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Happy Birthday, George Michael! Remembering George Michael on his 63rd birthday in 2026, nearly 10 years after his death.
Remembering George Michael on what would have been his 63rd birthday (b. June 25, 1963)
Happy Birthday George Michael
George Michael, June 25, 1963 – December 25, 2016.
Holland IV 2026 - Tag 11
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
Überall Wasser, Boote und romantische Grachten: Am Wochenende waren wir mit unserem Wohnmobil in Lemmer in den Niederlanden.
Noch nie gehört? Ich vorher auch nicht, dabei ist der Ort wunderschön und unter Deutschen seit Jahren sehr beliebt.
Der Begriff Lemsterhoek kommt seit 1165 vor. Eine kleine Festung im Westen vom heutigen Lemmer, die 1400 von den Holländern erobert wurde.
Lemmer (fries. De Lemmer), wurde bereits 1288 unter dem Namen anerkannt.
Im 16. und 17. Jh. entwickelte sich Lemmer als bedeutender Handelshafen.
Seit dem 18. Jahrhundert spielte die Fischerei in Lemmer eine immer wichtigere Rolle.
Aufgrund der Lage an der Zuiderzee, dem heutigen IJsselmeer, wurde Lemmer oft zum Ziel von Angriffen.
1799 landeten britische Truppen in Lemmer. Davor hatten sie bereits schon Enkhzuizen, Medemblik und Stavoren erobert.
Für die parallel zur Zuiderzee verlaufende Zijlroede und den darauf zufließenden Lemsterrijn wurde in Lemmer auch ein Binnenhafen angelegt.
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Lemmer zum wichtigsten Fischereihafen der Niederlande.
Diesen Umstand verdankte der Ort unter anderem seiner Flotte von 146 Schiffen, darunter auch die ‘Lemsteraken’ genannten Plattbodensegler – traditionelle, aus Lemmer stammende Segelschiffe.
Die Straßenverbindung mit dem restlichen Friesland förderte die Entwicklung von Lemmer ebenfalls.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein war Lemmer einer der bedeutendsten Fischerorte der Niederlande.
Mit dem Bau des Abschlussdeichs und der Einpolderung von Flevoland verlor Lemmer in der Fischerei an Bedeutung.
Lemmer wird auch das "Tor von Friesland" genannt und hat diesen Namen sicherlich verdient, mit seinem lebendigen maritimen Zentrum voller historischer Gebäude, gemütlicher Geschäfte und Terrassen am Wasser.
Außerdem ist es gut an alle Wasserstraßen angeschlossen, so dass man mit dem Boot in alle Richtungen fahren kann.
Früher war die Lemster Schleuse so etwas wie das Tor zu Deutschland, hier begann der Kanal Richtung Ems. Heute wird die Schleuse meistens von Freizeitskippern genutzt.
Das Durchfahren durch Lemmer selbst kostet immer 7 Euro Gebühr, auch wenn man nicht in der "City" anlegen möchte. Es muss passend in den Holzschuh an der Angel gelegt werden, die der Wärter zum passierenden Boot auswirft.
Die Schleusen und die Schleusenwächterhäuschen stammen aus dem Jahr 1888. Man kann das alte Zentrum vom Wasser aus befahren.
Der Hafenmeister achtet darauf, dass die Liegeplätze am Kanal eng belegt werden, damit viele Schiffe Platz haben. Die Anleger sind auch für größere Jachten geeignet.
Lemmer hat alle Zutaten für einen perfekten Wochenend-Ausflug: Viel Kultur, tolle Cafes und Restaurants, unzählige besondere Geschäfte – und ganz viel Wasser.
Der Stadtkern von Lemmer ist umgeben von malerischen Grachten. Jeder, der sein Boot mitbringt, darf hier fahren – egal ob mit dem Paddel- oder Speedboot.
Mehre Bootsverleiher im Ort bieten Boote zum chatern an – auch ohne Bootsführerschein bis 25 PS. Quer durch den Ort führt der Wasserweg 't Dok.
Vom großen Ausflugsboot bis zu kleinen Kähnen, die sich spontant über eine App mieten lassen, ist hier ganz viel möglich um die Stadt vom Wasser aus zu entdecken.
Außer zum Ijsselmeer hinaus, gibt es auf der gesamten Seenplatte keine Schleusen, da der Wasserstand überall einheitlich hoch ist. Lediglich einfach zu durchfahrende Brücken müssen passiert werden.
Besucher können am Seitenrand der Schleuse die vielen Boote, die nach Lemmer hineinfahren, oder von dort wieder die Weiten des IJsselmeers aufsuchen, bestaunen.
Die Innenstadt wird durch Grachten und Schleusen in kleine Bereiche eingeteilt und an der Flaniermeile kann man direkt am Wasser sitzen, neben den Booten.
Die Häuser sind meist nur zweistöckige, alte Kaufmannshäuser und dadurch hat Lemmer seinen besonderen Charme: klein, gemütlich und übersichtlich. Im Gegenteil zu anderen Orten sind wirklich viele Cafés und Restaurants an den Seiten der Hauptgracht.
Entlang des großen Kanals ziehen sich sowohl Bistros, Restaurants, aber auch Geschenkartikelläden mit viel Stil. Etwas abseits der Hauptmeile gibt es für die Segler Segelmacher und andere nützliche Orte.
Entspannend ist der Blick auf den Kanal, wenn die Schiffe und Yachten von dannen ziehen oder anlegen. Die Brücken heben sich für die Durchfahrt an den Straßen und der Verkehr muss innehalten.
Last but not least hat Lemmer auch einen weitläufigen Sandstrand mit einem Beachclub mit Blick auf das Ijsselmeer.
Der Strand ist auch als Lemsterstrand bekannt. Wer einen erholsamen Tag am Wasser verbringen möchte, ist hier genau richtig.
Der westlichste Teil des Strandes ist offizielles Freilaufgebiet für Hunde. Hier dürfen Hunde das ganze Jahr laufen, schwimmen und toben. Zwischen dem 1. Oktober und dem 30. April dürfen Hunde überall frei laufen.
Während der Hauptsaison (zwischen 1. Mai und 30. September) sind Hunde am Strand, mit Ausnahme des Hundestrandes, nicht erlaubt.
Ein Wochenende reicht nicht aus, um auch nur annähernd alle Shops in Lemmer anzusteuern. Wir waren beeindruckt von dieser tollen Stadt.
Hier gibt es nicht die üblichen großen Ketten, sondern unzählige kleine besondere Gassen und Läden. Wer gerne einkaufen geht, sollte hier unbedingt etwas mehr Zeit mitbringen.
Am Nachmittag tingelten wir durch den malerischen Ortskern von Lemmer, um uns einen Überblick zu verschaffen.
Und da haben wir schon gemerkt: Wow, ist das hübsch hier! So ein pittoreskes, wunderschönes Dorf. Kein Wunder, dass Lemmer auch „Venedig von Holland“ genannt wird.
Am frühen Abend zogen wir noch einmal los, um zu Abend zu essen.
Wir hatten clevererweise eine Tischreservierung vorab platziert.
Das war bei dem milden Wetter auch dringend notwendig.
Irgendwann machten wir uns dann auf den Rückweg, der Himmel verdunkelte sich zusehends und der Wind frischte auf.
Doch wir hatten Glück und sind dem Regen davon gelaufen. 10 Minuten, nachdem wir an unserem Wohnmobil eintrafen, brach die Hölle los.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Holland IV 2026 - Tag 10
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
Wenn man in Friesland ist, muss man sich das Woudagemaal anschauen, denn es ist ein einzigartiges Kulturdenkmal der Wasserwirtschaft.
Ein großer Teil der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel, so auch die Provinz Friesland.
Während der Winter des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen große Teile von Fryslân (Friesland) unter Wasser.
Um diese Wasserflut zu bekämpfen, beschloss man 1913 eine Dampfpumpstation bei Lemmer zu bauen.
Wer das friesische Dorf Lemmer besucht, kann es schon von Weitem sehen:
den 60 Meter hohen Schornstein eines der schönsten und innovativsten Baudenkmäler Hollands, des Ing. D.F. Wouda-Pumpwerks.
In einem vom Stil der Amsterdamer Schule inspirierten Gebäude befindet sich das größte immer noch funktionstüchtige, dampfbetriebene Schöpfwerk der Welt.
Ein Meisterwerk der Wasserbaukunst erwartet die Besucher.
Ingenieur Dirk Frederik Wouda war maßgeblich an dem größten niederländischen Wasserbauprojekt des 20. Jahrhunderts beteiligt.
Die Anlage (1913-20 gebaut) ist als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.
Das größte, noch in Betrieb befindliche Dampfpumpwerk der Welt.
Das Wouda-Pumpwerk wurde erbaut, mit dem Ziel, das überschüssige Wasser aus Friesland herauszupumpen.
Es gibt über 800 kleinere Pumpstationen, die das Wasser aus verschiedenen Poldern pumpen.
Das Maschinenhaus ist 62 x 15 m groß und ruht auf einer Fundamentplatte von 82,3 x 44,4 qm auf 1950 Holzpfählen.
Der Zulaufkanal hat eine 68 m Sohlbreite, 3,20 m Tiefe und 87,20 m Spiegelbreite.
Vier Millionen Liter Wasser, in etwa 28.000 volle Badewannen, pumpt das Woudagemaal in der Minute.
Vier riesige Dampfmaschinen treiben die acht gewaltigen Pumpen an.
Das nach dem Ingenieur Wouda benannte Pumpwerk ist das größte und einzige heute noch arbeitende Dampfpumpwerk der Welt.
Die Friesländer freuen sich über das Weltkulturerbe, denn seitdem es das Dampfpumpwerk gibt, bleiben ihre Füße bei Hochwasser trocken.
In Zeiten des Klimawandels ist diese 100-jährige Technik ein Segen für die friesische Wasserwirtschaft.
Denn es pumpt heute immer noch bei extrem hohen Wasserständen das überflüssige Wasser aus Friesland in die Zuiderzee, das heutige Ijsselmeer.
Dann werden die riesigen Kessel angeheizt (seit 1969 statt mit Steinkohle mit Heizöl) und der Dampf treibt die Oldtimer-Dampfmaschinen an.
Diese setzen die riesigen Pumpen in Bewegung.
Bis 1968 war es ständig in Betrieb, mit der Entstehung des neuen elektrischen Hoogland-Schöpfwerks in Stavoren muss es nur noch bei extremen Hochwasserständen „aushelfen“.
Um das zu gewährleisten, werden ein- bis zweimal im Jahr Übungen durchgeführt, um Maschinisten und Heizer auszubilden.
Bevor die Dampfpumpstation tatsächlich Wasser abpumpen kann, muss erst ein bestimmter Druck aufgebaut werden.
Um die Kessel mit Wasser zu füllen, das schwere Heizöl vorzuwärmen und die acht Pumpen nacheinander zu starten, ist ein Team von mindestens elf Personen notwendig.
Nach sechs Stunden Hochfahren und Aufwärmen laufen die über 100 Jahre alte Maschinen auf Hochtouren.
Seit 1998 gehört das Wouda-Pumpwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Architektonisch und technisch ist die Woudapumpstation ein gut gepflegtes Monument aus dem Ende des Dampfzeitalters.
Hut ab für die Ingenieure, die das Gebäude und seine Maschinen damals entwarfen.
Wer sich nicht für Pumpen, Kolben und Dampf interessiert, das Gebäude ist eine architektonische Augenweide.
Gebaut nach Entwürfen von Architekt H.P. Berlage, ein Anhänger der Amsterdamer Schule.
Im Besucherzentrum gibt es eine kleine Präsentation über die Geschichte des Dampfschöpfwerks, der friesischen Wasserwirtschaft und die Folgen des Klimawandels.
Und nach dem Rundgang kann man sich auf die Aussichtsterrasse des Besucherzentrums setzen und den schönen Ausblick auf das Ijsselmeer genießen. Die Dampfpumpstation gehört auch zur Europäischen Route der Industriekultur.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Holland IV 2026 - Tag 9
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
An der Wohnzimmerdecke eines Hauses in Franeker in Friesland befindet sich ein waschechtes UNESCO-Welterbe.
Hier hängt das weltweit größte bewegliche Modell unseres Sonnensystems aus den 1770er-Jahren und das älteste noch funktionierende Planetarium der Welt.
Der Erfinder setzte mit dem Planetarium auf sachliche Information als Mittel gegen Fake News.
Dieses präzise bewegliche Modell des Sonnensystems wurde zwischen 1774 und 1781 vom friesischen Wollkämmer Eise Eisinga gebaut.
Eise Eisinga wurde am 21. Februar 1744 in Dronrijp geboren. Wie viele Kinder zu dieser Zeit musste auch Eise arbeiten.
Er half in der Wollkämmerei seines Vaters mit, und es war auch sein Vater, der im kleinen Eise das Interesse an Astronomie und Mathematik weckte.
Eise war derart wissbegierig, dass er schon als kleiner Junge wöchentlich zu Fuß nach Franeker ging, wo er gemeinsam mit dem Wollfärber Willem Wijtses an der Akademie von Franeker die mathematischen Werke von Euklid studierte.
Astronomie und Mathematik waren nur seine Hobbys. Auf Basis des Selbststudiums schrieb er bereits im Alter von 15 Jahren ein Mathematikbuch.
Zwei Jahre später folgte ein Buch über Astronomie.
Im Alter von 24 Jahren heiratete Eise die junge Pietje Jacobs, und im Jahr 1768 ließ er sich als Wollkämmer in Franeker nieder.
Der friesische Pfarrer Eelco Alta sagte für Mai 1774 voraus, dass der Mond mit den Planeten kollidieren und die Erde untergehen würde.
Eise Eisinga wusste jedoch, dass „die Erde doch weiter bestehen würde“.
So beschloss er, eine Maschine zu bauen, „die mir jederzeit zeigen kann, was am Himmel gerade passiert“.
Mit dieser Maschine konnte er Interessierten zeigen, wie sich die Planeten bewegen.
Im Jahr 1778 gab er öffentlich bekannt, dass er bereits vier Jahre lang an einem beweglichen astronomischen Planetarium arbeitete.
Und das mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie, denn sein Vater stellte Scheiben und Zahnräder aus Holz her, während sein Bruder das Planetensystem auf die Decke des Wohnzimmers malte.
Wilhelm I., Prinz von Oranien und erster König der Niederlande, war so beeindruckt von Eisingas Konstruktion, dass er das Haus kaufte und zum königlichen Planetarium erklärte.
Auf diese Weise wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Modell der Sonne mit den sechs um sie kreisenden Planeten funktioniert auch heute noch.
Damit ist Eisingas Maschine das älteste funktionierende Planetarium der Welt.
Eisinga starb im Jahr 1828 im Alter von 84 Jahren. Er hinterließ ein Testament, in dem er die Funktionsweise seines Planetariums genau beschrieb.
Das von ihm gebaute Planetarium zeigt bis heute die aktuelle Position der Planeten.
Die Planeten des Planetariums bewegen sich zeitgleich mit den realen Planeten um die Sonne: Merkur zum Beispiel in 88 Tagen, die Erde in einem Jahr und Saturn sogar in mehr als 29 Jahren!
Der Mechanismus funktioniert über ein ausgeklügeltes Räderwerk aus Holzreifen und Scheiben, mit zehntausend handgeschmiedeten Nägeln als Zähnen.
Eine Pendeluhr und neun Gewichte treiben das System an.
Das Planetarium ist zugleich ein Museum mit einer umfangreichen Sammlung historischer und astronomischer Instrumente und Einblicken in die moderne Astronomie.
Zudem gibt es einen kleinen Kinosaal, in dem Filme zum Thema gezeigt werden.
Nach einem langen Vorlauf von mehr als acht Jahren, in dem das Planetarium 2010 als offizieller niederländischer Kandidat in die „Vorläufige Liste des UNESCO-Welterbes“ aufgenommen wurde, wurde 2012 der Aktionsplan erstellt.
Im Jahr 2023 wurde das Planetarium in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Das ganze Museum besteht inzwischen aus drei nebeneinander liegenden Kaufmannshäusern zu denen auch ein Kaffee gehört.
Im Innenhof, der von den Häusern umschlossen ist, lässt es sich angenehm ruhig sitzen und den sehr leckeren Kuchen genießen.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 8
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Herrschaften!
Während unseres Aufenthalts in Nordholland hatten wir Lust auf einen kleinen Ausflug bzw. eine Fahrt über den Afsluitdijk (Abschlussdeich).
Der Deich beginnt an der Westküste des Ijsselmeers, im Ort Den Oever, und erreicht den Ort Zurich an der Ostküste.
Der Deich verbindet Noord-Holland mit Friesland.
Auf der Fahrt über den Deich überquert man automatisch die beiden künstlichen Inseln Kornwerderzand und Breezanddijk.
Der Abschlussdeich ist 30 Kilometer lang und wurde zwischen 1927 und 1932 gebaut.
Rund ein Viertel der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel, so dass ohne die umfangreichen Deichbaumaßnahmen die Hälfte des Landes von Überflutungen bedroht wären.
Die vielen Deiche konnten aber nicht verhindern, dass immer wieder verheerende Sturmfluten das Land überschwemmten.
Schon im 17. Jahrhundert gab es daher Pläne für eine Abdämmung der Zuiderzee, die aber mit den damaligen technischen Mitteln nicht umzusetzen waren.
Durch den Bau wurde die ehemalige Zuiderzee in das heutige Binnengewässer Ijsselmeer verwandelt und gleichzeitig ein Schutz vor Sturmfluten errichtet.
Über zwei Schleusen ist die Durchfahrt zwischen Ijsselmeer und Nordsee nach wie vor möglich: die Stevinsluizen im Westen und die Lorentzsluizen im Osten.
Über den 90 m breiten Damm führen eine vierspurige Autobahn und ein Weg für Radfahrer und Fußgänger.
Noch bis weit in das Jahr 2026 finden auf dem Abschlussdeich zwischen IJsselmeer und Nordsee Bauarbeiten statt.
In dieser Zeit sind einige der Haltestellen und Aussichtspunkt gesperrt.
Da es aktuell noch nicht möglich ist, den Abschlussdeich komplett mit dem Fahrrad zu befahren, verkehrt ein kostenloser Fahrradbus (Fietsbus) auf dem Deich.
Unser Ziel ist der recht neue Vakantiepark Lemmer, im gleichnamigen Ort Lemmer.
Der Ferienpark liegt direkt am IJsselmeer mit eigenem Zugang zum Sandstrand, zwischen der gemütlichen Stadt Lemmer und der Wouda-Pumpstation (UNESCO-Welterbe) in fußläufiger Entfernung.
Auf rund 5 Hektar Fläche gibt es etwa 200 Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien.
Dazu kommen natürlich noch Rezeption mit Brötchenservice, Sanitärräume (unisex), Versorgung und Entsorgung.
Einige Arbeiten sind noch nicht zur Gänze abgeschlossen, aber das beeinträchtigt unseren Aufenthalt überhaupt nicht.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 7
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Herrschaften!
Wir verlassen den Vakantiepark Ackersate am Morgen wieder. Zum Glück kommen wir gut von unserem Platz herunter, denn es hatte die ganze Nacht geschüttet und gestürmt. Und heute Morgen sah es auch kein bisschen besser aus.
Um nicht durch Amsterdam fahren zu müssen, fuhren wir in nördlicher Richtung, über Lelystad und die berühmten Houtribsluizen.
Und tatsächlich wurde, mit jedem Kilometer, den wir nach Norden fuhren, das Wetter besser und Besser.
Die Niederländer und das Meer – ein nie endender Kampf. Ein Ort, an dem dies besonders deutlich wird, sind die Houtribsluizen, die sich als interessante Fotokulisse entpuppen.
Man kann darüber streiten, ob Bauwerke aus Beton und Stahl schön sind oder nicht. Ich denke, das ist Geschmackssache.
Man überquert die Houtribsluizen, wenn man die Autobahn N302 von Lelystad nach Enkhuizen nimmt.
Diese Straße, der Houtribdijk, ist ein 26 km langer Damm im größten See der Niederlande, der von 1963 bis 1976 erbaut wurde.
Die Houtribsluizen liegen direkt vor der Küste von Lelystad.
Es handelt sich um ein wunderbares Stück Ingenieurskunst, das 1975 fertiggestellt wurde.
Es besteht aus zwei Schleusen, die Schiffe mit einem Gewicht von bis zu 5000 Tonnen aufnehmen können, um den Unterschied im Wasserstand zwischen dem südlichen See (Markermeer) und dem nördlichen See (IJsselmeer) auszugleichen.
Es verfügt jedoch auch über sechs einziehbare Wassersperren. Im geöffneten Zustand lassen sie 630 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch.
Das entspricht dem Volumen eines durchschnittlichen Hauses – jede einzelne Sekunde. Gleichzeitig bilden sie Brücken, die die Reisezeit von einem Seeufer zum anderen um etwa eine Stunde verkürzen.
Und schließlich beherbergt es einen Atomschutzbunker, der den Betrieb des Komplexes auch nach einem verheerenden Atomangriff ermöglicht.
Was an diesem Ort gefällt, ist, dass man ihn von jedem Winkel aus betrachten kann. Der weiße Beton und der blaue Stahl bilden einen starken Kontrast.
Die Anordnung der Bauelemente eröffnet interessante Perspektiven. Am meisten fasziniert aber, dass nichts von dem, was man sieht, vor etwa 75 Jahren da war.
Außer dem Wasser. Es ist einer dieser Orte, an denen man nicht nur sehen, sondern auch spüren kann, wie Land aus Wasser entstanden ist.
Das zieht natürlich Surfer aus aller Herren Länder an. Und so verwundert es auch nicht weiter, dass sich ein kleiner Mikrokosmos drumherum angesiedelt hat.
Im Kreisverkehr finden sich einige mobile Foodtrucks für das leibliche Wohl. Weiter unten gibt es einen kleinen, privaten Wohnmobilplatz - von daher ist dort eine weitere Durchfahrt nicht möglich.
Auch wer zum "Exposure" möchte, muss sein Fahrzeug vorher stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren, vorbei an Campern und Surfern.
Mit Exposure ist nicht nur das Land gemeint, sondern ebenfalls eine 26 Meter hohe Stahlskulptur.
Im Volksmund wird dieses Kunstwerk im allgemeinen als "Der kackende Mann" bezeichnet.
Die Figur besteht tatsächlich aus etwa 2.000 Trägern unterschiedlicher Länge, die mit rund 5.500 Bolzen zusammengeschraubt sind. Erschaffen hat sie der bekannte britische Künstler Antony Gormley.
Die Träger wurden jeweils von Hand in einer Art geordnetem Chaos zugeschnitten, das verhindert, dass das Werk irgendeine Symmetrie findet. Je näher man der Statue kommt, desto mehr sieht sie einfach wie ein Durcheinander aus Metallbalken aus.
Über den Houtribdijk fahren wir weiter nach Enkhuizen und siehe da: Petrus hat Erbarmen mit uns und der Himmel ist nun strahlend blau.
Der Houtribdijk (deutsch Houtribdeich, auch bekannt als Markerwaarddeich, Markermeerdeich oder auch Damm Enkhuizen-Lelystad) ist ein Damm, der das IJsselmeer vom Markermeer trennt.
Er war durch die Zuiderzeewerke zwischen 1963 und 1976 errichtet worden. Auf dem Damm verläuft die Grenze zwischen den Provinzen Flevoland und Nordholland.
Die Straße, eröffnet am 14. Dezember 1976, ist Teil der N307 und führt entlang der Markermeerseite. Der Radweg liegt auf der IJsselmeerseite. Etwa in der Mitte des Deiches liegen der Schutzhafen Trintelhaven und eine Raststätte.
Nächste Station ist der Fischerort "Den Oever". Den Oever ist bekannt für seinen lebhaften Hafen und den regen Fischereibetrieb.
Der Ortsname „den Oever“ bedeutet „das Ufer“ und ist ein alter Name für das Gebiet, in dem das Dorf liegt.
Den Oever grenzt an das IJsselmeer (Vogelschutzrichtlinie) und das Wattenmeer, das seit 2009 den Status eines Natura-2000-Gebiets besitzt (Habitat- und Vogelschutzrichtlinie).
Entstanden ist es durch den Bau des Afsluitdijk (Abschlussdeich) und die Anpassung der Hafendeiche.
Den Oever befindet sich auf der nordholländischen Seite des Afsluitdijk und ist somit das einzige Dorf, das an Süß- und Salzwasser liegt.
Der Hafen selber liegt auf der Wattenmeerseite. Den Oever ist ein echter Fischerhafen. Der Fang findet sich superfrisch in den Restaurants des Hafens.
Alle Restaurants am Hafen sind mit dem Auto leicht zu erreichen und es gibt ausreichend Parkplätze, auch für größere Fahrzeuge.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Holland IV 2026 - Tag 6
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Bei miserablen Wetter führt uns unser Weg weiter in die Niederlande.
Und zwar nach Garderen, eine kleines Örtchen in der Provinz Gelderland.
In Garderen findet von Mitte April bis Ende Oktober das jährliche Sandskulpturenfestival statt.
Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema. Dieses Jahr lautet das Thema: Rom.
Obwohl Garderen nur ein kleines Dorf in der Veluwe ist, hat es eine ländliche Anziehungskraft ähnlich dem Keukenhof.
Der Skulpturengarten existiert nun schon fast 25 Jahre und kann von daher auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken.
Der Skulpturengarten in Garderen ist ein mehr als 3.000 Quadratmeter großer "Garten", in dem die schönen Skulpturen, Gartendekorationen und Wohndekorationen zu finden sind.
Der römische Einfluss in den Niederlanden spielt in der aktuellen Ausstellung ebenfalls eine wichtige Rolle.
So wird beispielsweise dem niedergermanischen Limes, der alten Nordgrenze des Römischen Reiches, besondere Aufmerksamkeit gewidmet, der 2026 sein fünfjähriges Bestehen als UNESCO-Welterbestätte feiert.
Dadurch wird nicht nur die internationale Geschichte, sondern auch die römische Vergangenheit in den Niederlanden lebendig.
Die Herstellung ist sehr aufwendig, die Skulpturen sind zerbrechlich und erfordern je nach Umgebung viel Pflege.
Interessant war, dass einiges noch nicht ganz fertig war.
So konnten wir auch bestaunen wie diese wunderbare Welt aus Sand und Holz entsteht.
Der Aufstieg, die Blütezeit und der Fall eines Weltreichs, das Europa nachhaltig prägte.
Von Kaisern und Soldaten bis hin zu Tempeln, Mythologie und Alltag: Jede Skulptur erzählt ihre eigene Geschichte.
Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass man nicht nur beeindruckende Sandskulpturen sieht, sondern auch eine lehrreiche und überraschende Reise durch die Geschichte erlebt.
Dank der Zusammenarbeit mit führenden Museen und der Leihgabe authentischer Museumsstücke entsteht eine einzigartige Verbindung von Kunst, Geschichte und Erlebnis.
Die Sammlung war unglaublich umfangreich und der Rundgang bot einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und die goldenen Momente der Niederlande.
Wir haben so viele Fotos von den Kunstwerken gemacht, die uns besonders beeindruckt haben, dass wir uns gar nicht entscheiden konnten.
Der Außenbereich war wirklich beeindruckend, da man dort so viele eindrucksvolle Persönlichkeiten sehen konnte, die Rom und Eurapa geprägt haben.
Es gab auch eine große Sammlung im Innenbereich, und wir haben jedes einzelne Stück sehr genossen.
Wenn man sich dafür interessiert, kann man den Künstlern sogar bei der Arbeit zusehen und beobachten, wie sie aus Sand magische Gebilde erschaffen.
Jede Figur vermittelt Emotionen, erzählt eine reiche Geschichte und zeugt von unglaublichen handwerklichem Können.
Ich könnte nicht mal eine gescheite Sandburg bauen – daher mein größter Respekt vor diesen Künstlern!
Drinnen gibt es ein nettes Restaurant und einen Laden, und wir haben hier unseren Kaffee und ein Stück Apfelkuchen genossen.
Es war warm, gemütlich und eine willkommene Auszeit von dem schmuddeligen Wetter.
Das besondere an diesem Restaurant sind die Mitarbeiter.
Der "Lunchroom De Rozentuin" zeigt, wie ein gleichberechtigtes Leben von Menschen mit und ohne Behinderung funktionieren kann.
Es handelt sich um ein Inklusionsunternehmen in der Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen arbeiten.
Für unsere Übernachtung haben wir einen Stellplatz im 5-Sterne Campingplatz "Vakantiepark Ackersate" bei Voorthuizen gebucht, der nur rund 10 Minuten weit (nah) entfernt liegt.
Ein großer Campingplatz mit großzügigen Stellplätzen und vielen touristische Anlagen. Er verfügt über hervorragende Einrichtungen, das Schwimmbad hat u. a. ein 20-m-Hallenbad und ein beheiztes Freibad.
Der Platz liegt zwischen den Wäldern in der Veluwe und dem ländlichen Gelderländer Tal.
Leider hat die Rezeption nur bis 17 Uhr geöffnet, von daher müssen wir uns ein bisschen sputen.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 5
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Herrschaften!
Holland ist bei uns nicht gerade als Weinbauregion bekannt, aber man vermutet, dass schon die Römer auf dem Gebiet der heutigen Niederlande Wein anbauten.
Erstmals nachgewiesen wurde der Weinbau in den Niederlanden für das Jahr 968 n. Chr. Auch im Mittelalter ist Weinbau belegt, ging aber im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer weiter zurück.
Die Einführung des Bieres, das sich verschlechternde Klima im Zuge der Kleinen Eiszeit, die Reblaus sowie die Eroberung der Niederlande durch Napoleon machten den Weinbau praktisch zunichte.
Erst seit den 1970er Jahren erlebt der Weinbau in den Niederlanden eine Renaissance. Auch der Klimawandel hat seinen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.
Während die Niederlande lange Zeit ein eher kühles und nasses Land waren, sorgen steigende Sonnenstunden und höhere Temperaturen dafür, dass Traubensorten wie Chardonnay, Riesling und Pinot Gris immer besser reifen.
Gleichzeitig bringt das Wetter auch Herausforderungen für den Weinbau mit sich, wie beispielsweise Trockenheit und starke Regenfälle.
Durch die Einführung wetterbeständiger Rebsorten wie Solaris, Regent und Souvignier Gris im Jahr 2000 ist die Zahl der Weingüter in den Niederlanden deutlich gestiegen.
Die neuen Rebsorten sind weniger anfällig für Krankheiten und benötigen weniger Pestizide, was den Weinbau nachhaltiger macht.
Im Jahr 2020 wurde auf 135 Einzellagen mit einer Gesamtfläche von 250 ha Wein angebaut, die Produktion belief sich auf rund 1,2 Millionen Flaschen Wein.
Heute ist in den Niederlanden das nächste Weingut nie weit entfernt. Von Groningen über Südholland und Gelderland bis Zeeland: es gibt zahlreiche Weinregionen, die darauf warten entdeckt zu werden.
Tatsächlich sind unsere Nachbarn ein super Reiseziel für alle, die ein gutes Glas Wein im Schatten der Weinreben genießen möchten. Und das bereits seit 20 Jahren!
Die meisten Weingärtner in unserem Nachbarland hatten früher einen anderen Beruf, bevor sie zu den Weinstöcken wechselten: Kartoffel- und Obstbauern, Futtermittelmanager, Pilot, Stewardess, und Campingplatzinhaber, so unterschiedlich ist der berufliche Werdegang der neuen Winzer.
Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten: Viele von ihnen laden Besucher nach vorheriger Absprache zu Weinproben und Führungen ein.
Vor allem die leichten Weißen aus den Niederlanden, die hier serviert werden, sind im Sommer ein gut gekühlter Genuss. Die Rebsorte Johanniter, kräftig und sehr trocken, passt zu Fisch und Schalentieren.
Den roten Pinotin trinkt man ebenfalls leicht gekühlt zu Lamm, Schweinefleisch und Käse. Kräftig und fruchtig ist der rote Regent, ein Begleiter zu dunklem Fleisch und Wildspeisen.
Zu kosten gibt es sie oft in ehemaligen Scheunen und Ställen.
Die meisten niederländischen Weingärten finden sich im Achterhoek, der hintersten Ecke der Niederlande, an der deutschen Grenze. Mit gut 30 Hektar Weingärten zählt der Achterhoek zu den bedeutendsten Weinlagen der Niederlande.
Den östlichsten Teil des Achterhoek bildet der Ort Winterswijk. Die Gegend um Winterswijk strahlt Ruhe aus.
Zum Landschaftsbild gehören die typischen Schultenhöfe: stattliche Bauernhäuser inmitten großer Baumgruppen. Die dort ansässigen Schulten waren im 19. Jahrhundert unter anderem auch für die Landschaft verantwortlich.
In der niederländischen Grenzregion werden auf Dutzenden Weingütern Reben für Rot- und Weißwein angebaut. Mit Erfolg: Einige Marken haben schon internationale Preise gewonnen. Die Region heißt schließlich nicht umsonst „Das andere Holland“. Santé!
Nur zwei Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt, entführt uns das Weingut Hesselink mit Palmen, Olivenbäumen und Blick auf die Reben in mediterrane Gefilde.
Auf der Terrasse genießt man die preisgekrönten Weine des Winzers, oder auch eine Tasse Kaffee/Tee mit Apfelkuchen. In den Sommermonaten lädt das Weingut zur Führung mit Weinprobe ein.
Zwischen Palmen und Olivenbäumen blickt man bei Wijngaard Hesselink auf die Rebstöcke. Das Weingut liegt in der idyllischen Kulturlandschaft an der Straße von Winterswijk nach Vreden.
Auf dem Weingut Hesselink produziert Gerhard Ensing nicht weniger als 20 Sorten Winterswijker Wein. Der Millionen Jahre alte Kalksteinboden unter dem Weingut eignet sich perfekt für den Weinanbau und verleihtdem Wein einen einzigartigen Geschmack.
Das beweisen die verschiedenen nationalen und internationalen Auszeichnungen, die diese Weine erhalten haben. Gäste können auf der großen Terrasse mit Blick auf das Weingut probieren und genießen.
Das Weingut Hesselink ist umgeben von Wäldern, Bächen und natürlich... Feldern voller Trauben. Der Weinberg umfasst nicht weniger als 4 Hektar, auf denen die schmackhaftesten Rebsorten wie Regent, Pinotin, Solaris, Johanniter und Riesel gepflanzt sind.
Der Besitzer hat jahrelange Erfahrung und weiß wie kein anderer, wie man hochwertige Trauben anbaut. Und das kann man schmecken! Zum Beispiel bei einer der Verkostungen.
Die Weinprobe wird oft mit einer Führung durch den Weinberg kombiniert.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 4
Herrschaften!
Heute sind die Flamingos die Stars am Lachmöwensee im Zwillbrocker Venn.
Keiner weiß genau, woher sie gekommen sind. Fest steht, dass das Münsterland nicht die ursprüngliche Heimat der exotischen und eleganten Vögel ist.
Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Exemplare aus Tierparks und Privathaltung handelt.
Neben den Chile-Flamingos und den europäischen Flamingos ist seit einigen Jahren auch ein aus der Karibik stammender Kuba-Flamingo im Venn heimisch.
Das Zwillbrocker Venn ist ein Schutzgebiet von knapp 200 Hektar an der deutsch-niederländischen Grenze ganz im Westen von Vreden.
Es ist der Rest ein ehemaliges, weitaus größeren Hochmoorgebietes, das durch Torfbrand, Entwässerung und jahrzehntelangem Torfabstich weitgehend beseitigt wurde.
1938 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und im Zuge der Wiedervernässung und anderer Regenerierungsmaßnahmen konnte in Teilbereichen die Moorentwicklung wieder in Gang gesetzt werden.
Das Naturschutzgebiet besteht heute aus drei Landschaftsbereichen:
dem regenerierten Hochmoor,
Heideflächen auf ehemaligen Waldstandorten, die durch die Rodung, Schafbeweidung und Plaggenwirtschaft entstanden sind und
dem Flachwassersee, der aus den zahlreichen mit Wasser gefüllten Torfkuhlen entstanden ist. Dieses Gewässer ist Brutstätte für die größte Lachmöwenkolonie Mitteleuropas.
Zahlreiche Wasservögel, Gänse und seltene Arten machen das Gebiet zu einem Paradies für Naturfreunde und Fotografen.
Im Frühjahr und Sommer lässt sich hier die nördlichste Flamingokolonie Europas beobachten.
Die beste Zeit, um die Flamingos zu sehen, ist von April bis Juli, wenn sie im flachen Wasser brüten und ihre Jungen aufziehen. Seit den 1980er-Jahren leben sie hier dauerhaft – ein seltenes und farbenfrohes Naturschauspiel!
Rund um das Venn führen Wander- und Radwege mit Aussichtspunkten und Informationstafeln.
Bei einem Rundgang um den See wird an verschiedenen Stellen die Tier- und Pflanzenwelt des Zwillbrocker Venns erklärt.
Einen guten Einstieg bietet die Biologische Station in Zwillbrock mit ihrer informativen Ausstellung zur Natur- und Kulturlandschaft der Region.
Neben den Flamingos sind im Sommer im Zwillbrocker Venn auch Möwen zuhause.
Die Lachmöwe ist im Binnenland die typische Möwenart. Sie ist im Sommer durch ihren schokoladenbraunen Kopf leicht von den anderen Möwenarten zu unterscheiden.
Man kann zwar das ganze Jahr hindurch kleine Gruppen von Möwen im Zwillbrocker Venn beobachten, die große Zeit der Lachmöwen beginnt jedoch erst im Frühjahr.
Die Lachmöwen im Zwillbrocker Venn machen sich zur Brutzeit schon lautstark bemerkbar, bevor man den Rundwanderweg des Zwillbrocker Venns überhaupt vollendet hat.
Dann hängt der Himmel voller Möwen und ihr Geschrei ist bereits aus weiter Entfernung hörbar.
Die ersten Brutpaare im Zwillbrocker Venn wurden 1932 beobachtet. Waren es zuerst nur etwa vier Paare, wuchs ihre Zahl bis 1954 bereits auf etwa 2000 an.
1987 wurde mit ca. 15.000 Brutpaaren die bislang größte Zahl ermittelt.
Seit dem Beginn der 90er Jahre konnte eine deutliche Abnahme der Zwillbrocker Brutkolonie beobachtet werden, wie es auch auf den Bestand landesweit und in den Niederlanden zutraf.
In den letzten Jahren ist die Zahl der Brutpaare wieder leicht angestiegen, aktuell brüten etwa um die 3000 Lachmöwenpaare im Zwillbrocker Venn.
Auch ohne die Flamingos wäre das Venn einen Besuch wert. Rund 60 Vorgelarten und unzählige weitere Tiere und seltene Pflanzen sind im Zwillbrocker Venn beheimatet.
Dazu gehören auch viele Heidegewächse, die sich vor allem im Spätsommer farbenfroh präsentieren.
Am Rundwanderweg des Zwillbrocker Venns befinden sich zwei Aussichtskanzeln und ein Aussichtsturm.
Eine gute Beobachtungsmöglichkeit mit Blick zur Flamingo-Insel bietet die Beobachtungkanzel an der Remise, direkt am Rundwanderweg des Zwillbrocker Venns.
Mit etwas Glück lassen sich hier die jungen Flamingos sowie die Kolonie und das gesamte Brutgeschehen im Frühjahr und Sommer aus ca. 300m Entfernung beobachten.
Auch von der Aussichtskanzel im benachbarten Feuchtwiesenschutzgebiet Ellewicker Feld aus, lassen sich die Flamingos in den Sommermonaten bei der Nahrungssuche beobachten.
Ab Mitte Mai können meist die ersten Jungen schlüpfen, selten auch schon Ende April/Anfang Mai oder sogar bis in den Juni.
Der Beginn der Brutzeit der Flamingos ist u.a. auch abhängig von der Witterung und ihrer Ankunft im Brutgebiet.
Die Küken und Jungen, noch nicht flugfähigen Flamingos, halten sich erst auf der Insel im Lachmöwensee auf und sind später auch in die seichteren Uferbereichen des Sees zu finden.
Im Spätsommer und Herbst verlassen die Flamingos das Zwillbrocker Venn und führen ihre Jungen in westliche Richtung.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 3
Herrschaften!
Die deutsch-niederländische Grenze, die früher besonders gerne von Schmugglern, Hausierern und anderen Abenteurern überquert wurde, ist heute eine reizvolle Gegend, wo Urlauber das Beste beider Länder entdecken können.
Auf kulturellem Gebiet, in den Bräuchen und Gewohnheiten, aber sicher auch in kulinarischer Hinsicht.
Der „Kloppendiek“ war der alte Kirchweg der niederländischen Katholiken von Eibergen und Groenlo, denn er führt von der Kirche genau nach Westen über die Grenze nach Holland.
Noch heute kann man ihn durch die bizarren hohlen Kopfeichen als Allee erkennen.
Von dieser Verbindung zeugt heute ebenfalls noch das Hotel-Restaurant „Kloppendiek“.
Das „Kloppendiek“ war ursprünglich ein Hof der vermutlich bereits zu Beginn der Klostergründung im Jahre 1651 bestand.
Über Jahrhunderte wird hier wahrscheinlich neben der Landwirtschaft bereits auch eine Schankwirtschaft gewesen sein, in der sich die Gottesdienstbesucher von damals nach ihrer langen Anreise erholen konnten.
In der im Jahre 1752 erbauten Hofanlage wurde eine Gast- und Schankwirtschaft mit Poststation eröffnet.
Die benachbarte Gaststätte Reirink war ursprünglich Teil des Hofes und ist im Laufe der Jahrhunderte ein eigenständiger Hof mit Gastwirtschaft geworden.
Ab 1904 bot die Familie van den Berg-Ahrens ihren Gästen als einziges Hotel in Vreden eine 3 Sterne Unterkunft mit 65 Betten, 100 Sitzplätzen in der Gaststätte, 150 Sitzplätzen in der guten Stube sowie 3 Tagungsräume mit insgesamt über 120 Sitzplätzen.
Besonders beliebt ist der neu gestaltete, große Biergarten mit dem Spielplatz.
Seit dem Sommer 2025 haben Gabriel und Aziz Keskin die Nachfolge als neue Eigentümer und Betreiber angetreten.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 2
Herrschaften!
Von außen mag man es vielleicht nicht vermuten, doch die Barockkirche St. Franziskus in Zwillbrock ist einzigartig.
Grund dafür ist, dass die 1717 bis 1719 erbaute Kirche während des Zweiten Weltkriegs von Schäden verschont blieb.
Nahezu die gesamte barocke Inneneinrichtung blieb auf diese Weise erhalten.
St. Franziskus zählt damit zu den reichsten und besterhaltenen Barockkirchen im Münsterland.
Die Geschichte dieses Kirchenjuwels reicht weit zurück:
Die Kirche St. Franziskus war ursprünglich die Klosterkirche eines Minoritenkonvents.
Bis 1811 gehörte das Gotteshaus zu dem angrenzenden Franziskanerkloster und bildete den Nordflügel der ursprünglich dreiflügeligen Anlage.
Die Ursprünge des Klosters gehen bis ins Jahr 1651 zurück, in die Zeit der Gegenreformation nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), dessen Ursachen auch die konfessionellen Rivalitäten im Reich waren.
1627 kamen die Minoriten nach Bocholt, die Jesuiten und Kapuziner nach Coesfeld, diese 1629 auch nach Borken und 1641 die Observanten nach Vreden.
Dadurch, dass der Westfälische Friede 1648 mit der Festlegung des sogenannten „Normaljahres“ 1624 die damaligen konfessionellen Verhältnisse zementierte, wurde ihre Arbeit im Münsterland begünstigt.
Umgekehrt schrieb er aber auch das Ausscheiden der Niederlande aus dem Reich fest. Hier wurde der Calvinismus zur bevorrechtigten Religion.
Öffentlicher katholischer Gottesdienst wurde dagegen ebenso verboten wie umgekehrt protestantische Gottesdienste im Fürstbistum Münster.
Daher schlossen sich die Vredener Reformierten im August/Oktober 1651 mit denen im niederländischen Rekken zu einer Gemeinde zusammen.
Im Gegenzug wurden die Katholiken in den niederländischen Grenzgemeinden, die nach wie vor kirchlich zum Bistum Münster gehörten, durch die Ordensleute der grenznahen Klöster betreut.
Zu ihnen gehörten die Bocholter Minoritenpatres Georg Philippi und Cölestin Tilbeck. Um Verfolgungen der niederländischen Behörden zu entgehen, feierten sie die Christmette am 25. Dezember 1651 direkt an der Grenze auf münsterischem Gebiet.
Zu diesem Weihnachtsgottesdienst kamen etwa 1000 Menschen aus Groenlo und Umgebung zusammen, und weil er unter freiem Himmel stattfand, wurde der Altar durch einen aus Tüchern zusammengebundenen Baldachin notdürftig gegen das Winterwetter geschützt. „Das war Bethlehem im Walde“, vermerkte die Klosterchronik dazu im Rückblick.
Im Frühjahr 1652 wurde eine provisorische Kapelle aus Torfschadden gebaut. Noch im Laufe des Jahres aber wurde diese durch eine weiter südlich gelegene Fachwerkapelle von etwa 25 x 9 m ersetzt, die 1656 um einen Nordflügel erweitert wurde.
Dank der großzügigen Unterstützung durch Franz Arnold von Wolff-Metternich, den Fürstbischof von Münster, und die von ihnen pastorierten niederländischen Katholiken konnte dieses Fachwerkkloster später durch massive Neubauten ersetzt werden.
Unter der Leitung des Minoritenbruders Balthasar Boemer wurde nach einem vermutlich vom münsterischen Landingenieur Gottfried Laurenz Pictorius gelieferten Entwurf 1713/17 zunächst der neue Klostertrakt erbaut, 1717/20 die rechtwinklig daran anschließende Klosterkirche.
Ihre Ausstattung zog sich noch geraume Zeit hin, und erst 1748 wurde die Schlussweihe vorgenommen. Parallel zur Kirche entstand ein freistehender Südflügel, der 1765/82 einem nun mit dem Kloster verbundenen Neubau weichen musste.
Damit war nach Abbruch der alten Gebäude eine nach Westen zu den Niederlanden hin offene hufeisenförmige, von Gärten und Wald umgebene Gesamtanlage entstanden, und den über den Kloppendiek kommenden Gläubigen bot sich ein ganz im Sinne des Barock inszenierter beeindruckender Anblick.
Diese bewusst gestaltete Sakrallandschaft wurde nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1803, dessen endgültiger Schließung 1811 und seinem Abriss 1822, stark verändert.
Erhalten blieben nur der Prozessionsweg mit seinen teilweise von der Coesfelder Bildhauerwerkstatt Sasse geschaffenen Figuren und die Klosterkirche St. Franziskus.
Eine Kirche gab es damit in Zwillbrock nach wie vor, doch nachdem die Ordensleute ihr Kloster zur Jahreswende 1811/12 hatten verlassen müssen, hatte der Gottesdienst darin zunächst aufgehört.
Nur unter großen Mühen gelang es der Bevölkerung, die immer noch zur Pfarrei St. Georg gehörte, in den folgenden Jahrzehnten, den Unterhalt für einen eigenen Geistlichen sicherzustellen.
Die finanziellen Schwierigkeiten der kleinen Gemeinde hatten jedoch auch ihr Gutes: Weil das Geld fehlte, war an einen Neubau nicht zu denken.
Infolgedessen blieb die Kirche von Veränderungen verschont; nur die barocke Ausstattung wurde dem Zeitgeschmack entsprechend übermalt.
Erst dank der Restaurierung durch Edgar Jetter und Heinrich Hauke in den Jahren 1958/61 erstrahlt St. Franziskus wieder in barocker Pracht. Anschließend wurde 1962/65 auch die Orgel durch Paul Ott erneuert und seitdem häufig für Orgelkonzerte bespielt.
Eine neuerliche Restaurierung von Kirche und Orgel erfolgte 2014/15 und parallel dazu wurde die Umgebung neugestaltet, so dass auch das Klostergelände wieder erfahrbar ist.
Die prächtige Barockausstattung der Kirche ist in ihrer Geschlossenheit die besterhaltene im Münsterland und vielleicht sogar darüber hinaus.
Alle Altäre und Plastiken sind aus Eichenholz gefertigt und die ursprüngliche Ausstattung blieb ganz erhalten.
Besonders sehenswert sind neben der Kanzel mit ihrem prächtigen bekrönenden Engel die Kommunionbank, deren kostbare Intarsien auf das letzte Abendmahl hinweisen, und der Hochaltar.
Leider sind die Namen von Baumeister, Bildhauer und Maler nicht mehr bekannt.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Deutschland / Holland IV 2026 - Tag 1
Herrschaften!
Unsere aktuelle Tour führt uns zunächst einmal in die deutsch-niederländische Grenzregion, in das beschauliche Zwillbrock.
Der Wohnmobilstellplatz am Zwillbrocker Venn ist eine separater Wiese mit ca. 25 Parzellen neben einem Wanderparkplatz.
Am Stellplatz gibt es eine Müllstation, aber keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit.
Zwillbrock ist heute ein Kirchdorf und eine Bauerschaft in der Stadt Vreden im Münsterland.
In Zwillbrock leben ungefähr 250 Menschen. Damit ist Zwillbrock die kleinste Bauernschaft der Stadt Vreden.
Trotzdem ist Zwillbrock zum einen durch die Barockkirche St. Franziskus zum anderen aber auch durch Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn mit seiner Biologischen Station weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Die Geschichte Zwillbrocks führt uns in die Zeit der Reformation und Gegenreformation zurück.
Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Westfälischen Frieden des Jahres 1648 war die Unabhängigkeit der Niederlande anerkannt worden.
So wurde aus der Grenze zwischen Geldern und dem Fürstbistum Münster nicht nur eine politische Grenze, zwischen Deutschland und dem neuen Staat der Niederlande, sondern auch weitgehend eine Grenze zwischen katholischer und calvinisch-reformierter Staatsautorität.
Die Besiedlung Zwillbrocks begann langsam und ist vor 1800 kaum belegt.
Ursprünglich gehörte das Gebiet zur Bauerschaft Ellewick und bestand aus wenigen Höfen.
Das umliegende Venn und der „Schwillbroock“ waren gemeinschaftlich genutzte Markengründe, auf denen Vieh geweidet, Plaggen gemäht und Torf gestochen wurde.
Immer wieder kam es dabei zu Grenzstreitigkeiten, etwa mit den benachbarten Niederländern aus Meddo, wie ein Gerichtsfall von 1638 belegt.
Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden erste feste Höfe in der Nähe des Klosters Zwillbrock, das ebenfalls Einfluss auf die Besiedlung nahm. Niederländische Katholiken fanden in Zwillbrock Brot und Arbeit.
Mit der Agrarreform und dem Ende des Feudalwesens im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Landwirtschaft technisch weiter.
Neue Arbeitsmöglichkeiten zogen viele Menschen an – vor allem aus den Niederlanden und den umliegenden Bauerschaften.
Trotz der Armut einiger kleiner Höfe wuchs die Dorfgemeinschaft eng zusammen.
Die Grenze zu den Niederlanden spielte im Alltag kaum eine Rolle, und gegenseitige Hilfe war selbstverständlich.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Mobilität zu, doch das nachbarschaftliche Miteinander blieb erhalten.
Die erste offizielle Einwohnererfassung beginnt 1811 unter französischer Verwaltung (Napoleon I.).
Anfangs wurden viele Bewohner noch unter Ellewick geführt – erst später, nach der Gründung der Pfarrei St. Franziskus um 1849, setzte sich der Name Zwillbrock durch, was ein wachsendes Selbstverständnis als eigenständige Bauerschaft zeigt.
Viele Menschen kommen heute hierher, um die Natur zur genießen und/oder die "barocke Perle des Münsterlandes" zu sehen.
Und sie lassen sich es gut gehen, weil die Gastronomie vor Ort angenehme Gelegenheiten dafür bietet.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Holland III 2026 - Tag 4
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Heute wollen wir den Tag nutzen und rüber bis nach Westkapelle laufen.
Westkapelle ist ein Küstendorf in der Region Walcheren und liegt hinter einem riesigen Seedeich an der westlichsten Spitze von Zeeland.
Das Dorf liegt hinter dem Deich, dessen Bau im 15. Jahrhundert begann und welches im Zweiten Weltkrieg von den Briten bombardiert wurde, um die deutschen Besatzer zu vertreiben.
Infolgedessen wurden große Teile von Walcheren überflutet und Westkapelle bekam die volle Wucht zu spüren.
Über 10.000 Menschen verloren während der erbitterten Kämpfe ihr Leben und das Dorf Westkapelle war zu großen Teilen zerstört.
Mit seinen atemberaubenden Aussichten, der weiten Dünenlandschaft und den charakteristischen Leuchttürmen zieht der Ort jedes Jahr viele Touristen an.
Egal aus welcher Richtung man nach Westkapelle kommt, die Leuchttürme sind nicht zu übersehen.
Das Dorf Westkapelle auf Walcheren ist für seinen Leuchtturm Zuiderhoofd bekannt, der einen tollen Panoramablick auf die Küste und die Landschaft von Zeeland bietet.
Er wird auch hohes Licht oder Westkapelle Hoog genannt.
Dieser Turm gehörte ursprünglich zur Sint-Willibrorduskerk, die zwischen 1458-1470 erbaut wurde.
Es handelte sich um eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche. Im Achtzigjährigen Krieg zwischen Spanien und Holland (1568–1648) wurde die Kirche schwer beschädigt. 1580 erfolgte der teilweise Wiederaufbau.
Der Kirchturm bildete schon bald eine Landmarke für Schiffe.
Ab 1817 wurde er sogar offiziell zum Leuchtturm. Dazu wurde die Turmspitze abgerissen, um dort Platz für eine Laterne, bestehend aus 15 Öllampen zu schaffen
1831 kam es zu einem Brand im gesamten Kirchengebäude. Der erhaltene Rest des Kirchengebäudes, das Mittelschiff, brannte völlig aus und wurde dabei zerstört.
Der Turm blieb aber unversehrt und diente fortan als Leuchtturm. Das Leuchtfeuer konnte bereits drei Tage nach dem Brand wieder in Betrieb genommen werden.
1851 wurde eine feste Fresnel-Linse eingebaut. Da eine noch stärkeres Licht mit einer höheren Reichweite benötigt wurde, hat man 1907 den roten Eisen-Aufbau mit einem sogenannten „Blitz-Licht“ errichtet.
Dieses Licht erreichte eine Lichtstärke von 6,2 Mio. Kerzen und war eines der mächtigsten Leuchtfeuer an den Küsten Westeuropas.
In den Kriegsjahren 1940–1944 fiel der Leuchtturm in die Hände der deutschen Besatzer. Er wurde als Beobachtungspunkt und für Radaranlagen verwendet.
Das verheerende Bombardement des Deiches durch die Briten im Jahr 1944 überstand der Leuchtturm nahezu unversehrt, jedoch zerstörten die deutschen Truppen bei deren Abzug die Optik des Leuchtturms.
Diese wurde 1951 mit einem Rotationsfeuer ausgestattet.
Es handelt sich um eine Drehlinsenleuchte von 500 mm Brennweite mit einer Lichtstärke von 2.600.000 cd. Noch heute sendet dieser Leuchtturm alle 3 Sekunden einen Lichtstrahl aus.
Mit seinen 53 Metern thront er hoch genug über dem Dorf, um immer noch gute Arbeit leisten zu können.
Piet Mondrian malte verschiedene Gemälde vom Zuiderhoofd und machte den Turm auf diese Weise weltberühmt.
Der Leuchtturm kann besichtigt werden. Nach 179 Stufen ist man 40 Meter hoch und genießt eine atemberaubende Aussicht.
Eine weitere nette Besonderheit ist, dass man im Leuchtturm mehrere Etagen durchläuft.
In der ersten Etage befindet sich immer eine Ausstellung von Gemälden. Der Leuchtturm beherbergt eine jährlich wechselnde Ausstellung über die Westkapelle oder die Natur von Walcheren und Zeeland.
In der zweiten Etage betritt man die historische Dienstwohnung eines damaligen Leuchtturmwärters!
Anschauen sollte man sich sein Notizbuch; darin hat er jedes vorbeifahrende Schiff notiert!
Darüber hinaus ist der Ortskern mit seinen historischen Gebäuden und den gemütlichen Straßen charmant und malerisch.
Ein weiteres Wahrzeichen von Westkapelle ist die Windmühle De Noorman.
Diese wunderschöne Windmühle ist die letzte von einst drei Mühlen in Westkapelle. Die beiden anderen wurden im 2. Weltkrieg zerstört.
Sie beherbergt ein Museum das zur Zeit jedoch geschlossen ist.
Der alte Deich, der das Dorf umgibt, bietet schöne Aussichten auf die Nordsee und ist ideal für einen ruhigen Spaziergang.
Bei Westkapelle findet man einen weiteren Leuchtturm: das eiserne Türmchen oder Noorderhoofd. Dieser Leuchtturm liegt vor dem Deich.
Er war der erste gusseiserne Turm der Niederlande. Gemeinsam mit dem Zuiderhoofd bildet dieser Leuchtturm ein sogenanntes Richtfeuer.
Wenn ein Kapitän beim Navigieren diese beiden Leuchttürme auf einer Linie liegen sieht, gelangt er ohne Schwierigkeiten nach Breskens.
Am Markt kehren wir während eines Regenschauers in ein nettes Lokal ein.
Und natürlich gibt es Pfannkuchen (Pannenkoeken), wir sind schließlich in Holland!
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär
Holland III 2026 - Tag 3
Mannen en vrouwen, dames en heren!
Unser Tag startet heute wieder mit der leckeren Brötchentüte aus dem Alpaka-Cafe.
Danach machen wir uns langsam fertig und im weiteren Verlauf des Vormittags erkunden wir den Alpaka-Erlebnispfad.
Wir erfahren, dass seit den 90er Jahren die Alpakas einen waren Boom erleben.
Schätzungsweise um die 6000 Alpakas soll es derzeit allein in den Niederlanden geben.
Leider leben die Wenigsten davon in artgerechter Haltung.
Süße, flauschige Alpakas erfreuen sich in den letzten Jahren enormer Beliebtheit.
Mit ihren flauschigen Köpfen, den großen braunen Augen, dem neugierigen Blick und der neugierigen Nase sind sie aber auch wirklich zuckersüß.
Dennoch ist der richtige Umgang mit ihnen wichtig, damit es ihnen gut geht.
Doch leider ist das nicht immer gegeben.
Privatleute, die einfach keine Ahnung haben oder gewerbliche Haltung, die ausschließlich dem Profit dient und denen das Wohl der Tiere schlichtweg egal ist.
Auf dem Erlebnispfad lernt man aber nicht nur einiges über die Haltung oder die Fütterung dieser Tiere.
Es geht auch um die Verwertung der Wolle ...
... oder medizinische Aspekte.
Und natürlich werden die einzelnen Bewohner namentlich und mit ihrer bewegenden Lebensgeschichte vorgestellt.
Inzwischen leben hier zwischen 70 und 80 Alpakas und Lamas.
Das Rescue Centrum platzt aus allen Nähten.
Mara, die Eigentümerin, kann gar nicht so viele Alpakas und Lamas aufnehmen, wie sie Anfragen bekommt.
Aktuell kann nur ein neues Tier kommen, wenn ein Anderes das Rescue Centrum verlässt.
Sei es durch Vermittlung oder, wie kürzlich der kleine Pim, durch Tod.
Der Alpaka-Erlebnispfad führt am Campingplatz vorbei, bis zum Alpaka-Cafe.
Da kürzen wir einfach einmal ab und steuern auf unser Wohnmobil zu.
Für den Nachmittag hatten wir einen Alpaka-Hightea im Alpaka-Cafe gebucht.
Daniela, eine Deutsche die seit 23 Jahren in Zeeland wohnt, ist für die heutige Nachmittagsveranstaltung zuständig.
Es geht damit los, dass alle gebuchten Gäste zusammen zur Weide marschieren.
Dort wartet schon eine Gruppe Alpaka-Damen auf die heutige Truppe, die sie zum Alpaka-Cafe begleitet.
Jeder Tisch bekommt 1 Alpaka am Halfter in die Hand gedrückt.
Gemeinsam geht es dann zum Alpaka-Cafe.
Nur die Besucher aus dem fernen Osten (Chinesen) zieren sich und möchten lieber kein Alpaka am Strick führen.
Sie machen lieber Fotos und Selfies (wahrscheinlich haben sie einfach nur Schiss).
Die ganze Gruppe wandert jetzt wieder zurück zum Alpaka-Cafe und tatsächlich marschieren die Alpaka-Ladies anstandslos mit ins Cafe.
Sie kennen den Ablauf natürlich ganz genau und wissen "jetzt gibt´s Leckerchen".
Jeder Tisch hat ein Glas mit Pellets, die von den Gästen an die Tiere verfüttert werden.
Daniela geht mit den Alpaka-Damen von Tisch zu Tisch und erzählt dazu Wissenswertes zu den einzelnen Persönlichkeiten.
Wir erfahren auch, dass Alpakas es gar nicht mögen an der schicken Frisur gestrubbelt zu werden.
Wir werden gewarnt: sie spuken dann!
Nur sachte am Hals entlang streicheln.
Und auch nicht am puscheligen Hinterteil krabbeln, dann können sie auch schon mal beherzt zutreten.
Als es nichts mehr zu fressen gibt, legen sich die Mädels eine nach der anderen hin.
Natürlich bleibt eine als Wache stehen - man weiß ja nie, nachher kommt ein Löwe um die Ecke.
Danach gibt es zum, schon ausgeschenkten Kaffee & Tee, dann die Leckereien für die Menschen.
Als auch die schließlich abgefüttert sind, ist es kurz vor 18 Uhr.
Zum Ende der Veranstaltung werden die Alpakas zusammen "ins Bett gebracht".
Die Mitarbeiter des Rescue Centrums sind zeitgleich dabei die anderen Tiere von den Weiden zu holen.
Das dauert natürlich eine gewisse Zeit bis alle Tiere in den Offenställen stehen.
Aber irgendwann ist es vollbracht und wir können auch zurück zu unserem Wohnmobil.
Jetzt müssen wir nur noch für morgen früh unsere Brötchen Bestellung aufgeben.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär