Der lachende Laschet, der nahbare Obama, der heldenhafte Che: Vermeintlich objektive Bild-Dokumente sind das Ergebnis vieler Entscheidungen.
»[...] Diese fünf Wege, durch Fotos zu manipulieren, gelten im Grunde für jede Form des Journalismus. Die Auswahl des Sujets, der Zeitpunkt, der Blickwinkel, der Kontext und die Komposition lenken auch bei Texten und Filmen sanft den Blick des Rezipienten. Das liegt ein Stück weit in der Natur des Sache – Journalismus ist kein stumpfer Transmissionsriemen für die Wirklichkeit, sondern lebt von Schwerpunktsetzung und der Einschätzung der dort arbeitenden Menschen. Natürlich können Kommunikationsabteilungen diese Macht nutzen. Medien und Bildredakteure können sie missbrauchen.
Was hilft dagegen? Medienkompetenz. Fotos sind Werkzeuge voller versteckter Mechanismen. Wer diese Mechanismen kennt und weiß oder zumindest ahnt, wer sie wie bedient haben könnte, findet sich besser zurecht. Wer ein Bild dekodieren kann, gewinnt Souveränität gegenüber alltäglichen Manipulationen.«












