#Seabase1910 oder einfach nur verrückt
Die Tour de France ist für Radfahrer eine echte ‘Tour de Force’. Im siebten Kreis Hölle befindet man sich auf den Bergetappen. Und das trotz Leichtbauweise, Raketenwissenschaft und den spezialisierten Trainings, die die Fahrer genießen (und Dopings). Wie muss das erst bei den Anfängen des legendären Rennens gewesen? Immerhin waren die Räder damals so puristisch, dass sie nur zwei Gänge besaßen (Zum Wechseln musste man das Hinterrad ausbauen und umdrehen.) Stellvertretend für alle, die es wissen wollen, nimmt Patrick Seabase eine echte Challenge auf sich und fährt die erste Bergetappe der Tour de France von 1910 nach, mit einem Fixie. Dabei führt die Route über fünf Pässe, 300 Kilometer Strecke und insgesamt 6000 Höhenmeter.
Einer der Radsportpioniere und der Gewinner der Etappe damals, Octave Lapize, brauchte über 14 Stunden für die Strecke. Die Racer der ersten Stunde wogen im Schnitt 12 Kilogramm.
Seabase hat da schon einen klaren Gewichtsvorteil. Sein Singlespeed aus Karbon kommt auf 7,2 Kilogramm. Aber: Wie es sich für ein Fixie gehört, fehlen natürlich die herkömmlichen Bremsen. Wer stoppen oder langsamer fahren möchte, muss mit Muskelkraft gegensteuern. Das kostet extra Energie und Konzentration auf der Strecke.
„Auf diesem Rad gibt es keine Ausflüchte. Man kann nicht auf eine leichtere Übersetzung wechseln. Weil das Physische so unverrückbar ist, ist das psychische umso wichtiger. Strapazen lindern geht nur im Kopf – deshalb habe ich auf der Strecke Teilziele definiert.“
Wer wissen möchte, wie der Schweizer auf seiner Challenge vorankommt, kann das Ganze live verfolgen.
Für alle, die sich für die Geschichte der Tour de France interessieren und mehr über die Räder der damaligen Zeit wissen möchte, empfehle ich einen spannenden Artikel auf ‘Zeit Online’.














