Ich sehe dich Washington.
Manchmal laufe ich durch die Weltgeschichte und bin dermaßen genervt, dass mich der Alltag mal wieder davon abhält, einfach nur nachzudenken. Jeder will etwas von dir, dabei versuchst du doch nur in Ruhe zu analysieren warum etwas ist wie ist. Wir bekommen ja in der Regel Geld für Jobs die wir nicht mögen. Ein Irrglaube vom heutigen Nachwuchs ist ja, dass Arbeit Spaß machen müsse. Sicher ist nur, dass Infrastruktur am Leben zu halten eine Aufgabe ist, die niemals beendet sein wird. Es wird fortschrittlicher zugehen, bestimmte Tätigkeiten werden wegfallen, doch es wird niemals so sein, dass Arbeit wegen des Fortschritts gänzlich verschwindet. Mann kann dennoch Spaß bei der Arbeit haben, obwohl es nicht der Traumberuf ist. Die Arbeit in der Zukunft soll aber nicht das Thema dieses Beitrags sein. Sondern eher die gesellschaftliche Entwicklung.
Eines steht unmittelbar bevor, das Industriezeitalter neigt sich dem Ende. Der Mensch konnte 200 Jahre, mehr oder weniger eingepfercht, seine Tätigkeit gegen Geld eintauschen. Daraus resultierte für den ehemaligen Ackerbauern ein Wohlstand, wie es ihn nie zuvor gegeben hat. Heute zu sehen in asiatischen und afrikanischen Ländern. Man darf nicht den Fehler machen heutige Standards mit damals zu vergleichen. Für Menschen jeder Epoche gab es immer ein Maximum was man erreichen konnte. Darüber hinaus wagte man garnicht zu denken. Auch wurden Menschen nicht so alt. Schon garnicht bei den knallharten Industriejobs. Heute kann man nicht mehr nachvollziehen was Menschen damals geleistet haben müssen. An Gewerkschaften war noch garnicht zu denken. Doch sie taten es auch für ihre Familien. Mussten sie ja, sonst erschließt sich mir nicht, warum sie es taten. Auch Kinder waren von Arbeit nicht gänzlich verschont, nur wurden sie nicht dafür bezahlt. Man musste früh erwachsen werden.
Die Gedanken kommen mir wenn ich mir die ewig gehetzte und missmutig gestimmte Gesellschaft der Neuzeit anschaue. Anders als Büroangestellte bekomme ich nicht nur Einblick in ein bestimmtes Klientel, was etwas von mir will, sondern ich bekomme einen Querschnitt aus allen Schichten. Deshalb maße ich mir an, zu behaupten, einen guten Überblick zu besitzen. Heute haben wir mehr Menschen an den öffentlichen Futtertrögen als wir vermuten. Es ist dem alten Rom garnicht mal so unähnlich. Dort gab es zentrale Anlaufstellen, wo man umsonst Brot bekam. Es folgte dem Prinzip der Zuteilung. War etwas alle, ging es nicht selten rund in den Gassen. Heute geht es ähnlich heiß her. Nur haben wir Berichterstattungen darüber und tiefgründige und empörte Analysen. Dort wird selbstverständlich nie über die Aggressoren gerichtet, sondern stets über die Betreiber. Ich werde nicht müde zu sagen, warum der Kommunismus niemals klappen wird. Weil wir nun mal Menschen sind! Unterschiedlich zivilisiert und jeder hängt irgendwo an seiner Heimat und Kultur. Sicher gibt es Nomadenstämme immernoch, auch die Roma sind welche, doch sie bewegen sich in dem Umfeld, welches ihnen Einlass gewährt. Sie haben Stategien entwickelt dem Kapitalismus zu widerstehen und in ihrer Gruppe fortzubestehen, trotz aller Ausgrenzung, die sie stets erfahren haben. Um mal einen Europäischen Nomadenstamm zu nennen, der im Indo-Asiatischen Raum seinen Ursprung zu haben scheint.
Zurück zur Gesellschaft der Zukunft. Zunächst glaube ich, dass jeder, der von sich behauptet die Zukunft bereits zu kennen, ein Hochstapler ist. Zumeist urteilend von der Arroganz und Ignoranz des eigenen Reichtums. Sieht man die untergegangenen Kulturen, stellt sich mir die Frage ob sie sich irgendwo assimilierten, wie die Römer und Wikinger, oder ob es ein Superereignis gab, welches sie hinwegfegte. Und dann kommen weitere Fragen auf. Wie erging es anderen Völkern zur selben Zeit, die nicht von Pharaonen versklavt wurden? Also in anderen Teilen der Erde. Den Herrschern damals war doch herzlich egal wer die Arbeit verrichtete. Es war vorallem Arbeit, die neben der Infrastruktur auch den eigenen Status zum Ausdruck brachte. Monumentalbauten. Heute ist es eigentlich immernoch so. Durch das Internet denken wir nur alles zu wissen, doch in Wirklichkeit wissen wir garnichts. Die Eliten machen gemeinhin immer wieder den selben Fehler, zu denken dass jeder bereitwillig Untertan ist. Auch interessant ist, wie selbst Roboter immer wieder in Hollywood Geschichten aufbegehren. Nicht selten geht es darum, dass eine Update Version, die mit Fehlern behafteten Vorgänger auszuschalten versucht.
Die Zukunft der Digitalisierung ist eigentlich keine Revolution der Arbeitsplätze, sondern eher ein Versuch, weltumspannend, den Menschen zu optimieren. Ihn lenken zu können. Im Namen des Fortschritts. Subtil machen wir bereits mit. Die Datenpreisgabe ist die erste Akzeptanz des vermeintlich Unausweichlichen. Nur nicht ganz so schnell. Mir stellt sich die Frage mit was die Leute irgendwann ihren Lebensunterhalt verdienen. Oder wie setzen sich Preise zusammen? Die Zukunft wird keine Industriezweige enthalten, die unendlich produzieren, weil so ziemlich jedes Land das nun selber kann und der Bedarf irgendwann zwangsläufig gedeckt sein wird. Ausgenommen natürlich es gibt Kriege oder Naturkatastrophen. Es wird weiterhin Bedarf an Rohstoffen bestehen. Das ist sicher. Die Digitalisierung kann nicht ohne Energiegewinnung und eine Speicherung dieser funktionieren. Unabhängig von verschiedenen Studien denke ich, dass es alternative Energiegewinnung geben muss. Gleichzeitig hängt der Mensch aber durchaus an der Natur. Selbst in Betonwüsten wünschen sich Menschen einen Rückzugsort. Die Frage wird also sein, wie organisieren die Menschen die Zukunft?
Arbeit geht nie aus und selbst wenn es nur die Wartung der eigenen vier Wände ist. Doch es gibt ja auch ein Leben außerhalb. Um Konsumieren zu können, muss man ja eine Gegenleistung erbringen. Vielleicht in Form von Daten? Oder schafft es die Menschheit tatsächlich eine Alternative zum Geldsystem zu entwickeln? Vieles wird auch davon abhängen was in der Zukunft für große Verwerfungen auf die Menschen zukommen. Wissen wir mit Sicherheit, dass es nicht schonmal so viele Menschen auf dem Planeten gegeben hat? Und wie gesagt, vielleicht kommt ja auch ein apokalyptisches Ereignis. Wer kann mit Sicherheit das Gegenteil beweisen? Die Zukunft richtet sich gerade dahin aus, den Menschen optimieren zu wollen. Gegenwärtig haben wir aber noch ein Wirtschaftssystem was es zu berücksichtigen gilt. Gerade deshalb liegt für mich die Zukunft darin, vorallem in Europa, unsere Vielfalt an Kulturen zu erhalten, damit wir eben weiterhin ein Stachel im Fleisch der Imperialisten bleiben können. Von diesem sicheren Hort aus, können wir gemeinsam eine gute Zukunft gestalten.
Unsere Orientierung muss die Zeit vor der Industrialisierung sein. Wie haben die Gemeinden ihren Alltag bewerkstelligt? Auch da gab es gute und schlechte Herrscher. Meistens musste man irgendeine Quote erbringen. Arbeit war zumeist in der Landwirtschaft. Nicht selten für die Obrigkeit, doch auch für die Öffentlichkeit. Kein Herrscher wollte blutrünstige Bauern, die ihm seine Festung streitig machen. Wenn man so will eine sehr direkte Form von Demokratie. Es wird also die Frage sein, ob wirklich die Technik alles bestimmen wird, oder wir zurück in Stammeskriege fallen. Auch bleibt abzuwarten ob wir den unausweichlichen Tod weiterhin bis in die Besinnungslosigkeit aufschieben oder ob wir wieder einen Pfad betreten, der als Bindeglied zwischen dem Jetzt und der Anderswelt fungiert. Ich denke je weniger ein Mensch arbeiten muss, umso mehr Zeit nimmt er sich für die Spiritualität, gepaart mit der Gewissheit, dass sein Handeln zu Lebzeiten beim „Übertritt“ eine Rolle spielen wird. Trostlos wird die Zukunft erst wenn der Mensch bereitwillig seine Freiheit aufgibt und sich dem hemmungslosen Konsum hingibt.
Es gibt Bestrebungen die Völker zu mischen, ganz nach dem römischen Vorbild. Die Imperialisten wollen sich ein Völkergemisch zum Untertanen machen. Mit Brot und Spielen sollen sie bei Laune gehalten werden. Bedrohlich für solche Unterfangen, die es immer geben wird, auch wenn wir längst nicht mehr da sind, dass Menschengruppen sich zusammenschließen. Wenn es ihnen an irgendetwas fehlt, fallen sie in urzeitliche Verhaltensmuster zurück und kein Wohlstand der Welt kann sie davon abhalten. Und sie werden immer unterschiedliche Merkmale aufweisen. Gemessen an dem Standards von damals, muss Rom so ziemlich alles gehabt haben. Doch der Reichtum machte sie blind für das irdische Treiben. Genauso geschieht es heute. Der Leviathan hat die Kontrolle verloren. Wie der römische Untertan Herodes nie seine Untertanen für sich gewinnen konnte, geschieht es heute inmitten von Europa. Die Menschen interessiert der vermeintliche Wohlstand und Fortschritt nicht länger. Sie sehen all die Korruption um sie herum. Dies wäre ja noch zu verschmerzen, doch jemand macht sich auf ihnen das letzte zu nehmen was ihnen noch geblieben ist. Es geht nicht um einen Teil, es geht um die vielen Teile die Europa ausmachen. Leider sind es die Europäer selber, die sich diese dekadenten Pläne ausgedacht haben. Ironischerweise ist der Kampf dagegen die Aufgabe, nach der alle gesucht haben. Fast ein biblisches Unterfangen. Ich für meinen Teil werde meinen Beitrag leisten, für eine Zukunft die auch für kommende Generationen lebenswert ist. Leuchtende Reklametafeln bedeuten nicht zwangsläufig eine bessere Zukunft. Der gläserne Mensch in seiner Vollendung, würde am Ende selber zur Maschine werden. Leblos am Leben.














