Ist eine Gesellschaft sowieso schon fragil, next step: Presslufthammer?
Es ist immer wieder interessant wie man Geschichte als Geschichte abhakt, obwohl sie sich bereits mehrfach wiederholt hat. Eine noch so moderne Zivilisation hat dennoch das Ur-Bestreben nach Macht. Ich will jetzt garnicht mit einzelnen Ethnien aufwarten, da das sonst im Uferlosen enden würde.
Die aktuelle Situation bereitet mir schon sehr viel Sorgenfalten. Man tendiert dazu zu sagen, dass es einen selber nicht betrifft, aber am Ende betrifft es uns alle. Auch wenn die vom Volk bestimmten Entscheider das letzte Wort haben. Es ist eine riesen Verantwortung und ein ständiger Wettbewerb Politiker zu sein. Ich rede mir nicht ein, dass es alles ein Zuckerschlecken ist. Man braucht Nerven wie Drahtseile. Wie angespannt ist man selber bereits, wenn wieder neue Nachrichten in den Fokus rücken? Sehr angespannt und dazu noch hochemotional. Gerade in solch einem Drahtseilakt ist es schwer rational Entscheidungen zu treffen.
Doch irgendwie kommt mir alles so vor, wie eine Slow Motion. Du hast das Gefühl, dass der Atom-Ausstieg schneller beschlossen wurde, als eine einheitliche Entscheidung zu einem endlich wieder erstarkendem Europa. Was wir gerade sehen ist eine Farce. Wir dürfen innenpolitisches Interesse nicht mit echten Problemen verwechseln. Asyl ist ein Grundrecht, um fliehende Menschen vor dem sicheren Tod zu retten. Warum wurde Syrern nicht von vorneherein die Möglichkeit eines sicheren Übertritts gewährt, warum reift diese Entscheidung erst jetzt? In Zeiten wo mangelnder Integrationswille keine Seltenheit ist, setzt man noch einen drauf und holt viele in aller erster Linie anonyme Menschen auf das europäische Festland. Selbstverständlich sind das nicht alles Kriminelle, aber vor Probleme wird die Gesellschaft dennoch gestellt. Dann reden Experten immer davon, dass wir Zuwanderung brauchen. Aber legale Zuwanderung kann man doch nicht über das Asylrecht auffangen, da vermischt man die Interessen.
Es gibt Parallel-Gesellschaften. Man macht aber einen Fehler zu glauben, diese bilden einen einheitlichen Verbund am Rechtsstaat vorbei. Nein, in jenen Gesellschaften führen sie die Kämpfe ihrer Väter gegeneinander weiter fort. Die unterschiedlichen Ethnien, machen auf neutralem Boden weiter, wovor die Eltern eigentlich Abstand gewinnen wollten, indem sie in einer gewachsenen Struktur ein neues Leben beginnen wollten. Umso beachtlicher ist die Rolle Israels im nahen Osten. Ich war am Ende auch der Versuchung erlegen, Israel für alles die schuld zu geben, doch mittlerweile muss ich anerkennen, was dieses Land durchmachen muss und leistet! Es ist eine hochexplosive Umgebung und man erkennt erst an solch einem Land, wie privilegiert wir hier eigentlich leben. Wir können stolz auf uns sein, wir müssen nicht gebeugt durch die Welt laufen. Der Ist-Zustand ist noch sehr jung und zerbrechlich. Das erkennt man daran, wie schnell das eigene Leben voran schreitet.
Ich wünsche mir, dass die Briten in der EU bleiben. Aber sind wir ehrlich, aktuell schwinden die Argumente für einen Verbleib. Es müssen dringlichst Beschlüsse her, die auch künftige Wellen der Fluchtbewegung unter Kontrolle bringt. Die Bundesregierung muss die Haltung der anderen EU-Mitgliedsstaaten respektieren. Ich denke dabei aber nicht an eine innenländliche Grenzschließung. Es muss eine europäische Außengrenze her! Diese muss massiv und hoch sein, diese NATO-Drähte sind nur eine kleine Hürde. Die Menschen müssen begreifen, dass sie sich zusammenschließen müssen und gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen, als direkt zu fliehen. Man stelle sich mal vor, es wird salonfähig zu fliehen wenn es mal nicht nach Wunsch läuft (natürlich ist Syrien aktuell davon ausdrücklich ausgenommen). Die Geschichte zeigt ja, dass man Mauern auch wieder abreißen kann, aber die kurzfristige Signalwirkung wäre emenent. Spanien sichert beispielsweise seine Grenzen äußerst gut in Richtung Marokko. Aufwändig ist solch ein Unterfangen allemal, man muss nur irgendwann mal anfangen. Und vor allem dürfen wir die Griechen nicht alleine lassen. Gerade die Anti-Staaten im Osten müss(t)en Kapazitäten an Beamten oder Militärs nach Griechenland schicken, oder sich zumindest anderweitig an den Kosten beteiligen.
Ich würde mir auch mehr Unterstützung von den Vereinigten Staaten wünschen. Diese auch von ihnen destabilisierende Außenpolitik kann doch Europa nicht alleine verantworten. Aber machen wir uns nichts vor, da käme nur eine Überführung mit Flugzeug in Frage. Es ist nur ein geographischer Vorteil der sie schützt. Die Stahlkraft Nordamerikas ist enorm. Bedeutend höher als die vom Russen, oder Chinesen. Und Deutschland war kein Befürworter des Irak-Krieges unter der Regierung Schröder, schon alleine deshalb ärgert mich, wie der Zustand als selbstverständlich verkauft wird.
Es kann nur die Lösung geben vor Ort am Aufbau mitzuwirken. Wir bringen ihnen grundlegende Sachen bei. Auch muss bei der dortig hohen Jugendarbeitslosigkeit die Frage gestellt werden, was sich so mancher Flüchtling eigentlich unter einem Job vorstellt. Erst neulich sah ich einen Bericht, wo er den körperlich harten Job nach ein paar Wochen quittierte. Das soll jetzt kein Generalurteil sein, weil ein Gegenbeispiel zeitgleich einen Vertrag als Maschinenbauer unterschrieb, weil er sich gut bewährte. Sie dürfen nicht wegen eigener Perspektivlosigkeit aus dem Herkunftsland fliehen und sich hier wundern, dass Bretter nicht fertig geschliffen vom Himmel fallen. Auch da sieht man wie aussichtslos und grotesk die Situation im Heimatland sein muss. Abschließend halte ich überhaupt nix vom Aussetzen des Mindestlohns, weil automatisch lieber zwei billigere Arbeitskräfte eingesetzt würden, als einen teureren Einheimischen. Da darf man den Unternehmen nicht in die Taschen spielen. Und zusätzlich muss sich körperliche Arbeit wenigstens finanziell wieder lohnen. Man stelle sich mal vor im antiken Ägypten hätte es keine Arbeiter gegeben, die die Sphinx in Steine gehauen hätten. Ich finde es ist zu einer dramatischen Wendung hinweg vom normalen und so essentiell so wichtigen Handwerk gekommen. Kleine Unternehmen graben sich zunehmend untereinander das Wasser ab um zu überleben, während an der Spitze ein absolutes Macht-Monopol über die Energieversorgung bestimmt und es dort überhaupt keinen Wettbewerb gibt.














