Tour führt uns gegen den Uhrzeigersinn um die Insel. Eigentlich ist es nahezu egal, in welcher Richtung man die Insel erkundet, aber irgendwo muss man ja anfangen.
Nun liegen die ganz großen Highlights bereits hinter uns und wir fahren zunächst in südlicher Richtung weiter bis wir wieder auf die 1 stoßen.
Die heutige Strecke hat mehrheitlich mit Wasser zu tun - und zwar “Wasser von oben”. Wasser in flüssiger und fester Form, manchmal kochend heiß und oft zu Eis gefroren, ist auf Island alles andere als eine Rarität.
Häufig kommt es von oben, und damit sind nicht zwingend die leider ebenfalls nicht seltenen Regen-, sondern vielmehr die zahllosen Wasserfälle gemeint.
Wer sich dafür begeistert, wird auf der Insel nicht lange suchen müssen, sie sind allgegenwärtig und in den verschiedensten Variationen zu haben. Gemein ist ihnen fast immer die Endung -foss (oder auch im Plural -fossar).
Auf dem Weg vom Golden Circle in Richtung Osten passieren wir kurz nach der Einmündung von der Straße 30 auf die Ringstraße den Fluss Þjórsá. Es regnet zunächst, doch auf dem Parkplatz hat der Wettergott ein Einsehen und es wird trocken.
Kurz vor der Brücke führt rechts die kleine, schlaglochreiche Schotterstraße Urriðafossvegur nach wenigen hundert Metern zum Parkplatz beim Urriðafoss.
Der Urriðafoss ist der wasserreichste Wasserfall Islands und damit sollte man denken, dass er von jedem Touristen besucht wird.
Vor allem auch, weil er wirklich nah an der Ringstraße liegt. Es dauert nur wenige Minuten, um ihn zu erreichen. Dennoch wird er wohl auf der Fahrt Richtung Osten häufig übersehen.
Der breite Wasserfall mit bis zu sechs Metern Fallhöhe wird durch mächtige Felsen in der Mitte geteilt. Die großen Wassermengen von bis zu 360 Kubikmetern pro Sekunde verdankt er dem Fluss Þjórsá, dem mit 230 Kilometern Länge längsten Fluss Islands.
Der Þjórsá entspringt im Hochland und wird von den Gletschern Hofsjökull, Vatnajökull und Tungnafellsjökull gespeist. Für Angler ist der Þjórsá ein beliebtes Revier zum Angeln von Lachs und Seeforellen.
Neben der Aussicht direkt vom Parkplatz aus kann man auch noch ein Stück weiter gehen, wo sich ein weiterer Aussichtspunkt befindet.
Aufgrund des Wasserreichtums gab es schon Anfang des 20. Jahrhunderts Pläne zur Errichtung eines Wasserkraftwerks, die aber nicht verwirklicht wurden.
Wir fahren weiter in östlicher Richtung auf der 1. Bei dem Ort mit dem gefälligen Namen Rangárþing eystra biegen wir auf die 261 ab, um zum Gluggafoss zu gelangen.
In der Literatur wird der Wasserfall auch als Merkjarfoss bezeichnet, da hier der der Fluss Merkja fließt. Der Gluggafoss / Merkjarfoss kann einfach über eine asphaltierte Straßen angefahren werden.
Der Wasserfall ist von der Straße aus gut zu sehen und auch ausgeschildert.
Der Gluggafoss befindet sich wenige Schritte von einem eingerichteten Parkplatz entfernt, der heute mehr als gut besucht war.
Es bietet sich die Möglichkeit an, über ein steiles Terrain an die Kippkante des Wasserfalls aufzusteigen. Dort können flussaufwärts zwei weitere Katarakte begutachtet werden. Ein kleiner Treppenpfad führt an der Seite nach oben.
Über 40m ist dieser “Fensterwasserfall” hoch. Einzigartig macht den Gluggafoss wohl seine Geologie.
Er hat nämlich mehrere Löcher und Tunnel im weichen Palagonitgestein geschaffen, durch die das Wasser seinen Weg findet – diese Löcher bzw. Fenster heißen im isländischen “Gluggar”.
Seinen Namen Fensterwasserfall verdankt er dem Hekla Ausbruch von 1947. Damals lagerte sich so viel Asche ab, dass das Wasser sich 3 "Fenster" zum Durchlaufen gesucht hat.
Die unteren Kaskaden sind übrigens immerhin noch 8,5 Meter hoch. Bereits von der ersten Terrasse hat man schon einen herrlichen Überblick bis hin zum Eyjafjallajökull.
Vom Gluggafoss geht es über die 250 wieder zurück auf die 1. Die Straße 1 führt nun unmittelbar entlang der ehemaligen steilen Küstenlinie, die bis zum höchsten Punkt des Eyjafjallajökull bis auf 1650 Meter aufsteigt. Der Eyjafjallajökull ist Islands sechstgrößter Gletscher. Unter ihm befindet sich der Vulkan Eyjafjöll, dessen Magmakammer immer wieder aktiv wird.
Als der Eyjafjöll nach 187 Jahren Ruhe im März 2010 ausbrach, lernte die ganze Welt, den komplizierten Namen auszusprechen. Bei dem Ausbruch entstand eine Aschewolke, die den Luftverkehr europaweit stillegte. Weitere Ausbrüche werden von Experten nicht ausgeschlossen.
Die von den Eismassen des Gletschers zum Meer führenden Talrinnen können auf Grund der Temperaturdifferenzen enorme Winde erzeugen, die unter Umständen auf der Ringstraße gefährlich werden können.
Wir fahren zum nächsten Wasserfall ....
Gluggafoss, Iceland - by Rune Askeland
Southern Region, Iceland
And the Spring arose on the garden fair, Like the Spirit of Love felt everywhere; And each flower and herb on Earth's dark breast Rose from the dreams of its wintry rest. (Percy Bysshe Shelley) Additional: KASE Skyeeye + KASE Wolverine GND 0.
by Daniel Herr from Germany
Source | Google Maps
Rise & Fall by DanielHerr
Rise & Fall by DanielHerr
Gluggafoss Iceland by urs-schmidli
Spring Awakening by DanielHerr