Foto: Crystal Eye Studio/Shutterstock.com Was ist eigentlich Clickbaiting? Häufig diskutiere ich die Frage in Workshops mit jungen Journalistinnen und Journalisten. Selbst große Tech-Konzerne …
Absolut lesenswerte Einordnung von Daniel Fiene:
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Foto: Crystal Eye Studio/Shutterstock.com Was ist eigentlich Clickbaiting? Häufig diskutiere ich die Frage in Workshops mit jungen Journalistinnen und Journalisten. Selbst große Tech-Konzerne …
Absolut lesenswerte Einordnung von Daniel Fiene:
Warum ich die Kritik an den #Heftigstyle-Experimenten nicht teile
Manchmal habe ich das Gefühl, dass keine Spezies schneller genervt ist als Journalisten. Dieses Gefühl stellte sich auch wieder ein, nachdem ich diese grundsätzliche Kritik daran, dass sich derzeit viele Medien am "Heftig-Style" versuchen, gelesen hatte. "#Heftigstyle: Bitte hört auf mit der Prostitution!" fordert darin der Autor seine Journalisten-Kollegen auf. Ähnlich lautende Statements habe ich auch in den Tagen zuvor schon gelesen.
Es gibt sicher einiges, das man an diesem Stil kritisieren kann, der größtmögliche Aufmerksamkeit mit größtmöglich emotionalisierten (und manchmal falschen) Versprechungen erreichen will. Und sicher gibt es auch genügend Kritikpunkte, die man am Geschäftsmodell der derzeit überaus erfolgreichen Seite Heftig.co anbringen kann, die die Welle losgetreten hat. Heftig.co, nun Namensgeber dieses Stils, hat das übrigens nicht erfunden. Die Seite gibt es erst seit diesem Jahr, die Machart schon länger. Nur wendet Heftig.co das selbst derart heftig an, dass es schon völlig überspitzt wirkt.
Aber die Kritik, dass Medienmacher mit dieser Art der Aufmerksamkeitsgenerierung experimentieren, teile ich ebenso wenig wie die Kritik, dass sich Journalisten dieses Stilmittels ironisch bedienen. Ich bin der Meinung: Nun lasst die Leute doch mal ausprobieren! Ist doch gut, wenn sich Journalisten intensiv mit Text und seiner Wirkung befassen!
Fakt ist: Der "Heftig-Style" funktioniert! Das belegen eindrucksvoll die Zahlen, die zu Heftig.co kursieren.
Und Fakt ist ebenfalls: Viele Medien und Journalisten stehen dem Erfolg von Inhalten im Social Web ratlos gegenüber, wissen oft genug nicht einmal, wie sie irgendeine Leserschaft in diesem Internet überhaupt erreichen können.
Deshalb finde ich es nicht verwerflich, wenn neue Wege ausprobiert werden - auch oder gerade weil es Kritik daran gibt.
Klar ist doch auch: Wenn plötzlich zig Redaktionen damit anfangen, zu experimentieren, wird schnell eine Masse erreicht, die der ein oder andere als nervig empfinden mag. Journalisten sind hier aber auch in einer Sonderrolle, denn sie bekommen die geballte Ladung mit, die der Durchschnittsnutzer so nie zu sehen kriegt.
Aber wenn ein Journalist 15 Minuten auf einen kurzen Text im Heftig-Style verwendet, finde ich das noch allemal besser, als wenn er in weniger als 30 Sekunden eine lieblose 08/15-Überschrift hinrotzt. Was dabei rauskommt, lässt sich nämlich vielfach bei wir-schicken-wen begutachten - und das ist auch ziemlich heftig und nervt die Leser wirklich!
Nachtrag: Dieser Blogbeitrag bietet dazu auch noch einige Denkanstöße.