Ich bin noch immer auf der Suche nach so einer Person, in dessen Nähe ich in solch einen freien und losgelösten Zustand komme, dass ich total ungezwungen meine Selbstgespräche ihr offenbaren kann. Ich führe Selbstgespräche, wie jede andere Person. In meinen Gedanken habe ich dann meist einen Gesprächspartner, dem ich Sachen, zu keinem konkreten Thema, dem Gedankenstrom folgend, ungezwungen erzähle. In solchen Konversationen werden mir über mich selbst bestimmte Sachen so klar und ich erfahre über mich und die Welt, ja während des Akts des inneren Sprechens, so viel. Ich löse meine inneren Knoten wie von selbst, es ist tatsächlich etwas Wundersames für mich. Konzepte, die ich schon seit jeher in mir trage werden durch die Formulierung in Gedanken und Worte sichtbar, greifbar, rationalisierbar, lassen sich kneten, formen und akzeptieren und ich sage mir: „Ja so ist es. Das fühle und denke ich über dieses und jenes Thema.“ Ohne über dieses Thema je nachgedacht zu haben, schöpfe ich aus dieser „charakterlichen und unbewussten Basis-Konzeptquelle“ (keine Ahnung) eine Meinung, bilde sie mir an Ort und Stelle und spreche es in meinem Dialog gedanklich aus. Und hier kommt das Absurde: nur in Gedanken gelingt mir dies. Nie schaffe ich es während des Schreibens allein oder des Sprechens mit einer realen Person. Ich muss vorher immer einen Gedankendialog gehabt haben um meine Meinung zu einem bestimmten Thema, zu einer bestimmten Sache formulieren zu können. Außer auf Twitter, da scheint es mir einfacher zu gelingen. Vielleicht liegt es an der Kürze – ich weiß es nicht. Sogar das was ich hier schreibe habe ich vorher mental jemandem erzählt und schreibe es nun nieder. Was ist der Unterschied zwischen dem realen Akt des Sprechens/Schreibens und gleichzeitig Denkens und dem gedanklichen Sprechens und gleichzeitig Denkens? Wieso fällt mir Ersteres schwerer und wieso muss ich stoppen um nachzudenken und mit mir selbst zu sprechen? Oder vielleicht habe ich irgendwo einen Gedankenfehler, keine Ahnung.