Der Badebekleidungstrockner
Wir sind auf einem Kurztrip in Karlsbad, einer überaus pittoresken Stadt in Tschechien. Bekannt ist sie vor allem für ihr Thermalwasser, das schon Goethe und Beethoven zu schätzen wussten. Darüber hinaus ist der Ort voller prachtvoller Hotels, die allesamt als Kulisse für einen Wes-Anderson-Film durchgehen könnten – und mindestens eines hat es tatsächlich bereits in einen James-Bond-Film geschafft: das Grandhotel Pupp in Casino Royale.
Da wir aber auf der Suche nach erschwinglichem Luxus sind, haben wir uns für ein Hotel entschieden, das zwar ebenfalls sehr edel aussieht, innen aber unverkennbar den Charme der 90er Jahre versprüht. Ausstattungstechnisch hält das Hotel Faszinierendes bereit – einschließlich eines Trockners für Badebekleidung.
Das Gerät funktioniert denkbar einfach: Man legt Badeanzug oder Badehose durch eine Klappe von oben hinein und aktiviert durch das Schließen des Deckels eine Schleuder. Dabei muss man den Deckel selbst geschlossen halten; nur solange er heruntergedrückt wird, läuft das Gerät. Direkt daneben hängt eine bebilderte Anleitung, die eine Laufzeit von zehn Sekunden vorschreibt.
Nach dem ersten Durchgang ist mein Badeanzug allerdings noch recht feucht, sodass ich ihm eine zweite Runde gönne. Danach ist er trocken genug, um ihn guten Gewissens für die Heimfahrt im Koffer zu verstauen. Weniger elektrisch, aber fast noch praktischer: In jedem Badezimmer gibt es eine ausziehbare Wäscheleine, die sich von einer Wand zur anderen spannen lässt. So kann man neben feuchter Badebekleidung auch Handtücher (die nicht in den Trockner passen würden und mit Sicherheit nicht erlaubt sind) ganz klassisch trocknen.