Je kälter es ist, umso dicker sollte man sich einpacken. Stimmt, nur nicht auf dem Rad. Hier gilt „weniger, ist mehr“. Auf der Suche nach der richtigen Kleidung für die #GQWinterChallenge bin ich fündig geworden.
Funktionskleidung. Das Wort klingt schon so pragmatisch. Akzente werden hier oft mit einer dezenten Farbexplosion in Neongrell verwechselt. Das gilt nicht nur für Läufer, sondern gerade auch für Radbekleidung. Leider. Denn auf dem Weg ins Büro sieht man dann schnell aus, als würde man nach der zweiten Ampel mal eben nach L‘Alpe D‘Huez abbiegen. Oder man pellt sich aus fünf Kleidungsschichten, um nicht zu erfrieren. Klar, bei dem Cabriowetter, das gerade herrscht ist das eh kein Problem. Bei 0 Grad und weniger ist der Zwiebellook aber mein Mittel der Wahl: Unterhemd (dass ich das mal wieder tragen würde), T-Shirt, Long-Sleeve, Pullover, wetterfeste Outdoorjacke mit dem Tick zu wenig Atmungsaktivität. Der Preis: Schweißattacken. Das Ergebnis: Wechselkleidung in der Redaktion. Das scheint mir aber ähnlich pragmatisch wie Funktionskleidung. Eine andere Lösung her. Und die kam, zufällig und stilvoll.
Irgendwann sah ich pink. Nicht aufdringlich, eine Linie. Die Handschuhe des Radfahrers, der neben mir an der Kreuzung stand, waren eigentlich ganz unaufgeregt. Nichts Besonderes. Bis auf diese pinke Linie am Bund. Ihr kennt das wahrscheinlich: Manchmal kann man vom Detail aufs Ganze schließen. An der Seitennaht hing ein kleines Label mit einem Aufdruck in Schreibschrift. Zu klein, um etwas zu erkennen.
Die Ampel schaltete: Rot, Gelb, Grün… „Wie heißt die Marke?“, konnte ich noch hinterherrufen. Entweder ich habe zu sehr gestarrt oder er hörte die Frage öfter. Ich musste nicht einmal ‚Handschuhe‘ sagen. „Rafa!“ kam als Antwort. Und weg war er. Mit dem Namen im Ohr ging es an den Redaktionscomputer. Farbgroßhandel oder Satanismus in Österreich, das war Googles Lösungsvorschlag. In Verbindung mit "Radkleidung" kam es dann: rapha.cc.
Mein Highlight aus der rapha-Linie sind diese Lederhandschuhe mit Polsterung, kann man auch zum Cabriolet gut tragen
Die junge Marke von der Insel hat so ziemlich alles im Angebot, das ich mir unter dem Thema „stilvoll biken“ vorstelle - Pros werden hier auch glücklich. Rapha stattet zum Beispiel das britische Team Sky aus. Retrolook, Funktionalität und die richtige Verarbeitung. Das fängt bei den Nähten an, die nur an den richtigen Stellen verlaufen und nicht reiben, geht über Schnitte, die dem Körper folgen und so echte Bewegungsfreiheit auf dem Bike zulassen und reicht bis zu den kleinen pinken Details, die unscheinbar auf die Marke verweisen.
Merinosocken und eine wetterfeste Jeans mit Nähten an den richtigen Stellen
Am meisten hat mich das Material überzeugt: Wetterfest und im Fall der Teile aus Merino-Wolle mit perfekten Wärme-Eigenschaften für den Winter, auch wenn man mal ins Schwitzen kommt.
Zur Anprobe bei bikedress München: Leicht, vorne winddicht, Merino-Ärmel, mit der Jacke hat man den perfekter Antritt in der Stadt
Wenn die Stadt zu wenig Abwechslung bietet: rapha hat auch Reisen im Programm
Ein paar Telefonate und eine Anprobe später lag ein Paket auf meinem Schreibtisch, Absender: rapha. Der Inhalt: mein Winterrettungspaket, von Sportsocken über Baselayer und Überzieher bis zur Hardshelljacke. Das Winterschwitzen ist damit offiziell beendet und die Challenge kann weiter rollen, mit Stil.
Die Ausstattung für die #GQWinterChallenge in 6 Sekunden