Vampire the Mascarade - OC - Storie
Trigger Warning: Child Murder/Kindsmord
Es war ein warmer Sommertag, der 28. August um es genau zu nehmen im Jahre 1749, als der in Neapel ansässigen Familie De Santis ein Junge geboren wurde. Seine Mutter, eine Deutsche, die schon als Mädchen mit ihrer Familie nach Italien gekommen war, eine große blonde Frau mit herzlichen blauen Augen voller liebe für ihr Kind, dem sie einen italienischen Namen mit nordischen Wurzeln gab, nicht ohne sich davor mit seinem Vater lautstark darüber zu streiten, immer und immer wieder, bis er endlich nachgab. Doch sie wollte, dass das Kind an seinem Namen wusste wo seine Wurzeln lagen.
Eraldo De Santis.
Die Familie lebte in Neapel in einer geräumigen Villa, umgeben von Büchern und den Familienmitgliedern beider Seiten so wuchs der Junge behütet auf, mit privat Lehrern und Bildung, die sich die meisten Menschen zu diesem Zeitpunkt nur erträumen konnten. Sein Vater, ein großer Mann mit schwarzen Haaren und dunkeln Augen, die er beide von ihm geerbt hatte war wenig in seinem Leben gewesen, immer am Arbeiten um die vielen Familienmitglieder zu versorgen und sein Handelskontor weiter auszubauen.
Doch immer war seine Mutter bei ihm, die ihm die alten deutschen Märchen erzählte voller Hexen, Magie und Fabelwesen, die ihn damals schon völlig fasziniert hatten.
Selbstverständlich aber auch seine Großmütter, seine italienische Sprach immer von Dämonen und der Verführung zum bösen gegen das einen nur regelmäßiges Beten und die Kirche schützen konnte.
Seine andere Großmutter hingegen brachte ihm bei das es für alles ein Mittel gibt mit, dem man das Böse vertreiben konnte. So lernte er früh von alten Bräuchen und Symbolen aber auch das man diese verstecken musste um nicht verfolgt oder verlacht zu werden.
Man muss nicht hinzufügen das die beiden Großmütter sich nicht ausstehen konnten.
So wurde aus dem Jungen ein Mann, mit viel Bildung nach alten Philosophen, noch älteren Legenden, moderner Strategie und neuartigen Handelswegen.
Zusätzlich lernte der das Kämpfe, da sein Vater ein harter Mann war der wert darauflegte das jeder Mann in der Lage sein sollte seine Familie, sich selbst und noch viel wichtiger seinen Besitz zu verteidigen.
Schon früh in Eraldos leben fühlte er sich immer stark zum anderen Geschlecht hingezogen, besonderes die hübschen Dienerinnen, die ihn immer freundlich anlächelten und alles für ihn taten, wenn er danach fragte hatte es ihm angetan.
So kam es wie es irgendwann kommen musst das er sich verliebte, in die Tochter der Köchin, die schon in der dritten Generation bei der Familie De Santis diente.
Lange konnte das junge Paar das Geheimnis ihrer Liebe wahren, da Eraldo der älteste Sohn war konnte er fast tun und lassen was er wollte solange er nicht seinen Vater, Mutter oder Großmütter erzürnte und auf die Tochter der Köchin gab keiner so recht acht, dafür war das Haus zu geschäftig.
Doch der Tag kam an dem ihre Kleidung ihren Zustand nicht mehr verbergen konnte und die Welt des Jungen brach zusammen.
Ein uneheliches Kind? Sein Vater war außer sich und bevor er sich versah war Eraldo auf einem der Schiffe des Vaters auf dem Weg nach London um zu studieren. Englisch war ihm von klein auf beigebracht worden von seinem Englischlehrer einem älteren Herrn der schon lange für seinen Vater arbeitete, der regen Handel mit London trieb.
Schnell vergaß er das Mädchen das er glaubte geliebt zu haben, doch niemals bekam er sie ganz aus dem Kopf. So lenkte er sich ab bis es begann weniger weh zu tun.
Genug Ablenkungen gab es in seinem neuen Leben, die Oxforder Universität die jungen Frauen die ihn als exotischen Leckerbissen betrachteten, das Geld seines Vaters das ihm ungeahnte Möglichkeiten bot. Opium, schöne Frauen und lange Nächte das war sein Leben bis die Universität begann und er sich wieder in seiner Leidenschaft für das Lernen verlor und die Opiumpfeife wieder gegen Bücher austauschte.
Das Studienzimmer war dunkel wie immer, durch das große Fenster fiel Mondlicht auf den nackten Steinboden das Bett in der Ecke war wie meistens zu dieser Stunde unberührt. Die Decke war ordentlich gefaltet und drapiert.
Im großen Kamin brannte ein Feuer das den Raum heizte, was in dieser späten Oktobernacht in der der Mond voll am Himmel stand und Nebel durch die Straßen waberte auch nötig war doch war es viel zu sehr geschürt worden, sodass der Raum einer Sauna glich.
In der Mitte des Raumes stand ein Pult, an diesem stand ein junger Mann Mitte zwanzig gekleidet in schwarze Hosen, die Füße in ebenso schwarzen Stiefeln, neben ihm auf einem Stuhl hing seine schwarze Anzugsjacke und darüber ordentlich gefaltet lag eine rote Weste mit vier goldscheinenden Messingknöpfen.
Das ungewöhnlichste an seiner Erscheinung was das schwarze Hemd das er noch trug das aber vorne aufgeknöpft war da die Temperatur so hoch war, unter diesem Kleidungsstück zeichneten sich Muskeln ab die scheinbar regelmäßig trainiert wurden sein langes dunkles Haar lag in einem ordentlichen Zopf in seinem Nacken.
Das Pult war aus dunklem Holz gefertigt und über und über mit Papieren und Büchern beladen, auch diese ordentlich sortiert und geordnet, eine rote Kerze in einem Messinghalter erleuchtete die Schriftstücke die der junge Mann am Studieren war.
Das Geräusch von raschelndem Papier und dem Feuer wurde ab und an von seinem Murmeln unterbrochen.
Dann Klopfte es.
„Herein“, rief er, seine Stimme war ein weicher Bariton in dem gerade eine Spur Unruhe mitschwang.
Mit einem Schaben von Holz auf Stein öffnete sich die schwere Zimmertür. Eine Frau deren Alter nicht
einzuschätzen war stand in der Tür und räusperte sich als der junge Mann nicht aufblickte.
„Das ist aber keine höffliche Art eine Dame zu empfangen!“, ihre Stimme war kalt und scharf, voller Zurechtweisung.
Wie von der Tarantel gestochen schreckt er hoch und wirbelte herum, ein Hauch von Panik in seinen Augen.
„Professorin De la Roza!“, stieß er aus, voller Unglauben. Hecktisch fing er an sein Hemd zu richten und wollte die Knöpfe schließen.
Ihr Blick drückte etwas Belustigung aus aufgrund seiner Reaktion.
„Lass das bleiben“, wieder eine Zurechtweisung, wie vom Blitzgetroffen hielt er inne und ließ das Hemd weiter offen hängen, sodass sie seinen trainierten Körper unter dem Hemd betrachten konnte.
Langsam leckte sie sich über die Lippen.
„Wieso verbring ihr fast genauso viel Zeit mit lernen wie mit körperlicher Ertüchtigung?“, die Frage war wie beiläufig gestellt währen sie langsam ganz bedächtig dabei elegant und geschmeidig wie eine Katze, auf ihn zu ging, hinter ihr fiel die Tür fast wie von Zauberhand ins Schloss doch er bemerkt das nicht, so war er auf die zierliche Frau fokussiert die dort auf ihn zu kam, in ihrem roten Kleid mit der schwarzen Borte, die schwarzen Haare zu einem komplizierten Knoten hochgesteckt.
Er räusperte sich, sein Mund war trocken und eine tiefe Unruhe hatte von ihm Besitz ergriffen.
„Sokrates sagte einmal: „Man muss Körper und Geist gleichermaßen trainieren.“ Mein Vater ist ein großer Anhänger der alten Philosophen…“, seine Stimme wurde leiser als sie nun direkt vor ihm stand.
Zwar blickte sie, weil sie etwas kleiner war als er, von unten herauf, doch es fühlte sich genau anders an, als würde er vor ihr knien vollkommen ausgeliefert.
„Ahh“, ihre Stimme hatte etwas von einem Schnurren bei diesem Geräusch, er konnte ihren erstaunlich kühlen Atem auf seiner Haut fühlen, „Die guten alten Griechen. Aber deshalb bin ich nicht hergekommen.
Mein Lieber“, ihre rechte Hand hob sich zu seinem Gesicht, mit dem Fingernagel ihres Zeigefingers fuhr sie über seine Wange.
Er erschauderte und schluckte, die Gänsehaut, die sich mit einem kalten Schauer über seinen Körper ausbreitete ließ erneut ein Lächeln auf ihrem Gesicht erscheinen.
„Ich habe Sie in den letzten Wochen beobachtet, wie Sie Nachts durch die Gänge laufen, immer fleißig am Lernen, wie es sich gehört, oft bis spät in die Nacht in der Bibliothek and Büchern am Suchen, aber und hier wird es interessant.“
Ihr Finger erhöhte den Druck und wanderte langsam, ganz langsam seinen Hals hinab an dein eine stark pochende Ader zu sehen war.
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und jeder seiner Muskeln war angespannt, diese zierliche Frau ließ ihn vor Furcht was sie gleich sagen würde zu Eis erstarren, der Raum fühlte sich viel zu kalt an obwohl das Feuer immer noch eine intensive Hitze ausstrahlte.
„Ich…kann…also…“, begann er zu stammeln, ihre Körpersprache passte nicht zu dem was er befürchtete was gleich passieren sollte. Eine solche Art Frau war er noch nie begegnet, so vollkommen in der Kontrolle der Situation ohne, dass es ein Entkommen geben könnte.
„Schweig!“, herrisch war dieses einzelne Wort, danach wurde ihre Stimme wieder sanft und verführerisch, „Nun ich habe gesehen was das für Bücher sind die ihr studiert. Wie soll ich sagen, warum interessiert sich ein Junge wie ihr es seid für diesen okkulten Firlefanz?“
Wieder musste er schlucken, sein Mund hatte es tatsächlich geschafft noch trockner zu werden.
Genau das hatte er befürchtet, dass jemand herausfand das er nicht nur das Recht studierte, sondern auch andere Dinge die weniger angebracht waren.
„Ähm, jugendliche Faszination?“, seine Antwort war eine unsichere Frage.
Sie zog nur ihre Augenbrauen hoch.
„Sie sollten besser aufpassen das niemand mitbekommt was Sie da lesen, das könnte ihrem Ruf schaden, und das wollen wir doch nicht! Das einer der besten Erstsemester die wir je hatten, und ich bin schon lange hier, seinen Ruf mit so etwas befleckt.“
Sie hatte ihn nicht zurecht gewiesen ober es ihm verboten, reines Erstaunen füllte seinen Geist, während sich ihr Finger immer noch einen Weg jetzt seine Brust hinabbahnte und dabei einen roten Striemen hinterließ. Seine Brust hob und senkte sich schnell, sein Atem ging stoßweise so angespannt war er.
Die Situation war so neu, er hatte keine Vorstellung, was als nächstes passieren würde.
„Selbstverständlich, Professorin De la Roza.“
„Nun, da das geklärt ist, habe ich noch ein Angebot für Sie.“
Erneut machte sich Panik in ihm breit, was könnte diese Frau mit dem spanischen Akzent die in dieser Universität eine Legende war nur von ihm wollen. Alle möglichen Bilder sprangen in seinen Kopf, von ihr und ihm…
Er schüttelte den Kopf und schloss die Augen um sich zu sammeln, niemals würde sie das von ihm wollen. Bevor sich Fantasien in seinem Kopf festsetzen konnten die mehr als unangebracht waren begann sie wieder zu sprechen.
„Ich nehme mir alle paar Jahre einen Protegé, wenn ich das Gefühl habe einen würdigen Kandidaten gefunden zu haben.“, ihr Finger glitt gerade über seine Bauchmuskeln langsam weiter nach unten.
„Und da ihre Leistungen für sich sprechen fiel meine Wahl dieses Mal auf Sie.“
Der Finger blieb stehen und der Nagel bohrte sich fester in seine Haut, dabei drückte sie fest gegen die angespannten Muskeln. Leichter Schmerz zuckte durch seinen Körper als der Nagel die Haut durchbrach.
„Ich…Fühle mich geehrt“, seine Stimme zitterte vor Erregung.
„Sie werden von nun an jede meiner Vorlesungen besuchen, und mit JEDER Frage direkt zu mir kommen. Auch wenn es eines der Themen ist die Sie im geheimen studieren.“
„Ja, Professorin.“
„Sehr gut, dann erwarte ich Sie morgen nach Sonnenuntergang in meinem Studienzimmer, dort erkläre ich Ihnen dann alles weitere.“
Sie nahm den Finger weg von seinem Bauch, ein einzelner Tropfen Blut ran an seiner Haut herab und auch ihre Fingerspitze war davon benetzt langsam hob sie den Finger zu ihrem Mund und schob ihn hinein, dabei drehte sie sich um.
„Nun wünsche ich eine gute Nacht, Herr De Santis.“ Ihre Schritte trugen sie ganz langsam in Richtung Tür, während er immer noch wie eingefroren dastand.
Die Tür öffnete sich wieder wie von Zauberhand, doch das bemerkte er nicht, genauso wenig, dass der große Spiegel an der Wand nur ihn zeigte sie auch sichtbar hätte sein sollen.
„Ach ja“, begann sie bevor sie ganz aus der Tür war, „Und Finger weg von den Dienstmädchen, so etwas dulde ich nicht!“ Wieder diese Zurechtweisung in der Stimme, kalt und herrschend.
Woher wusste sie nur, dass er damit eine Schwäche hatte?
Bevor er noch ein Wort sagen konnte fiel die Tür ins Schloss.
Monate vergingen, daraus wurden Jahre in denen Eraldo De Santis von Professorin Sofia De la Roza ausgebildet wurde. Nicht nur lehret sie ihm das Recht, das er an der Universität in Oxford studierte, sondern auch die tieferen Geheimnisse des Okkulten und was als jugendliche Faszination begonnen hatte war zu einer außerordentlichen Obsession geworden, der er sich nur zu gerne hingab, besonders weil seine Mentorin ihn immer wieder ermutigte und unterstützte.
Das Studierzimmer hatte sich nicht verändert in den letzten Jahren, es war immer noch dasselbe Pult, dasselbe Bett und der gleiche junge Mann der dort stand und studierte.
Doch die Atmosphäre hatte sich verändert und ein großer Ohrensessel stand in der Ecke des Raumes, sodass der Spiegel ihn nicht zeigte.
Dort, saß die Professorin und betrachtete Eraldo De Santis wie er einige alte okkulte Symbole auf ein Pergament zeichnete, obwohl es Sommer war und das Fenster offen stand brannte ein kleines Feuer im Kamin.
Nachdem er fertig war mit zeichnen reichte er der Professorin das Pergament, diese nahm es in ihre linke Hand und betrachtete es, in der rechten hielt sie einen Messingkelch in dem sich eine schwere rote Flüssigkeit befand die Eraldo für Wein hielt.
Diese Art des nächtlichen Studierens war fast schon ein Ritual geworden, obwohl der Ort wechselte, manchmal waren sie in ihrem Studierzimmer, der Bibliothek oder hier bei ihm, aus diesem Grund gab es auch diesen Sessel.
„Sehr gut, da Ihr sie aus eurem Gedächtnis zeichnen könnt habt Ihr sie richtig im Kopf.“, sie schenkte ihm ein Lächeln und reichte ihm das Pergament zurück das er sofort in den Kamin warf wo es direkt Feuer fing.
„Danke, Professorin De La Roza.“
Die Turmuhr der Kirche schlug dreimal, das Echo dieses Geräusches hallte durch die Luft.
„Nun, es ist spät ihr solltet schlafen“, mit diesen Worten erhob sich Frau, die immer noch so fremd wirkte nach all den Jahren, irgendwie geisterhaft und immer in Schatten gehüllt.
Wie immer trugen ihre eleganten Schritte sie auf die Tür zu, gefolgt von ihrem Schützling, der ihr die Tür öffnete.
Der Gang vor dem Zimmer lag wie immer dunkel und still da, so auch heute.
Als die Professorin direkt vor Eraldo stand blieb sie stehen und schaute ihn an, das Glas mit der roten Flüssigkeit immer noch in der Hand.
Langsam hob sie ihre rechte Hand und legte sie an seine Wange.
„Gute Nacht, Herr De Santis, und geht jetzt auch schlafen, euch stehen anstrengende Tage bevor.“, in ihrer Stimme schwang ein Unterton mit den er nicht deuten konnte, doch standen seine letzten Prüfungen bevor so vermutete er das es sich darum handelte.
Wie er sich noch täuschen sollte.
Der Augenblick zerbrach schlagartig als sie ihre Hand wegzog und in die Dunkelheit verschwand, die Schatten schienen sie buchstäblich zu verschlucken, wie Wasser einen Stein.
Eraldo schief kurz darauf ein, das Fenster offen, es war eine warme Nacht und die leichte Briese trug das Salz des Ozeans in sich. Sein ruhiger Atem und die Geräusche die durchs Fenster hereindrangen waren alles was zu hören war, dann ein Rascheln von Kleidung und das Geräusch von nackten Füßen auf Stein, die Scharniere des Fensters quietschten leise als jemand gegen die Scheibe drückte. Im Fenster saß eine Frau in einem einfachen schwarzen Kleid, wenn man das unförmige Kleidungsstück wirklich so nennen wollte.
Mit glühenden Augen betrachtete sie den Schlafenden, dabei bleckte sie ihre Zähne und leckte sich über die viel zu roten Lippen, ein leises bedrohliches Knurren ertönte.
Eraldo begann sich unruhig im schlaf zu bewegen, dunkle Finger aus Schatten bohrten sich in seinen Geist und schufen Träume, wie er sie noch nie gehabt hatte.
Das Schreien eines Kindes war so durchdringend, das es ihm durch Mark und Bein ging, darunter war das Weinen einer Frau zu hören unterbrochen von schnell gesprochenem Italienisch. Dunkelheit umfing ihn nur vor ihm war Licht zu sehen, als sei er in einem dunklen Tunnel gefangen. In dem Licht konnte er die Gestalt einer jungen Frau ausmachen, die über etwas gebeugt war und einen leicht schimmernden Gegenstand in der Hand hatte.
Er begann zu rennen, eine Ungewissheit wurde langsam zu einem Gefühl das diese Frau etwas tun würde das niemals wieder gut zu machen währe und für das er die Schuld trug.
Langsam hob die Frau die Arme, wobei Frau doch schon sehr viel gesagt war, sie war eher noch ein Mädchen. Eraldo wusste das es so war. Doch woher? Und wieso wusste er was sie vorhatte und was passieren würde.
Noch schneller wurde sein Rennen und er versuchte zu schreien um die Aufmerksamkeit der Frau auf sich zu lenken.
Ein Name entkam seiner Kehle an den er seit Jahren kaum gedacht hatte und wenn dann war es immer voller Schuld und Verzweiflung gewesen.
„Nadya! Nadya!“, seine Stimme hallte wider, mit einem unheimlichen Echo, doch egal wie laut er schrie seine Stimme schien die Frau nicht zu erreichen.
Langsam konnte er genaueres sehen, sie trug ein einfaches weißes Kleid, das rote Flecken aufwies das Bündel vor ihr war ebenfalls in weißen Stoff gehüllt und hatte rote Flecken.
Das Schreien des Kindes wurde lauter, als er näher kam doch schien er immer noch so unendlich weit weg zu sein.
Dann fuhr der Gegenstand nieder und das Schrien erstarb.
Eine weitere Gestallt trat ins Bild, er erkannte ihn sofort.
Sein Vater legte die Hand auf die Schulter des weinenden Mädchens und seine tiefe Bassstimme vibrierte durch die Luft.
„Das hast du gut gemacht, so kannst du weiter bei uns bleiben. Einen Bastard kann und will ich nicht in meiner Familie haben.“, er tätschelte sie bevor er sich umwandte und davon ging.
Nadya nahm das jetzt noch blutigere Bündel in den Arm und küsste das nun stille Gesicht des Kindes.
Eraldo fiel auf die Knie, sein Kind war tot.
Diese Gewissheit schlug über ihm zusammen wie die Wellen eines Ozeans im Sturm und er hatte das Gefühl zu ertrinken, seine größte Angst war wahr geworden.
Dann drehte sich der Kopf des Kindes und starrte ihm direkt in die Seele, mit den Augen seiner Mutter, nur glasig und völlig ohne Leben.
Der Mund des Kindes öffnete sich: „Deine Schuld, es ist allein deine schuld!“
Diese anklagenden Worte hallten durch seinen Geist vibrierten mit Horror in all seinem Sein.
Die Frau war ins Zimmer geklettert und saß nun in dem Sessel der seiner Mentorin vorbehalten war, in den Händen die Briefe seiner Eltern.
Damit speiste sie den Horror von dem sie sich nährte indem sie eine Realität erschuf der sich ein Sterblicher niemals würde entziehen können.
Die Verzweiflung was so stark das er nicht mehr wusste was passierte wo er war, langsam wanderte seine Hand zu seinem Gürtel, dort trug er ein Messer. Langsam wie in Trance zog er es und legte es sich an die Kehle.
Die scharfe Klinge schnitt in seine Haut.
Eine feine Linie aus Blut erschien an Eraldos Hals der sich schwer Atmend im Schlaf bewegte.
Die Augen der Fremden leuchteten währen ihr Gesicht einen genüsslichen Ausdruck annahm.
Er wollte nicht mehr Leben, was hatte er getan? Sein Kind war tot, ermordet von der eigenen Mutter und das auf den Befehl seines Vaters hin.
Wie konnte er noch guten Gewissens leben?
Nein, er musste sterben, hier und jetzt durch seine Hand auf das er für immer in der Hölle brennen würde für alle seine Sünden damit Gott Nadya vielleicht vergeben würde, wenn er für alle ihre Sünden ebenfalls büßte.
Der Druck des Messers wurde stärker langsam begann er es sich über den Hals zu ziehen.
Schmerz zuckte durch seinen Körper jede Zelle brannte.
Er hielt inne, der Schmerz war falsch, viel zu all umfassend, überall brannte er nur nicht an der Wunde, als stünde er im Feuer.
>>Seltsam<<, schoss es ihm durch den Kopf, >>So sollte es sich nicht anfühlen.<<
Ganz langsam nahm er das Messer von seinem Hals und betrachtete es, er hatte es noch nie zuvor gesehen. Auch Trug er nie ein Messer am Gürtel.
Auch der Boden schien seltsam, zwar fühlte er sich an wie aus Stein war aber einfach nur schwarz und hart, als hätten Schatten eine Gestalt angenommen.
Eraldos Hand wanderte an seine Kehle, sowohl in der Realen als auch in der Traumwelt.
Blut benetzte seine Finger spitzen.
Ein Gedanke stieg in seinem Kopf auf, er hatte erst vor wenigen Tagen davon gelesen:
„Träume von Dämonen verursacht können auch in der wahren Welt schaden am Heimgesuchten verursachen…..so gilt immer zu prüfen wenn etwas zu schrecklich erscheint, als das es wahr sein kann…..man sich in einem Traum befindet, der von außen beeinflusst wird….so ist es immer einen Versuch wert Kontrolle zurück zu erlangen und Dinge zu erschaffen wie man es nur im Traum vermag….nehmen wir das Fliegen als ein Beispiel….“
Das Messer klirrte als es auf den Boden fiel, sein Blut rann aus der Wunde und tränkte die Klamotten, die nicht seine waren in Blut. Sollte niemand sich um die Wunde kümmern würde er daran verbluten.
Doch über seinen wahren Zustand wusste Eraldo nichts.
Die Frau zog die Brauen zusammen, irgendetwas war nicht wie es sein sollte, dieser Sterbliche war…anders. Anders als er sein sollte. Ihr Blick wanderte durch den Raum und blieb an einem Fetzen nicht verbranntem Pergament hängen der vor dem Kamin lag, darauf waren immer noch einige Symbole zu erkennen. Ein lautes Fauchen erfüllte den Raum, während sich die weißen Lacken des Bettes langsam rot färbten.
Er stieß sich ab mit dem Gedanken zu fliegen und zu seinem erstaunen blieb er in der Luft hängen, nur einige Zentimeter über diesem seltsamen Boden, doch er schwebte.
Mehr Konzentration aufbringen schwebte er höher, von seinem Erfolg beflügelt stellte er sich eine Landschafft vor und alles um ihn herum veränderte sich, er folg nun über Felder und grüne Wiesen er wusste das sie grün waren, aus seiner Erinnerung doch gerade lag alles in finsterster Nacht.
„Jetzt muss ich nur noch aufwachen, doch wenn es wirklich ein dämonischer Traum ist…“, überlegte er laut, dann fiel ihm ein weiter Teil des Textes ein.
„…es ist also zu empfehlen nicht im Traum zu sterben, niemals da nicht sicher gestellt ist das man es auch überlebt…..um also zu entfliehen…..eine Tür, die in die Welt zurückführt….“
Die dicke Holztür des Zimmers erzitterte von einem heftigen Schlag.
Die Fremde beschloss das es keine Mühe wert war hier noch länger zu verweilen auch wenn sie nur zu gerne diesen Sterblichen vernichtet hätte, doch sie hatte besseres mit ihrer Kraft und Zeit zu tun, sie hatte von vornherein kaum ernsthafte Anstalten gemacht diesen Sterblichen zu vernichten. Normalerweise reichte ihre Präsenz aus und der Sessel hatte bequem ausgesehen während der Geruch des Feuers sie angelockt hatte.
Erneut ein Schlag gegen die Tür die sie wieder erzittern ließ, der Riegel knarzte unter der Belastung.
Vor Eraldo erschien eine Tür die er so unendlich gut kannte, es war die Tür zu seinem Zimmer in der Universität, er öffnete sie und schlug die Augen auf.
In der wahren Welt wurde er schon von schrecklichen Schmerzen in seinem Hals begrüßt und glühenden Augen im dunklen die ihn wie Beute fixierten.
Er wollte etwas sagen.
Sein Mund öffnete sich doch es kam kein Ton heraus, dann gab es einen ohrenbetäubenden Knall, als die Tür, die er gerade eben noch mit jedem Detail in seinem Geist gesehen hatte, aus den Angeln gerissen wurde.
Das gewaltige Stück Holz flog durch den Raum und zersplitterte an der Fremden, die nicht mal zuckte bei dem Aufprall.
Professorin De la Roza betrat den Raum, der Mond der voll am Himmel stand tauchte alles in silbriges Licht. Schatten waberten um sie wie Tentakeln, in ihren Händen trug sie eine Armbrust die silbrig schimmerte.
Stille breitete sich aus nachdem sich der Schutt gelegt hatte, die Fremde legte ihren Kopf schief, so vollkommen unmenschlich und betrachtet die Professorin.
Ein lautes Knallen ertönte, als ein silberner Blitz der Frau entgegen schoss, der Armbrustbolzen grub sich tief in ihren Brustkorb, doch schien sie das nicht weiter zu kümmern.
Der Windzug des Bolzens und auch etwas anderes ließen die offenen Haar der Professorin schwingen.
So wenig der Bolzen auch auszurichten schien, die Schattententakel die ihm folgten schienen der Fremden doch unangenehm zu sein. Mit einem gewaltigen Satz sprang sie aus dem offenen Fenster in die Nach hinaus und war verschwunden verschluckt von der Dunkelheit.
Die Armbrust fiel klappernd zu Boden, eines der Tentakel griff danach und schon war sie verschwunden.
Spanische Flüche erfüllten den Raum als die Turmglocke anfing ein Warnsignal zu geben, der Knall der Tür schien jemanden alarmiert zu haben.
Wie immer elegant bewegte sie sich auf den verblutenden Eraldo zu.
„Ich hatte mit jemand anderem gerechnet“, murmelte sie, als sie sich an seinem Bett auf die Knie nieder ließ.
Erst jetzt bemerkte er das sie nackt war, nur in Schatten gehüllt die es irgendwie schafften alles vor seinen Blicken zu verbergen.
„Ich muss immer noch Träumen“, murmelte er zu sich selbst.
„Frau Professorin, ich muss aufwachen, ich will nicht sterben es gibt noch so viel zu lernen.“
Tränen füllten seine Augen und rannen über sein immer blasser werdendes Gesicht.
Langsam schüttele De la Roza ihren Kopf.
„Du wirst nicht sterben, nicht heute und für lange zeit nicht. Nur gibt es eine Bedingung, du wirst mir weiterhin Dienen!“
„Alles was ihr wollt, Professorin De la Roza!“
„Dann mach dich bereit in eine Welt einzutauchen von der du nicht mal zu träumen gewagt hast!“
Mit diesen sanften Worten beugte sie sich vor und für einen Augenblick dachte er sie wollte ihn küssen, doch dann brach erneut Schmerz in seinem Hals aus und die Welt wurde schwarz.