Tierschutz mit dem Galgen? Wenn „Tierliebe“ zur Menschenjagd wird
Ich dachte, wir hätten den Tiefpunkt der Heuchelei bereits erreicht, als die Leute anfingen, einen Bartenwal mit Fischen zu vergiften und es „Rettung“ nannten. Doch die Realität überholt mal wieder jede Satire: Jetzt gibt es Morddrohungen.
Gegen Einsatzkräfte. Gegen Behördenmitarbeiter. Gegen freiwillige Helfer.
Menschen, die vor Ort im Schlamm stehen und versuchen, in einer unmöglichen Situation das Richtige zu tun, bekommen Zettel in den Briefkasten, in denen ihnen mit dem Tod gedroht wird. Warum? Weil die „Internet-Retter“ mit dem Ausgang des Drehbuchs nicht zufrieden sind.
Der ultimative moralische Kollaps
Es ist an Perversität nicht mehr zu überbieten:
Die „Lebensschützer“: Man gibt vor, jedes Leben – insbesondere das von Timmy – über alles zu lieben.
Die Methode: Um dieses „Mitgefühl“ auszudrücken, droht man anderen Menschen (die meist selbst unter Tränen versuchen zu helfen) damit, sie umzubringen.
Merkt ihr eigentlich noch was? Wer Morddrohungen verschickt, dem geht es nicht um den Wal. Dem geht es um die eigene, krankhafte Lust an der Eskalation. Es ist die billigste Form der Selbsterhöhung: Vom Sofa aus den Richter und Henker spielen, während man selbst keinen Finger rührt, außer um Hass-Nachrichten zu tippen.
Wo war der Hass bei den 300.000?
Ich frage mich: Wo waren diese „Rächer der Enterbten“, als es um die 300.000 Wale ging, die jedes Jahr anonym als Beifang verrecken? Wo sind die Drohbriefe an die Konzerne, die unsere Meere mit Plastik fluten? Wo ist der Aufschrei gegen die eigene Bequemlichkeit?
Nichts davon. Es ist viel einfacher, eine konkrete Person vor Ort zum Sündenbock zu machen, als das eigene Leben zu ändern. Diese Leute weinen um einen Wal und wünschen gleichzeitig ihren Mitmenschen den Tod. Das ist keine Empathie, das ist eine psychische Fehlleistung im Endstadium.
Zeit für die bittere Pille
Während Umweltminister Backhaus von der „schlimmsten Hölle“ spricht, sitze ich hier und frage mich, wie viel Verstand eigentlich noch übrig ist. Ich gönne mir jetzt erst mal eine Portion Brokkoli, um die Nerven zu beruhigen – das grüne Gemüse hat wenigstens mehr Struktur als das moralische Rückgrat dieser Tastatur-Terroristen.
Wacht endlich auf! Wer für einen Wal mordet, hat den Wert des Lebens nie verstanden. Das hier ist kein Tierschutz mehr. Das ist eine Massenhysterie, die sich ein Ventil sucht, um von der eigenen Leere abzulenken.
Hört auf, Hass zu säen, und fangt an, Verantwortung zu übernehmen. Aber das würde ja bedeuten, den eigenen Urlaubsflieger zu stornieren oder langsamer zu fahren – und dafür reicht der „Mut“ der Drohbrief-Schreiber dann wohl doch nicht aus.
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