seit April 2021
Kleine (und ich meine wirklich sehr kleine) Helferlein
Ich habe diverse Computer, die die meiste Zeit ihres Lebens "headless", sprich ohne Bildschirm und Tastatur/Maus in einem Keller oder Schaltschrank vor sich hin laufen und per Netzwerk irgendwelche Dienste erbringen. Das können Windows-PCs sein oder auch ein Raspberry Pi.
Das geht so lange gut, bis das Gerät mal nicht mehr erreichbar ist, und ich doch vor Ort nach dem Rechten sehen muss. Früher musste ich in diesen Fällen Bildschirm und Tastatur in den Keller (oder zum Schaltschrank) schleppen, was wirklich umständlich ist, denn man bekommt ja praktisch keine Bildschirme mehr unter 22" Diagonale. Schlechtestenfalls ist dann noch keine freie Steckdose für den Bildschirm in der Nähe etc. Es war wirklich absurd aufwendig mit Blick darauf, dass es meist doch nur darum ging, kurz eine Fehlermeldung zu lesen und ein paar Tasten zu drücken.
Viel handlicher sind diese zwei Geräte:
Rechterhand eine Funktastatur, die ich mal aus dem Elektroschrott geklaubt habe. Sie ist etwa elf Zentimeter breit und hat sogar ein Trackpad (das rot glimmende Ding rechts oben), das in Notfällen eine Maus ersetzen kann. Die Verbindung zum Endgerät wird über einen USB-Dongle hergestellt, den man im Gehäuse parken kann - zieht man ihn heraus, schaltet sich die Tastatur ein.
Die Tasten sind fünf mal sieben Millimeter groß, also schon eher etwas für Leidensfähige, aber es reicht halt wirklich aus, um mal eben ein Passwort einzutippen oder sinngemäß so was à la "Wie lautet deine IP-Adresse, Miststück!". Der Endgegner ist ein Windows-PC, an dem man zum Einloggen Strg-Alt-Entf drücken möchte, denn es gibt keine dedizierte Entf-Taste. Man muss also Strg-Alt-Fn-Entf drücken, was grundsätzlich möglich, aber wirklich herausfordernd ist.
Links im Bild ein HDMI-Grabber. Das Funktionsprinzip kann man sich so vorstellen: an der HDMI-Buchse, die ich an einen Bildschirmausgang stecke, sagt er: "ich bin ein Bildschirm, schicke mir ruhig dein Bildsignal!". Und am USB-Stecker, den ich an meinen Laptop stecke, sagt er: "Ich bin eine Webcam, bitteschön - ein Bildsignal!". Man erhält also einen HDMI-Eingang am Gerät. Unter Windows muss ich dann nur noch die Kamera-App öffnen und sehe die Bildschirmausgabe des havarierten Computers:
Die kann ich dann über die Mäusetastatur steuern oder auch mit Klick auf den weißen Button rechts erstklassige Screenshots machen (noch so ein Anwendungsfall: nie wieder Bildschirme mit der Handykamera abfotografieren!)
Den HDMI-Grabber habe ich zu Corona-Zeiten gekauft, damals war das ein Livestream-Gadget. Man konnte sich so mit Hilfe von OBS Studio komplexe Setups aus mehreren Bildquellen zusammenbasteln. Wahrscheinlich habe ich das nur ein, zweimal gemacht - als Bildschirmersatz habe ich bis heute Freude dran.
(Lennart Schütz)









