Ingimundur and his teammates in the shower after a game of football.
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Ingimundur and his teammates in the shower after a game of football.
Ingvar Eggert Sigurðsson as Poilce Chief Ingimundur in A White, White Day (Hvítur, Hvítur Dagur)
And he’s not the only hottie in this scene (errr...these scenes).
Erzählungen von hier und über dem Berge II
Ich bin zurück! Und erneut komme ich mit einem kleinen Märchen, dass mir vor gar nicht allzu langer Zeit in den Sinn gekommen ist. Hoffe es gefällt (:
Ingimundur der perlmutterne Drache
In einem Königreich, nicht fern von hier, lebte ein Drache von unsagbarer Schönheit. Sein Schuppenkleid glänzte wie das reiche Innenleben einer Muschel und schillerte so sehr, dass man nicht sicher sein konnte, ob er, oder die Sonne schien, wenn er sich durch die Lüfte schwang. In der nahen Stadt, die sich um den Königsberg drapierte wie ein edler Mantel, war von ihm viel Gesang und Sage zu hören, doch gesehen hatte ihn bisher nicht einer. Die Magie des Drachens bestand auch nicht unbedingt darin, gesehen zu werden, es reichte ihm, dass man Gedichte über ihn schrieb und wie einen alten, aber vergessenen Freund verehrte. Anders als andere Drachen, wie Gudmundur der Schreckliche, oder Sigurdur der Furchtbare, war Ingimundur niemand, der Prinzessinnen entführte und Dörfer auf ihre Grundmauern niederbrannte. Daher trug er den Beinamen Ingimundur der Friedfertige.
Zwischen dem Gebirge in dem Ingimundur lebte und dem einsamen Königsberge lagen eine Schlucht, ein Wald und ein Fluss und es war nie einem Mann oder einer Frau gelungen, die Höhle des Drachen aufzusuchen, von der man sagte, sie bärge Schön- und Weisheit. Folglich war der Drache einsam und langweilte sich oftmals sehr. An einem der Tage, da die Langeweile ihn wieder in den Panzer stach und ihn aufforderte, sich zu regen und etwas zu tun, beschloss Ingimundur, die Stadt zu besuchen. Doch, dachte er, damit es ein richtiges Abenteuer wird, will ich den mühseligen Wanderweg der Menschen bestreiten. Ich will sehen, ob er so unüberwindbar ist, wie es scheint. Er kroch also aus seiner Höhle, die hoch in einem der Berge lag, und kraxelte die Flanke des Berges hinunter. Kein Problem, lachte er, mit meinen spitzen Krallen.
Es folgte eine Schlucht, die aus dem geschützten Tal, umkränzt von dem Heimatgebirge des Drachen, hinausführte. Der Weg über die eisigen Spitzen der Berge wäre eine leichte Übung für Ingimundur und seine gewaltigen Schwingen gewesen, doch die Schlucht war eng und er musste viele Verrenkungen anstellen, um hindurch zu gelangen. Es kam gar eine Stelle, die war so eng und so düster, dass er ganz stecken blieb und nicht mehr vor oder zurück konnte. Er strampelte und rauchte vor Wut, doch nichts half. Verängstigt zog er die Möglichkeit in Betracht, dass er im Felsen stecken bleiben musste, bis er ausgehungert genug war, um wie ein Blättchen hindurch zu flattern. Tränen füllten die Augen des Drachen, als sich eine ungeahnte Hoffnung ihren Weg bahnte. Ein Mann aus einem fernen Reich, der in diesen Landen sein Glück suchen wollte, hatte ebenfalls den Weg durch die Schlucht gewählt und kam nicht umhin, der Misere des Drachen Zeuge zu werden.
So eine mächtige und herrliche Kreatur darf nicht in einer armseligen Kluft stecken bleiben, sinnierte er und überlegte, wie er der Gestalt helfen konnte. Da er ein kluger Kopf war, fiel ihm schnell ein, wie er sich nützlich machen konnte und er holte etwas Butter aus seinem kargen Reisegepäck. Ingimundur hatte sich mit den silbernen Hörnern an seinen Flügelgelenken verhakt und jede Bewegung bereitete ihm Schmerzen, doch mit der fettigen Butter die seine Hörner ganz rutschig und glitschig machte, hatte er sich schnell befreit. Hundertfach dankte der Drache dem Mann, der von seinem geringen Besitz etwas gegeben hatte, um ihn zu befreien.
In großen Schritten und in keiner Weise beeinträchtigter Wanderlust stellte der Drache sich dem nächsten Hindernis, dem großen, weiten, dunklen, fiesen Wald. Man sagte, dass Feen in diesem Wald lebten und mit den armen Wandersleuten ihre Späße trieben. Verschont wurde auch der Drache nicht, denn als sie seine Schönheit sahen wurden sie neidisch und ließen ein tückisches Dornengewächs erblühen, sodass der Drache darin hängen blieb und keinen Schritt vorwärts tun konnte. Seine Krallen halfen ihm nicht, denn die Hecke war magisch und die Dornen gefährlich. Zu seinem unverschämten Glück kam der Reisende von der Schlucht her auch diesen Weg entlang und konnte die missliche Lage, in der Ingimundur steckte, begutachten. Der junge Mann wusste, wie böse die Ideen der Feen sein konnten, wusste allerdings auch, dass sie leicht zu überlisten waren. Er wanderte ein wenig im Wald umher und pflückte die schönsten Blumen, die er finden konnte, ehe er zum Drachen zurückkehrte und die Feen rief.
Manche der Fabelwesen waren hässlich, andere waren schön, doch allesamt waren sie eitel und daher rührte ihr Neid. Jeder von ihnen versprach der Wanderer eine der hübschen Blumen, wenn sie nur den Drachen befreien würden, damit jener weiterziehen könnte. Widerwillig aber überzeugt von seinen lieblichen Gaben ließen sie das Dornengestrüpp schrumpfen, ohne das Ingimundur Schaden nahm. Jeder überreichte er eine Blume, Rosen und Butterblumen, Nelken und Vergissmeinnicht, und sie entschwanden. Tausendfach bedankte Ingimundur sich und sprach seine Bewunderung für die Schläue des Reisenden aus, dann zog er weiter zum letzten Hindernis auf dem Weg in die Stadt.
Der Fluss war seit einem heftigen Regenfall vor einigen Tagen zu einem reißenden Strom herangewachsen und hatte die moderige Brücke, die vor Jahrzehnten gebaut worden war, einfach mitgerissen. Ingimundur, der ja beschlossen hatte, den beschwerlichen Weg der Menschen zu gehen, verbat sich auch dieses Mal das Fliegen und wartete ungeduldig am Ufer des Flusses. Wie erwartet tauchte nach einer Weile der altbekannte Fremde auf und gesellte sich zu ihm. „Wenn wir den Fluss überqueren wollen, brauche ich deine Hilfe, Herr Drache.“, sagte er in einer tiefen und rauen Stimme, die gar nicht zu seinem Äußeren passen wollte. „Sieben Bäume müssen wir fällen und zurechtlegen, dass wir den Fluss überqueren können.“
Ingimundur gehorchte gern, er war froh, dass der Mann auch hier eine Lösung wusste. Er fällte vier Bäume, der Mann drei und mit seiner großen Kraft legte er die langen Fichten so über den Fluss, dass er bequem drüber gehen konnte. Als beide die andere Seite erreicht hatten, dankte Ingimundur dem Mann ein drittes Mal. „Meine drei wertvollsten und herrlichsten Schuppen möchte ich dir schenken, weil du mir dreimal geholfen hast. Deinen Edelmut und deine Weisheit will ich gerne belohnen, denn jede der Schuppen kann dir einen Wunsch erfüllen. Ich selbst kehre flugs zurück in die Berge, denn dieses Abenteuer reicht mir für die nächsten Jahre.“ Drei Schuppen fielen von seinem Panzer und ehe der Mann es sich versah, flog Ingimundur bereits hoch über seinem Kopf.
Der Mann, dessen Name Brynjar war, zog weiter in die Stadt, in seinem Beutel behielt er die Geschenke des Drachen. Er wollte sich ein feineres Leben machen in der Königsstadt, reicher und besser als das, das er in seiner Heimat geführt hatte. Kaum ließ er das gut bewachte Stadttor hinter sich, hörte er, dass der alte König, ein weiser und netter Mann, kinderlos und an einer zehrenden Krankheit verenden würde. Der neue König sollte mit einem Turnier gefunden werden, das noch in derselben Woche stattfand. Brynjar erkannte seine Chance und nahm die erste der drei Schuppen. „Bitte.“, sagte er, „ich wünsche, dass ich dieses Turnier gewinne und König werde.“
Es folgte eine Reihe von glücklichen Zufällen. So fand der Mann noch am gleichen Tag, als er, um sich einen Tagelohn zu verdienen ein paar Schweine hütete, ein Schwert, das ihm als Waffe bei dem Turnier dienen konnte. Ferner schenkte ihm ein alter Ritter der ausgedient hatte seine Rüstung, weil Brynjar ihm bei seinen Besorgungen half. Zu guter Letzt lief ihm bei Arbeiten auf dem Feld eines ortsansässigen Bauern ein wildes Pferd zu, das ihm beim Lanzenkampf als Reittier zur Seite stehen konnte. Brynjar war zuversichtlich, dass er das Turnier gewinnen würde, obschon er kein erfahrener Kämpfer war.
Am Tage des Wettkampfes staunten die Bürger der Stadt nicht schlecht, als ein Fremder aufkreuzte und die lokalen Favoriten in allen Kategorien meisterhaft schlug. Beim Bogenschießen traf er jedes Mal ins Schwarze und gewann die Herzen der anwesenden Jungfrauen. Beim Duellieren mit anderen Anwärtern auf den Thron machte er die Hoffnung aller Teilnehmer zunichte, denn jeden schlug er mit ein paar simplen Tricks. Beim Lanzenkampf stieß er die Gegner einarmig nieder, sodass sie sich vor Schmerzen krümmten und im Staub lagen. Haushoch gewann Brynjar und wurde König des schönen und reichen Landes.
Er lebte in Reichtum und Überfluss, nahm sich eine wunderschöne Frau und bekam bald einen zuckersüßen kleinen Sohn, der eines Tages seine Erbschaft antreten sollte. Doch es kam eine Zeit, da zogen Schatten über das herrschaftliche Schloss und Brynjar versank in schlechten und kränklichen Gedanken. Verfolgungsangst hatte er, dachte ein jeder seiner Köche wolle ihn vergiften und ein jeder seiner Leibwächter erdolchen. Darum verschloss er sich mehr und mehr in seiner Kammer und sprach nicht einmal mehr zu seiner Königin. Er nahm eine zweite Schuppe aus seinem alten Wanderbeutel, den er sorgfältig im höchsten Turm des Schlosses versteckt hatte und sprach seinen zweiten Wunsch, um die eigene Angst zu lindern. „Ich wünsche, dass eine Armee aus dem Boden wächst, die mir und mir allein loyal dienen soll.“
Tags darauf stand vor den Mauern der Königsstadt eine Legion an uniformierten Männern, die aus Wurzeln und Erde bestanden, da sie aus dem Boden gewachsen waren. Sie sprachen nicht und kämpften wie Maschinen. Sogleich entließ Brynjar jeden seiner Ritter und stellte die Neuankömmlinge ihrer statt ein. Die Wurzelkrieger verbreiteten Angst und Schrecken unter den Stadtbewohnern, denn sie kannten kein Mitleid und ihre Visagen waren zum Fürchten hässlich. Doch Brynjar fühlte sich zum ersten Mal in langen Jahren sicher.
Als der König schon alt und grau war, traute sich dank seiner Gruselritter kein rechtschaffener Bürger mehr vor die Tür, wenn es nicht bitter nötig war. Es sammelte sich daher eine Gruppe von jungen Männern und Frauen die seine Schreckensherrschaft leid waren und planten, ihn zu stürzen, um dem Königreich zu seiner alten Glorie zu verhelfen. Der König aber hörte durch eines seiner vielen Spitzel von der Unternehmung und wusste, dass sie Gift in den Venen seines Reiches war. Er nahm daher die letzte Schuppe und wünschte, was ihm übrig war. „Ich wünsche, dass die Unruhestifter und Kindsköpfe dieses Königreiches ihre Stimmen verlieren.“
So kam es, dass am nächsten Morgen nicht die Anhänger der Gruppe, sondern der König selbst die Stimme verlor, denn er hatte nicht gesehen, dass er von Blindheit getrieben wurde. Schriftlich befahl er seinen Wachen, jeden aufmüpfigen Bürger in die Verliese und Kerker zu sperren, denn Wut brodelte in ihm, dass er fast überkochte. Dies war der Punkt, an dem die Stadt und ihr Herrscher ihre dunkelste Zeit erreichten und voller Trauer nahm er ein weiteres Mal alle drei Schuppen in seine faltigen Hände, um zu fragen, was solch ein Unglück über ihn gebracht haben konnte. Voller Schrecken bemerkte er, dass die drei Kleinodien all ihren Glanz und ihre Farbe verloren hatten, grau und unscheinbar sahen sie aus. Plötzlich fürchtete der alte König mehr um seinen alten Freund den Drachen, als um seine eigene Sicherheit. Er fasste einen Entschluss und holte seinen Wandersack aus dem höchsten Turm, packte ihn mit wenigem Proviant und zog in die Richtung, aus der er vor vielen Jahren gekommen war.
Während Brynjar über die Brücke stapfte, die er vor Jahren mit Ingimundur gebaut hatte, brach bereits ein großer Tumult in der Stadt aus. Die Wurzelkrieger waren außer Rand und Band, wer eine Mistgabel oder Fackel hatte nahm sie aus ihrem Versteck und zog in einen undankbaren Bürgerkrieg. Brynjar bemerkte nichts davon, denn er war taub und konnte die Schlachtschreie nicht hören. Bald durchquerte er den Feenwald und traf auf alte Bekannte, die seinen Weg kurzzeitig begleiteten, bis er an die enge Schlucht kam, die er alleine durchwinden musste. Schließlich stand er in dem großen, weiten, grünen Tal, dass vor langer Zeit der Beginn von Ingimundurs Reise war. Von hier aus konnte er sogar die Höhle sehen, die als Heimat des Drachen diente. In einem mühevollen Anstieg kletterte er die letzten Meter hinauf, bis er sein Ziel endgültig erreichte.
Was seine Augen erblickten machte ihn traurig und legte sich schwer auf sein altes Herz. Der einst majestätische und oh so wundervolle Drache war schwarz und matt geworden, seine Lider lagen schwer über den goldenen Augen. „Mein Freund.“, sagte er tonlos und stürzte auf das träge Tier zu. „Mein alter Freund!“, wiederholte er immer und immer wieder. „Wenn ich nur eine Sache vollbringen könnte, um dich wieder herzustellen, so würde ich sie ohne zu widersprechen tun.“ In seiner Verzweiflung nahm er alle drei Schuppen und steckte sie an die baren Stellen im Panzer, damit der Drache wieder vollständig aussah. Als er sein Werk vollbracht hatte, sank er neben seinem alten Freund auf den Boden und schlief ein. In seinem Schlaf murmelte er stimmlos und weinte tränenlos.
Gleich am nächsten Morgen blinzelte er in gelbes, warmes Sonnenlicht. Weil er sich gut und froh fühlte, beinahe erfüllt, sang er ein Lied. Als die ersten Töne seinen Mund verließen erschrak er, im guten Sinne. Denn seine Stimme war zurückgekehrt. Guten Mutes stand er auf und streckte sich, frei von Altersschmerz und Gelenkknacksen, als sei er wieder der junge Mann, der einst hoffnungsvoll in die Königsstadt zog. Der Drache Ingimundur schlummerte noch immer selenruhig, doch er sah lange nicht mehr bemitleidenswert und arm aus. Seine alte Pracht war zurückgekehrt und er lag in purer Grazie vor Brynjar. „Herr Drache, alter Freund!“ Er rüttelte und schüttelte den Drachen, dass der doch bitte erwachen möge.
Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen schreckte Ingimundur aus dem Schlaf auf und schaute misstrauisch in die Augen des Mannes. „Brynjar! Du siehst aus, als seist du in einen Jungbrunnen gefallen! Was ist nur geschehen?“ Er erhob sich und trampelte einmal um sich selbst herum, voller Wunder, dass Trägheit und Schwäche von ihm gefallen waren. „Es scheint, dass meine Wünsche dich schwach und krank gemacht haben. Weil ich das nicht verkraften konnte, wünschte ich mir wohl alles zurück.“ Ingimundur stieß ein schallendes Lachen aus. „Im Handumdrehen hast du die ganze Zeit zurückgedreht, damit du alles besser machen kannst…“ Er streckte seinen gigantischen Kopf aus der Höhle und stierte in Richtung Königsberg. „Sieh an, die Stadt ist friedlich und ruhig, als sei kein Unheil geschehen.“
Der Drache überlegte eine Weile und studierte Brynjar lange. „Da ich weiß, dass du das Herz am rechten Fleck trägst und aus deinen Fehlern gelernt hast, will ich dir gerne wieder drei meiner Schuppen geben. Sag, möchtest du das?“ Brynjar schüttelte eifrig den Kopf, denn er vertraute sich selbst weniger, als der Drache es tat. „Lieber möchte ich bis ans Ende meiner Tage an deiner Seite leben. Einen größeren Reichtum gibt es nicht und ein schöneres Königreich als deines kann ich mir nicht vorstellen.“ Ingimundur gefiel diese Vorstellung und er erlaubte Brynjar, bei ihm zu bleiben. Tag für Tag flogen sie über das weite Land und halfen gemeinsam, wo Hilfe gerbraucht wurde. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie das auch heute noch.