In orangenem Rot brach das letzte Licht des Tages durch das Astgewirr und nur zögerlich blinzelte ich dagegen an. Es war ein schöner Augenblick. Einer jener Art, in denen ich mich hingeben und genießen konnte. Wie ich ihn an diesem Morgen erst hatte erleben dürfen, nur um mich danach so sehr dafür zu schämen, mich im Kern meines Wesens verletzt zu fühlen von der Aufmerksamkeit, die man mir geschenkt hatte. Nun war es anders. Ich genoss diese zärtlichen, warmen Fingerspitzen zwar nicht mehr, die meine Haut liebkosten, denn ich spürte sie einfach nicht; das lose Band, das zwischen mir und dem Körper noch bestanden hatte, war nun endgültig durchtrennt worden, aber ich wusste, was dieser Moment mir bedeuten würde, und das erfüllte mich mit einer eigentümlichen Seligkeit.
Nach und nach entrückte ich mir selbst, als würde ich in mir einen Schritt zurücktreten. Ich sah durch diese Augen, als würde ich die Sonne durch ein junges Blatt betrachten, gedämpft, gefiltert, und es waren unverkennbar jene Augen, durch die ich sah, tief und warm und dunkel - und welche anderen hätten es je sein können? In ihnen spiegelte sich das Feuer, das mir von seiner Hitze erzählte; ich sah, wie es neckisch mit den glänzenden Figurenplättchen spielte, die an den Bändern von den Balken baumelten; wie die mächtige Holzsäule in der Mitte des Heiligtums wachte und keinen Deut von der Stelle wich. Und aus dem Kern meines Wesens tropfte honigsüß und voller Güte eine Stimme, in der sich zwei vereinten: Komm und sieh.